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Lesebuch für gewerbliche Fortbildungsschulen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1019521619
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16606092
Titel:
Lesebuch für gewerbliche Fortbildungsschulen
Signatur:
DF-II 24(1,02)
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Wohlrabe, Wilhelm (13.03.1851-29.12.1920)
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Voigtländer
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1902
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
III. Abschnitt Der Gesell
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
D. Blicke in die deutsche Geschichte
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch für gewerbliche Fortbildungsschulen
  • Einband
  • Titelseite
  • [H. Haessel]
  • Vorwort
  • [Vorwort]
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Abschnitt Einleitendes
  • II. Abschnitt In der Lehre
  • III. Abschnitt Der Gesell
  • A. In der Werkstatt
  • B. Zur Wanderschaft
  • C. Wanderungen im deutschen Vaterlande
  • D. Blicke in die deutsche Geschichte
  • E. Wer will unter die Soldaten!
  • IV. Abschnitt Der Meister
  • A. Meister-Würde und -Bürde
  • B. Aus Werkstatt und Fabrik
  • C. Verkehr und Verkehrsmittel
  • D. Aus der Gesundheitslehre
  • E. Haus- und Volkswirtschaftliches
  • F. Weiteres aus der Gesetzeskunde
  • V. Abschnitt Abschließendes
  • Einband

Volltext

Kaiser Wilhelms Lebensabend und Heimgang. 
selber sah sich nur als Gottes Werkzeug an, von eigenem Verdienst 
ist nie die Rede; wie dankbar rühmt er dagegen die Verdienste seiner 
großen Gehilfen! Trotz seiner Milde fehlte es ihm nicht an der Festig— 
keit des Willens. Nie lieh er Günstlingen sein Ohr, seine bewährten 
Diener aber schützte er in ihren Ämtern gegen jeden Angriff. 
3. Reich gesegnet war der Kaiser auch in seiner Familie. Er 
konnte das Fest der goldenen Hochzeit feiern, sein Sohn und Thron— 
folger, Kronprinz Friedrich Wilhelm, war von blühenden Kindern 
umgeben. Eine große Freude war es dem Kaiser, als sein ältester 
Enkel, Prinz Wilhelm, sich am 27. Februar 1881 mit der Prinzessin 
Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein vermählte, und als 
diesem Fürstenpaare am 6. Mai 1882 der erste Sohn geboren wurde, 
da brach der kaiserliche Urgroßvater in die Worte aus: „Hurra, vier 
Könige!“ Den neunzigsten Geburtstag des allbeliebten Herrschers 
feierte auch der geringste Arbeiter. Doch bald nach diesem Tage er— 
krankte der Kronprinz an einem unheilbaren Halsleiden. Alle Kunst 
der Arzte, auch das milde Klima des Südens vermochte nicht zu 
helfen. Dazu starb plötzlich ein hoffnungsvoller Enkel des Kaisers, 
Prinz Ludwig von Baden. Diese Schläge waren zu hart für den 
Greis. Seine Lebenskräfte begannen zu versiegen; eine Erkältung 
warf ihn aufs Krankenlager, das er selber als sein Sterbebett be— 
zeichnete. Wie ein gewissenhafter Hausvater und frommer Christ 
bereitete er sich auf den Tod vor, sprach mit dem Fürsten Bismarck 
über die politische Lage Europas, erteilte seinem Enkel weise Rat— 
schläge, und als seine Tochter ihn fragte, ob er denn nicht müde werde, 
erwiderte er: „Ich habe jetzt keine Zeit, müde zu sein.“ Noch 
am Tage vor seinem Tode unterschrieb er eine Verordnung über den 
Schluß des Reichstages. Fürst Bismarck bat ihn, er möge nur den 
Anfangsbuchstaben seines Namens schreiben; der gewissenhafte Herr— 
scher unterschrieb aber, wenn auch mit äußerster Kraftanstrengung, 
seinen vollen Namen. Es war seine letzte Unterschrift. Am Morgen 
des 9. März ging Kaiser Wilhelm sanft und ohne Kampf zur ewigen 
Ruhe ein. Rasch verbreitete sich die Nachricht von seinem Tode über 
den ganzen Erdenball. Ganz Deutschland glich einem Trauerhause. 
Tausende eilten nach Berlin, um die im Dome aufgebahrte Leiche 
des geliebten Herrschers noch einmal zu sehen. Die Beisetzung erfolgte 
unter Teilnahme von Königen, Prinzen und Fürsten, von Abgeord— 
neten sämtlicher Staaten der Erde; aus allen deutschen Gauen waren 
die alten Krieger herbeigeeilt. Im Anblick der Siegessäule empfing 
die Garde die irdischen Überreste ihres großen Kriegsherrn. An derSeite 
der geliebten Eltern fand des Deutschen Reiches erster, großer Kaiser 
seine Ruhestätte. 
Wohlrabe, Lesebuch. 
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Hofstaetter, Walther. Deutschkunde. Leipzig [u.a.]: Teubner, 1917. Print.
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