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Prosaheft Nr. 1 für die Klasse III (Prosaheft Nr. 1, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN1022461338
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16706477
Titel:
Deutsches Lesebuch für Realschulen und verwandte Lehranstalten
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Meyer, Alfred Gustav (27.10.1849-)
Nagel, Louis (05.07.1856-)
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Dürr
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
Oberstufe
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
in Anschluß an die preußischen Lehrpläne von 1891

Band

Persistenter Identifier:
PPN1022462857
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-17680784
Titel:
Prosaheft Nr. 1 für die Klasse III
Signatur:
DDG-II 114(1,1895)-2
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Meyer, Alfred Gustav (27.10.1849-)
Nagel, Louis (05.07.1856-)
Bandzählung:
Prosaheft Nr. 1, [Schülerband]
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Dürr
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
Oberstufe [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
in Anschluß an die preußischen Lehrpläne von 1891

Kapitel

Titel:
[Lesestücke 36-40]
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für Realschulen und verwandte Lehranstalten
  • Prosaheft Nr. 1 für die Klasse III (Prosaheft Nr. 1, [Schülerband])
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • [Lesestücke 1-5]
  • [Lesestücke 6-10]
  • [Lesestücke 11-15]
  • [Lesestücke 16-20]
  • [Lesestücke 21-25]
  • [Lesestücke 26-30]
  • [Lesestücke 31-35]
  • [Lesestücke 36-40]
  • Der Dom zu Speyer
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Einband

Volltext

H. von Zobeltitz, Gustav Nachtigals Erforschungsreisen im Sudan. 109 
noch eine goldene Taschenuhr und ein Fernrohr in Augenschein ge¬ 
nommen, der Rest von Samt, Seide und Tuchen indes unentfaltet wieder 
in die Kiste gethan." 
Kuka wurde nun auf lange Zeit gleichsam die Centralstation Nach¬ 
tigals, von der aus er dank der Unterstützung des Scheichs Omar in 
leidlicher Sicherheit, wenn auch oft unter namenlosen Anstrengungen, 
die Nachbarländer besuchen uub erforschen konnte. 'Im Frühjahr 1871 
ging er nach Kanem und Borkn. In Gesellschaft einer räuberischen 
Araberhorde durchlebte er lange, entbehrungsreiche Monate; der Same 
einer Grasart bildete bisweilen seine einzige Nahrung, und wenn einnral 
eilt krankes Kamel geschlachtet wurde, so begrüßte er das Fleisch des¬ 
selben als eine hochwillkommene Gabe. So groß aber die Entbehrungen 
waren, so brachte diese Forschungsreise doch der Wissenschaft große Vor¬ 
teile: sie zeigte Nachtigal, daß der Bahr-el-Ghasal zur Regenzeit ein 
Abfluß des Tsadsees nach Nordosten sei. 
Als er im Januar 1872 ttach Kuka zurückgekehrt war, fand er 
Briefe und Zeitungen aus der Heimat vor, die ersten Nachrichten über 
den gewaltigen Entscheidnngskampf, den inzwischen Deutschland gegen 
Frankreich sieg- und glorreich zu Ende geführt hatte. 
2. Ein Ausflug nach Bagirmi. 
Nachtigal hatte beschlossen, Bagirmi, den südlicheren Sudanstaat, 
zu besuchet!. Er erhielt vom Scheich Omar einen Empfehlungsbrief an 
den dortigen Sultan, lieh sich, da seine Mittel zur Neige gingen, huu- 
dertfünzig Mariatheresiathaler — die einzige gangbare Münze im 
inneren Afrika — von einem Kaufmanne aus Tripolis, kaufte Waren 
ein und rüstete eine kleine Karawane aus. Ende Februar 1872 brach 
er auf und erreichte glücklich die Hauptstadt Mofu, wo ihm bei dem 
Sultan Mohannned mit dem angenehmen Beinamen Abu Sekiu, „Vater 
des Messers", eine verhältnismäßig gute Aufnahme zu teil wurde. Höchst 
spaßhaft schildert Nachtigal, wie sich seiner ersten Audienz bei den: ge¬ 
strengen Herrscher eine ernste Schwierigkeit entgegenstellte: man durfte 
nämlich nur barfuß vor dessen Thron erscheinen, und erst nach langen 
Beratungen wnrde denl Fremdling gestattet, wenigstens seine Strümpfe 
anzubehalten, die in Bagirmi etwas ganz Neues waren und ungemessenes 
Erstaunen erregten. 
Abu Sekin lag damals. in Fehde gegen einen Gegenkönig, der ihn 
int Besitze seiner Herrschaft ernstlich bedrohte. Bald nachdem Nachtigal 
in Mofu eingetroffen war, zog der König ins Feld, und jener schloß 
sich ihn: um so lieber an, als der Kriegszug nach dem noch ganz uner¬ 
forschten südlichen Bagirmi führte. Der Kriegszug? Ach nein, es war 
mehr ein Ranbzug großen Stiles, eine fürchterliche Sklavenjagd, in wel¬ 
cher die Menschenleben für nichts galten. Es ivaren ja „nur Heiden", 
rvelche die Mohammedaner überfielen, und wenn diese Heiden es gar
	        

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