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Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1020609060
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16149887
Title:
Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land
Shelfmark:
DF-II 45(5,1891)
Editor:
Richter, Hermann
Place of publication:
Döbeln
Publisher:
Schmidt
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1891
Edition title:
Fünfte, unveränderte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
III. Geschichtsbilder und Lebensbeschreibungen
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Größeres Lesebuch für Fortbildungsschulen in Stadt und Land
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Zur fünften Auflage
  • Inhalts-Verzeichnis
  • I. Erzählungen
  • II. Schilderungen und Betrachtungen
  • III. Geschichtsbilder und Lebensbeschreibungen
  • IV. Bilder aus der Länder- und Völkerkunde
  • V. Bilder aus der Naturkunde
  • VI. Aus der Wirtschaftslehre
  • VII. Gedichte
  • VIII. Sprüche und Sprichwörter
  • Anhang
  • Binder

Full text

67 
IIl. Geschichtsbilder und CLebens 
beschreibungen. 
—— — 
rr 
33. Die alten Deutschen. 
VUnser Vaterland hatte vor Jahrtausenden ein anderes Aussehen 
als heute. Wo wir jetzt volkreiche Städte und Dörfer, fruchtbare Felder 
und Fluren, von belebten Landstraßen durchschnitten, erblicken, war 
früher ein rauhes, unwirtbares Land, welches ungeheure Wälder, durch 
deren Dickicht die Strahlen der Sonne nicht zu dringen vermochten, 
von einem Ende bis zum andern durchzogen. Die Flüsse schweiften wild 
über ihre Ufer hinweg und bildeten Sümpfe und Moräste, welche das 
Land feucht und kalt machten. Der wenig und schlecht bebaute Boden 
brachte fast nur Gerste und Hafer hervor; Rettiche und Spargel wuchsen 
wild, und die Wälder versahen ihre Bewohner mit allerhand Beeren und 
herben Baumfrüchten. Die Weideplätze aber, welche inmitten düsterer 
Wälder lichtvoll hervortraten und in üppiger Fülle prangten, waren 
grasreich und schön und gaben den kleinen, aber kräftigen Pferden und 
Rindern ein nahrhaftes Futter. Wild, wie es sich noch jetzt bei uns 
findet, und außerdem Auerochsen, Elentiere, Wölfe, Bären und allerhand 
Raubvögel bewohnten in großer Menge die ungeheuren Wälder. Dieses 
Land wurde von unseren Vorfahren, den Deutschen, welche sich den 
Fremden gegenüber Germanen (d. h. Wehrmänner, Speermänner) 
nannten, bewohnt. 
Die alten Deutschen waren ein kräftiger Menschenschlag von hoher 
Gestalt, blauen Augen, blonden, etwas rötlichen Haaren und staͤrken, 
rüstigen Gliedern. Ihre Kleidung war entweder anliegend, oder sie be— 
stand in einem mantelartigen Überwurf ohne Ärmel von grober Lein— 
wand oder Tierfellen; die n trugen sie meistenteils, besonders wenn 
sie in den Kampf gingen, auf dem Scheitel zusammengebunden; der 
Kopf war unbedeckt; schützten ihn einige im Gefechte auch mit einer 
Art Helm oder mit Köpfen wilder Tiere, welche ihnen ein fürchterliches 
Ansehen gaben. Sie wohnten in Hütten von rohem e welche 
mit Zweigen, Rohr oder Stroh gedeckt, nicht in zusammenhängenden 
Städten oder Dörfern, sondern einzeln auf einem Weideplatze oder im 
Walde lagen und von einem umgeben waren. Ihre Nahrung 
war einfach: Kräuter und Wurzeln, Waldbeeren und Baumfrüchte, Vogel
	        

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Richter, Hermann. Größeres Lesebuch Für Fortbildungsschulen in Stadt Und Land. Döbeln: Schmidt, 1891. Print.
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