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[Theil 3, [Schülerband]] (Theil 3, [Schülerband])

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1015509002
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15985727
Title:
Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
Author:
Plümer, E.
Haupt, W.
Bachmann, C. Fr.
Place of publication:
Kassel
Publisher:
Kay
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1875
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN1019755067
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16623018
Title:
[Theil 3, [Schülerband]]
Shelfmark:
DBG-II 27(1,1877)-3
Author:
Plümer, Emil
Haupt, W.
Bachmann, C. Fr.
Volume count:
Theil 3, [Schülerband]
Place of publication:
Kassel
Publisher:
Lipsius & Tischer
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1877
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
[Lesestücke 21-40]
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • [Theil 3, [Schülerband]] (Theil 3, [Schülerband])
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalts-Verzeichniß
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-80]
  • [Lesestücke 81-100]
  • [Lesestücke 101-120]
  • [Lesestücke 121-140]
  • [Lesestücke 141-160]
  • [Lesestücke 161-180]
  • [Lesestücke 181-200]
  • [Lesestücke 201-205]
  • Binder

Full text

26 
21. Die Waisen. 
Ein berühmter Professor in Berlin, der bei all seiner Ge¬ 
lehrsamkeit doch nicht die nothleidenden Menschen vergaß, ging eines 
Tages spazieren, und als er über einen großen Platz kam, sah er 
auf der steinernen Treppe eines Hauses zwei Kinder sitzen, ein 
Mägdlein und ein Knäblein. Das kleine Mädchen weinte unauf¬ 
hörlich; der kleine Knabe aber, der auf ihrem Schoße saß, schlummerte 
recht sanft. Da ging der Professor heran und sagte: „Warum 
weinst du, mein liebes Kind?" Das Mädchen antwortete: „Ja, 
ich muß wohl weinen; denn ich habe keinen Vater mehr, und unser 
gutes Mütterlein hat lange Zeit krank gelegen, heut ist es aber 
eingeschlafen. Da die Mutter so lange schlief, haben wir sie geweckt, 
aber sie wollte nicht aufwachen. Da ist denn endlich die Nachbarin 
gekommen und hat gesagt: Ihr armen Kinder! Eure Mutter wacht 
nicht mehr auf, die ist todt. Dann hat sie uns ein Stück Brot 
gegeben und hat gesagt: Nun geht nur auf die Straße und setzt 
euch auf die Treppe; denn ihr könnt hier nicht länger bleiben. 
Ich bin auch arm; ach! wenn ich doch auch erst todt wäre, wie 
eure gute Mutter; die ist jetzt bei dem lieben Gott im Himmel. 
Geht nur, vielleicht findet ihr einen neuen Vater und eine neue 
Mutter. — Nun sitzen wir hier schon so lange, aber es will kein 
Vater und kein Mütterlein kommen. Ach, ich und mein Brüderchen, 
wir wollten dem neuen Vater und der neuen Mutter recht gehorsam 
sein!" — Da sprach der Professor, dem die Thränen des Mitleids 
über die Wangen rannen: „Soll ich euer Vater sein? Wollt ihr 
mit mir gehen?" Das Mädchen antwortete: „Mein kleiner Bruder 
kann noch nicht sprechen, aber ich werde für ihn mit antworten: 
Ja, wir wollen gern mit dir gehen; denn du siehst so gut aus!" 
Nun gab der alte Professor dem kleinen Mädchen seinen Stock zum 
Tragen und nahm den kleinen Knaben auf den Arm; denn er 
schlief so sanft, auch konnte er noch nicht gehen. 
Als der Professor zu Hause anlangte, machte die alte Haus¬ 
hälterin ein recht bitterböses Gesicht und sagte: „Aber Herr Professor, 
was soll denn das heißen? Erst heute früh haben Sie dem Hand¬ 
werksburschen ihre funkelneuen Stiefel geschenkt, und als ich dagegen
	        

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Plümer, Emil, W. Haupt, and C. Fr. Bachmann. [Theil 3, [Schülerband]]. Kassel: Lipsius & Tischer, 1877. Print.
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