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Mittelstufe (5. - 6. Schuljahr) (Teil 3, [Schülerband])

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1020609060
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16149887
Title:
Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land
Shelfmark:
DF-II 45(5,1891)
Editor:
Richter, Hermann
Place of publication:
Döbeln
Publisher:
Schmidt
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1891
Edition title:
Fünfte, unveränderte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Hessisches Lesebuch
  • Mittelstufe (5. - 6. Schuljahr) (Teil 3, [Schülerband])
  • Binder
  • Advertising
  • Title page
  • Das Großherzogliche Staatswappen
  • Aus dem Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur sechsten und siebten Auflage
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Frühling
  • II. Sommer
  • III. Herbst
  • IV. Winter
  • Melodien
  • Advertising
  • Binder

Full text

215 — 
König. — „Ach, Eure Majestät“, erwiderte der Page, indem er vor ihm 
auf die Kniee fiel, „man will mich unglücklich machen, ich weiß von diesem 
Gelde nichts.“ — „Ei!“ sagte der König, „wem es Gott gibt, dem gibt 
er's im Schlafe. Schick's nur deiner Mutter, grüße sie und versichre ihr, 
daß ich für dich und sie sorgen werde.“ — Die Freude des Pagen über 
dieses unerwartete Glück läßt sich mit Worten nicht beschreiben. 
Fr. Eylert. 
219. Der König und der Müller. 
1. Es wohnt ein Müller sorgenfrei 
in seiner kleinen Mühle. 
Das Muhlchen klappert' Brot herbei 
bei Sonnenbrand und Küuühle. 
5. Der Sürst sagt ja, der Müller nein; 
der Sürst wird ungeduldig: 
„Ich werd doch Herr im Lande sein; 
du bist zu weichen schuldigl!“ — 
2. Nicht weit davon ein König hatt 
ein Schloß sich aufgebauet. 
Wãär! nicht die Mühl', man hätte Stadt 
und Cand draus überschauet. 
6. Ich weiche nichtl““ — „Dann muß Gewalt 
den starren Sinn dir beugen.“ — 
„Ihr irret, Herr, Euch werden bald 
die Richter anders zeigen!““ 
3. Der König bot dem Müller Geld: 
„Verkauf! mir deine Hüttel 
Bau neu sie auf, wo dir's gefällt, 
nach größerm Maß und Schnitte.“ 
7. „Die Richter?“ fällt der König ein, 
die selbst er eingesetzet, 
„da hast du recht; ich geb' mich drein, 
dein Gut bleibt unverletzet.“ 
4. „„Mein Mühlchen ist mir gut genug, 
das laß ich meinen Erben; 
es trägt des Vaters Segensspruch: 
hier will ich ruhig sterben.“ 
8. Seit jener Stunde lebten sie 
als Sreunde hoch und niedrig. 
Des Schlosses Nam' hieß Sanssouci, 
des Königs Name Sriedrich. 
w. Curtman. 
220. Seltene Uneigennützigkeit. 
In dem siebenjährigen Kriege, der Deutschland verheerte, war ein 
Ritkmeister zum Futterholen kommandiert. Er begab sich an der Spitze 
seiner Schwadron nach der ihm angewiesenen Gegend, einem einsamen 
Tale, wo man nichts als Buschwerk erblickte. Indessen ward er einer 
armseligen Hütte ansichtig, pochte an, und es trat ein alter Mann mit 
einem eisgrauen Kopfe heraus. „Vater“, redete ihn der Offizier an, 
„zeiget mir ein Feld, wo meine Leute Futter holen können!“ — „Gleich“, 
erwiderte der Alte, bot sich zum Wegweiser an und führte die Schwadron 
zum Tal hinab. Nachdem sie etwa eine Viertelstunde marschiert waren, 
trafen sie ein schönes Gerstenfeld an. — „Das ist es, was wir suchen“, 
rief der Rittmeister. — „Noch einen Augenblick Geduld“, sagte der Greis, 
„und sie sollen befriedigt werden!“ Sie marschierten also weiter und
	        

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Mittelstufe (5. - 6. Schuljahr). Gießen: Roth, 1906. Print.
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