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[Teil 1, [Schülerband]] (Teil 1, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN818344350
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-14849937
Titel:
Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
Autor*in:
Zettel, Karl
Nicklas, Johannes
Erscheinungsort:
München
Verlag:
Lindauer
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1894
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN1015324215
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15239721
Titel:
[Teil 1, [Schülerband]]
Signatur:
DCG-II 33(11,01)-1
Autor*in:
Nicklas, Johannes
Zettel, Karl (22.04.1831-30.03.1904)
Bandzählung:
Teil 1, [Schülerband]
Erscheinungsort:
München
Verlag:
Lindauer
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1901
Ausgabenbezeichnung:
Elfte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Prosa
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
A. Erzählende Darstellung
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • [Teil 1, [Schülerband]] (Teil 1, [Schülerband])
  • Einband
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort zur achten Auflage
  • Vorwort zur neunten Auflage
  • Vorwort zur zehnten Auflage
  • Vorwort zur elften Auflage
  • Prosa
  • A. Erzählende Darstellung
  • B. Beschreibende Darstellung
  • C. Einige Briefmuster
  • Gott grüße dich!
  • Poesie
  • Verzeichnis der namhaftesten Schriftsteller mit biographischen Notizen
  • Zur Aufnahme in den Kanon auswendig zu lernender Gedichte
  • Inhaltsangabe
  • Einband

Volltext

72 
die Türken, mußte aber vor einem wütenden Andrang der feindlichen 
Reiterei zurückweichen, bis ihm Kurfürst Max Emanuel mit feiner 
Kavallerie zu Hilfe eilte; vereint schlugen sie nun die Janitscharen *) 
zurück. Inzwischen hatte die bayerische Infanterie mit den Sachsen das 
Zentrum der Türken gesprengt und durch ihr plötzliches Erscheinen im 
Lager der Feinde solches Entsetzen erregt, daß des Großveziers Scharen 
in wilder Flucht auseinander stoben. 
Unermeßliche Schätze an Gold und Silber, 370 Geschütze, 5000 
schwer bepackte Kamele und ungeheuere Vorräte sielen den Siegern in 
die Hände; 20000 Türken waren auf dem Schlachtfelde, 48 000 schon 
während der Belagerung gefallen. Max Emanuels Tollkühnheit und 
Todesverachtung und die Tapferkeit seines gutgeschulten Heeres, sein 
persönliches Eingreifen im richtigen Augenblick hatten zu Gunsten des 
Christenheeres entschieden. Wegen seiner Kühnheit wurde er von allen 
Türken gefürchtet und wegen seiner Uniform der „blaue König" genannt. 
Als Max Emanuel dem Kaiser bei der großen Musterung des Heeres 
begegnete, rief er ihm begeistert zu: „Den Degen, den Majestät mir 
geschenkt, habe ich zur Verteidigung des Christentums gezogen ; ewig soll 
er Eurer Majestät geweiht bleiben!" Mit Entblößung des Hauptes 
und einem freundlichen Blicke dankte der Kaiser. So war mit bayerischem 
Blute der Thron Habsburgs wieder festgekittet worden. 
Noch heller strahlte Max Emanuels Ruhm im Jahre 1688 durch 
die Erstürmung Belgrads. Mit 40000 Mann begann er die Belagerung 
der wichtigen Grenzfestung, und als nach dreiwöchiger lebhafter 
Beschießung die Festungsmauer brach, führte er seine Bayern selbst 
zum Sturme vor. Erst nach mehrmaligem, erbittertem Angriffe besetzte 
er die Bresche. Die Generale rieten ihm, sich heute mit der Eroberung 
der Festungsmauern zu begnügen; allein er hatte mit dem Herzog von 
Mantua gewettet, daß er am 6. September auf der Burg von Belgrad die 
bayerische Fahne aufpflanzen werde. Das Wagnis führte er mit seinem 
tapferen Jnfanterie-Leibregiment aus. Mit der Losung: „Emanuel!" 
d. h. „Gott mit uns!" begann der Hauptsturm. Mit dem Rufe: „Brüder, 
folgt mir nach!" setzte er in den Graben; mutig drangen die Soldaten 
nach, rissen ein in der Tiefe stehendes Haus nieder und benützten die 
Balken zu Sturmleitern. Sobald die Türken den „blauen König" 
erblickten, überschütteten sie ihn mit einem Schwarm von Pfeilen und 
*) Janitscharen (ein türkisches Wort — neue Truppe) ist der Name einer be¬ 
sonders kühnen Kriegstruppe der Türken.
	        

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Nicklas, Johannes, and Karl Zettel. [Teil 1, [Schülerband]]. München: Lindauer, 1901. Print.
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