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Für die Unterstufe der Lehrerseminare (Band 2, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN1016598505
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15944668
Titel:
Lesebuch für deutsche Lehrerbildungsanstalten
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Kehr, Karl (06.04.1830-18.01.1885)
Kriebitzsch, Karl Theodor
Kriebitzsch, Paul (24.02.1856-07.01.1904)
Erscheinungsort:
Gotha
Verlag:
Thienemann
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1874
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN1025590805
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16837985
Titel:
Für die Unterstufe der Lehrerseminare
Signatur:
DEL-II 3(2,1876)-2
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Kehr, Karl (06.04.1830-18.01.1885)
Kriebitzsch, Karl Theodor
Kehr, H.
Kriebitzsch, Paul (24.02.1856-07.01.1904)
Bandzählung:
Band 2, [Schülerband]
Erscheinungsort:
Gotha
Verlag:
Thienemann
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1876
Ausgabenbezeichnung:
Zweite, verbesserte und aus d.en Quellen zusammengestellte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
I. Prosa
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
B. Beschreibende Prosa
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
2) Bilder aus der Erd- und Völkerkunde
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch für deutsche Lehrerbildungsanstalten
  • Für die Unterstufe der Lehrerseminare (Band 2, [Schülerband])
  • Einband
  • Titelseite
  • Übersicht des Inhalts
  • I. Prosa
  • A. Erzählende Prosa
  • B. Beschreibende Prosa
  • 1) Aus der Naturkunde
  • 2) Bilder aus der Erd- und Völkerkunde
  • C. Schilderungen, Abhandlungen und Reden
  • II. Poesie
  • Anhang
  • Einband

Volltext

290 — 
Erde und Himmel, allem in den Aquinoktialländern drückt sich der Stempel des 
Fremdartigen auf. 
Die niedrigen Luftregionen waren seit einigen Tagen mit Dunst erfüllt. Erst 
in der Nacht vom 4. zum 5. Juli, unter 16 Grad Breite, sahen wir das südliche 
Kreuz zum erstenmal deutlich; es war stark geneigt und erschien von Zeit zu Zei 
zwischen den Wolken, deren Mittelpunkt, wenn das Wetterleuchten dadurch hinzuckte, 
wie Silberlicht aufflammte. Wenn es einem Reisenden gestattet ist, von seinen 
sönlichen Empfindungen zu sprechen, so darf ich sagen, daß ich in dieser Nacht ei 
der Träume meiner frühesten Jugend in Erfüllung gehen sah. 
Unsere Freude beim Erscheinen des südlichen Kreuzes wurde lebhaft von den 
jenigen unter der Mannschaft getheilt, die in den Kolonien gelebt hatten. In del 
Meereseinsamkeit begrüßt man einen Stern wie einen Freund, von dem man la 
Zeit getrennt gewesen. Bei den Portugiesen und Spaniern steigert sich diese ge— 
müthliche Thellnahme noch durch besondere Gründe: religiöses Gefühl zieht sie zu 
einem Sternbild hin, dessen Gestalt an das Wahrzeichen des Glaubens mahnt, das 
ihre Väter in den Einöden der neuen Welt aufgepflanzt. 
Da die zwei großen Sterne, welche Spitze und Fuß des Kreuzes bezeichnen 
ungefähr dieselbe Rectascension haben, so muß das Sternbild, wenn es durch den 
Meridian geht, fast senkrecht stehen. Dieser Umstand ist allen Völkern jenseits des 
Wendekreises und in der südlichen Halbkugel bekannt. Man hat sich gemerkt, u 
welcher Zeit bei Nacht in den verschiedenen Jahreszeiten das südliche Kreuz aufrecht 
oder geneigt ist. Es ist eine Uhr, die sehr regelmäßig etwa vier Minuten im Tag 
vorgeht, und an keiner anderen Sterngruppe laͤßt sich die Zeit mit bloßem Auge se 
genãu beobachten. Wie oft haben wir unsere Fuͤhrer in den Savanen von Venezuel 
oder in der Wüste zwischen Lima und Truxillo sagen hören: „Mitternacht ist vol 
über, das Kreuz fängt an sich zu neigen!“ 
— — — 
— — ——— 
0. Schilderungen, Abhandlungen und Reden. 
(Stilgattungen.) 
110. Beschreibung eines Gemäldes, welches eine Scene aus Schillers 
„Taucher“ darstellt. 
Gude, Erläuterungen deutscher Dichtungen. Leipzig 1874. 83. Reihe, S. 211. 
Auf der linken Seite des Vordergrundes sieht man eine weit in das Meel 
ragende Klippe, auf der eine bunte Gruppe, aus Rittern und Frauen bestehend, ven 
sammelt ist. Die Hauptfigur bildet der König, mit einem Purpurmantel geschmüdk 
In seinem wie aus kaltem Marmor gemeißelten Gesichte liegt despotische Streng 
und Härte. Kein Zug von Weichheit oder Mitgefühl ist zu finden. Er läßt d 
Hand sinken, die eben den Becher zum zweitenmal in den klaffenden Meeresschlund 
geschleudert hat. Und gleichsam, als ob sich das Meer in seinem tiefsten Innen 
uͤber die frevelhafte Herausforderung des Königs empöre, tost und brandet und kod 
es bis zu dem fernen rer Die ergrimmten Wellen fahren mit Ungestüme 
die Höhe, um im nächsten Augenblick ihr weißes, gekräuseltes Haupt in die Tiefe 
stürzen. Sie scheinen die Klippe in ihrer Wuth verschlingen zu wollen. Zu diesen 
aufgeregten Elemente bildet die Menschengruppe auf der Klippe einen grellen Kon
	        

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Kehr, Karl et al. Für Die Unterstufe Der Lehrerseminare. Gotha: Thienemann, 1876. Print.
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