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Lesegärtchen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1023099160
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16666422
Title:
Lesegärtchen
Shelfmark:
DDG-II 129(4,1877)
Place of publication:
Köln
Publisher:
DuMont-Schauberg
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1877
Edition title:
Vierte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
deutsches Lesebuch für die Mittelklassen höherer Töchterschulen und ähnlicher Anstalten

Chapter

Title:
Fünfte Abtheilung. Aus der Natur
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesegärtchen
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Auflösung der Räthsel
  • Erste Abtheilung. Aus dem Leben der Kinder
  • Zweite Abtheilung. Fabeln
  • Dritte Abtheilung. Erzählungen und Parabeln
  • Vierte Abtheilung. Lieder
  • Fünfte Abtheilung. Aus der Natur
  • Sechste Abtheilung. Gespräche
  • Siebente Abtheilung. Aus der heiligen Schrift
  • Binder

Full text

und darum nutzlos für die Bewohner des Landes und 
der Gewässer; Sümpfe, welche, mit übelriechenden Wasser¬ 
pflanzen bedeckt, nur giftige Jnsecten ernähren und un¬ 
reinen Thieren zum Aufenthalt dienen. 
Zwischen solchen Morästen, welche die Niederungen 
einnehmen, und den abgelebten Wäldern, welche die Höhen 
bedecken, erstrecken sich einförmige Steppen, Grasflächen, 
die nichts gemein haben mit unseren Wiesen; schlechte 
Kräuter überwachsen und ersticken hier die guten; da ist 
kein feiner Rasen, der gleichsam der Flaum der Erde zu 
sein scheint; es sind nicht diese Wiesen, deren Schmelz 
ihre glänzende Fruchtbarkeit ankündigt; es sind wilde 
Pflanzen, harte Kräuter, voll Dornen und Stacheln, fest 
in einander geschlungen, wie ein grobes Gewebe, wie eine 
struppige Decke, gleichsam unwillig von der Erde getragen, 
und nicht von ihr genährt wie emporwachsende Sprößlinge. 
Keine Straße, keine Verbindung, keine Spur des mensch¬ 
lichen Geistes findet sich in diesen Flächen; der Mensch 
ist genöthigt, der Spur der wilden Thiere zu folgen, 
wenn er sie durchwandern will, und ist gezwungen, un¬ 
aufhörlich zu wachen, um diesen nicht zum Raube zu 
werden; erschreckt von ihrem Geheul und ergriffen selbst 
von der Stille dieser tiefen Einöde, kehrt er eilend zurück 
und spricht: 
„Die wilde Natur ist wüst und grauenhaft, siechend 
und sterbend, wie beladen vom Fluche. Ich bin es, ich 
allein, der sie lieblich und lebendig machen soll. Laßt 
uns austrocknen diese Sümpfe, flüssig machen diese todten 
Gewässer und so sie beleben! Kanäle und Bäche wollen 
wir leiten aus ihnen. Laßt uns Gebrauch machen von 
dem verzehrenden Elemente, das wir selber uns schaffen; 
Feuer wollen wir legen an diese alten, schon halb ver¬ 
zehrten Wälder. Und dann laßt mit dem Eisen uns 
zerstören, was das Feuer nicht hat vertilgen können, so
	        

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