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Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1020609060
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16149887
Titel:
Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land
Signatur:
DF-II 45(5,1891)
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Richter, Hermann
Erscheinungsort:
Döbeln
Verlag:
Schmidt
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1891
Ausgabenbezeichnung:
Fünfte, unveränderte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
VIII. Sprüche und Sprichwörter
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Zur fünften Auflage
  • Inhalts-Verzeichnis
  • I. Erzählungen
  • II. Schilderungen und Betrachtungen
  • III. Geschichtsbilder und Lebensbeschreibungen
  • IV. Bilder aus der Länder- und Völkerkunde
  • V. Bilder aus der Naturkunde
  • VI. Aus der Wirtschaftslehre
  • VII. Gedichte
  • VIII. Sprüche und Sprichwörter
  • Anhang
  • Einband

Volltext

— 
358 — 
in die Brust hinab, und legt sich wie ein Grabstein schwer auf alle Freuden. — Ob du 
der Klügste seist, daran ist wenig gelegen; aber der Biederste sei, so wie im Rate, zu 
Haus. — Wenn du dich selber machst zum Knecht, bedauert dich niemand, geht dir's 
schlecht; machst du dich aber selbst zum Herrn, die Leute sehn es auch nicht gern; und 
bleibst du endlich, wie du bist, so sagen sie, daß nichts an dir ist. — O, weh der Lüge! 
Sie befreit nicht wie jedes andre wahr gesprochne Wort die Brust; sie macht uns nicht 
getrost; sie ängstet den, der sie heimlich schmiedet, und sie kehrt, ein losgedrückter Pfeil, 
bon einem Gott gewendet und versagend, sich zurück und trifft den Schützen. Goethe.) 
Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet, oder selbst ver— 
zeiht. — Armut ist die einzige Last, die schwerer ist, je mehr daran tragen. — Wenn 
jemand bescheiden bleibt nicht beim Lobe, sondern beim Tadel, dann ist ers. — Die 
Dümmsten putzen sich am meisten; so sind die dümmsten Tiere, die Insekten, am bun— 
testen. — Das stille, häusliche Glück ist darum das edelste, weil wir es ununterbrochen 
genießen können; geräuschvolles Vergnügen ist nur ein fremder Gast, der uns mit Höf— 
lichleit überschüttet, aber kein bleibender Hausfreund. — Wie reißende Tiere leichter 
übermannt werden als Inseltenschwärme, so ist der Sieg nicht über die seltenen und 
großen, sondern über die kleinen und täglichen Versuchungen besser und schwerer. 
* (Fean Paul 
O blicke, wenn den Sinn dir will die Welt verwirren, zum reinen Himmel auf, 
wo nie die Sterne irren. — Wißt, wo es keinen Herrn und keinen Diener giebt? Wo 
eins dem andern dient, weil eins das andre liebt. — Im selben Maß du willst em— 
pfangen, mußt du geben; willst du ein ganzes Herz, so gieb ein ganzes Leben. — Du 
wirst nicht musterhaft durch Jagd nach andrer Fehlern, und nie wirst du berühmt durch 
fremden Ruhmes Schmälern. — Durch Buße wendest du die Strafen Gottes ab; doch 
Menschen denken dir den Fehler noch im Grab. — Sei gut und laß von dir die 
Menschen böses sagen; wer eigne Schuld nicht trägt, kann leichter fremde tragen. 
Wie groß du für dich seist, vorm Ganzen bist du nichtig; doch als des Ganzen Glied 
bist du als kleinstes wichtig. (Rückert.) 
Erst wäg's, dann wäg's. — Rühre munter deine Hände, Fleiß belohnt sich ohne 
Ende. — Der Jungen That, der Alten Rat, der Männer Mut sind immer gut. — 
Bei deinem Thun gedenk des Sprüchleins stündlich: „Eins nach dem andern, aber 
gründlich.“ — Wer will, was er kann, fängt nichts vergeblich an. — Wer spart, wenn 
er hat, der findet, wenn er sucht. — Jung gewohnt, alt gethan; guter Tag fängt 
morgens an. — Ein Kluger muß das Aug' auf das Vergangne lenken, das Jetzige 
thun und das Künftige bedenken. — Arbeit' immer, sei nicht faul; gebrattne Taube 
fliegt nicht ins Maul. — Noch ist es Tag, da rühre sich der Mann; die Nacht tritt 
ein, da niemand wirken kann. — Alle wissen guten Rat — nur der nicht, der ihn 
nötig hat. — Ohne Fleiß kein Preis! — Auf Gott vertrau', arbeit' nicht lau und leb 
genaun — Wer ist Lehrling“ — — Jedermann. Wer ist Geselle? — — Der was 
lann. Wer ist Meister? — — Der was ersann. — Zufrieden sein ist große Kunst, 
zufrieden scheinen großer Dunst, zufrieden werden großes Glück, zufrieden bleiben 
Meisterstück. — Wer nicht erwirbt, verdirbt. — Was du willst, verlange von dir. — 
Wahre deines Gewerbes, so wahrt es dich. — Übung thut mehr als Meisterlehr. — 
Geendet ist noch nicht vollendet. — Der beste Wille ist der feste Wille — Je langsamer 
die Hand, je flinker die Not. — Erst besonnen, dann begonnen. — So hoch sich einer 
selber ehrt, so hoch steht er bei andern in Wert. — Alt werden, steht in Gottes Gunst; 
jung bleiben, das ist Lebenskunst. — Not lehrt beten; Arbeit lehrt, wie man gegen Not 
sich wehrt. — Der ist weise und wohlgelehrt, der alle Dinge zum Besten kehrt. — Seine 
Pflicht zur Lust sich machen, wer's gethan, hat leichte Sachen. — Wer etwas kann, den 
hält man wert; den Ungeschickten niemand begehrt. — Fleißige Hand erwirbt, faule 
vberdirbt. — Alles mit Gott, so hat's keine Not. — Kunst und Lehr bringt manchen 
zu Ehr. — Wer's nicht versteht, dem's nicht gerät. — Zeit ist Geld. — Gute Lehr— 
burschen werden gute Meister. — Arbeitsame Hand geht durchs ganze Land. — Fest steh' 
immer, still steh nimmer. — Wie man's treibt, so geht's. — Wer sich Zeit nimmt, 
berliert Zeit — Zu früh aus der Lehr' ersetzt sich schwer. — Ein Dorf ist leichter 
verthan, denn ein Haus exworben. — Wer Arbeit liebt und sparsam zehrt, der sich in 
aller Welt ernährt. — Bete rein, arbeite fein, das übrige laß Gott befohlen sein. — 
Leg' all dein Thun in Gottes Hände; Gott sei dein un und dein Ende.
	        

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