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Asien, Australien, Afrika, Amerika (Bd. 3)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1015509002
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15985727
Title:
Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
Author:
Plümer, E.
Haupt, W.
Bachmann, C. Fr.
Place of publication:
Kassel
Publisher:
Kay
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1875
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN1019755067
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16623018
Title:
[Theil 3, [Schülerband]]
Shelfmark:
DBG-II 27(1,1877)-3
Author:
Plümer, Emil
Haupt, W.
Bachmann, C. Fr.
Volume count:
Theil 3, [Schülerband]
Place of publication:
Kassel
Publisher:
Lipsius & Tischer
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1877
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Preface

Title:
Vorwort
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Preface

Contents

Table of contents

  • Handbuch des Wissenswürdigsten aus der Natur und Geschichte der Erde und ihrer Bewohner
  • Asien, Australien, Afrika, Amerika (Bd. 3)
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • B. Asien
  • Namen. Lage. Grenzen. Größe
  • Gebirge und Gewässer
  • [Klimatische Verhältnisse]
  • Allgemeines
  • Eintheilung
  • I. Das türkische Asien oder die asiatische Türkei
  • II. Arabien (Arabia)
  • III. Persien
  • IV. Afghanistan
  • V. Beludschistan
  • VI. Ostindien
  • VII. Das chinesische Reich
  • VIII. Die freie Tatarei
  • IX. Das Kaiserthum Japan
  • C. Australien
  • D. Afrika
  • E. Amerika
  • Land um den Südpol
  • Register
  • Binder

Full text

5 
261 
3 
ertragen, verkennt er oft die wahre Ehre und opfert sie einer falschen 
Schamhaftigkeit auf. Er liebt die Wahrheit und wird nie mit kallem 
Blute eine Unwahrheit sagen; dennoch, sobald er in einer Gesellschaft 
erzählt, erzählt er ungetreu, vergrößert, verkleinert, läßt Umstände weg, 
versetzt sie, alles aus Begierde, nichts Alltägliches zu erzählen und das 
Lob eines angenehmen und beredten Gesellschafters zu erbeuten. Er wirft 
sich oft, wenn er zurück in die Stille kommt, diesen Fehler vor und begeht 
ihn in dem Geräusche der Gesellschaft von neuem. — Adrast scheut den 
Namen eines Widersprechers, der in Gesellschaft so verhaßt ist. Man 
spottet unbarmherzig über Amynts Fehler, die man ihm noch dazu bloß 
andichtet, und es kränkt Adrasten, daß er sie nicht widerlegen soll. Aber 
der vornehme Verleumder sieht ihn achtsam an, und schon giebt er durch 
Mienen seinen Beifall zu erkennen, so sehr auch sein Herz widerspricht; 
und kaum fragt ihn jener laut: „Adrast, haben Sie es nicht auch gehört?“ 
so wird er aus falscher Schamhaftigkeit ein Verleumder und sagt Ja!“ 
— Adrast ist kein Prahler; aber aus Besorgnis, sich nicht so reich als 
andere zu tragen, wird er heute ein Verschwender in Kleidern und legt 
morgen durch eine ehrsüchtige Freigebigleit den Grund zu einer schlechten 
Wirtschaft. Was hindert Adrasten, sich von dieser widerrechtlichen Scham⸗ 
haftigkeit, die eine Feindin seiner Tugend ist, zu befreien? Wenn er auf— 
richtig sein will, so kann er leicht sehen, daß er nicht sowohl nach guten 
Sitten, als bloß nach dem Ruhme derselben strebt. Aus dieser Quelle 
fließt der Fehler seines Charakters, und diese muß er zuerst verstopfen. 
Er läßt sich in seinem Betragen von den Meinungen der Welt regieren, 
und er weiß doch, daß die wahre Würde oder das wahre Schändliche einer 
Handlung nicht von den Meinungen abhängt. 
„Aber ich verliere,“ so spricht er, „den Beifall der andern“ — 
So verliere ihn denn! Es ist Ehre und Glück für dich; denn der Beifall, 
der eine Thorheit krönt, er komme aus dem Munde eines Königs oder 
einer Fürstin, eines Helden oder eines Gelehrten, ist allzeit Schande. Willst 
du die Probe davon machen, Adrast? Du hast aus falscher Schamhaftigkeit 
heute wider die Warnung deines Gewissens und deiner überzeugung ge⸗ 
handelt. Eine ganze Gesellschaft hat dich dafür mit ihrer Achtung belohnt. 
Wohlan, wirf dich diesen Abend denkend auf dein Lager und stelle dit 
deinen Tod vor, der in der Nacht erfolgen kann. Denke an die Vorwürfe, 
welche dir dein eigenes Herz macht; denke an die Stimme des Beifalls, 
mit dem dich die Gesellschaft beehrte Hört die Anklage deines Innersten 
durch den Gedanken auf: „Ich bin bewundert und mit Lächeln und Dank— 
sagung für meine Gefälligkeit begleitet worden?“ Gesetzt, ein höherer 
Geist wäre um dein Lager sichtbar, und du fragtest ihn, was er von 
deinem Zustande dächte so höre, was er dir wahrscheinlich antworten 
würde: „Armer, ehrgeiziger und betrogener Adrast! Du schämst dich, 
Menschen zu mißfallen, und mißfällst lieber dit selber? Du suchst Ehre 
bei den Menschen und verachtest die Ehre bei dem Schöpfer der Menschen? 
Du machst dich gegen das Unerlaubte unempfindlich; das ist deine Schande. 
Du gehorchst dem Beifalle der Elenden und Thoren; aber der Anordnung 
göttlicher Weisheit widerstehst du. Ist das deine Ehre? — Du hast ein
	        

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Schulz, Bernhard. Für Die Untern Und Mittlern Klassen. Paderborn: Schöningh, 1883. Print.
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