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Für die Unterstufe der Lehrerseminare (Band 2, [Schülerband])

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1005514038
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-15759845
Title:
Deutsches Lesebuch für Lyzeen und höhere Mädchenschulen
Editor:
Jantzen, Hermann (19.02.1874-XX.XX.1933)
Kippenberg, Johanna
Kippenberg, August (21.03.1830-28.07.1889)
Place of publication:
Hannover
Publisher:
Norddeutsche Verlagsanstalt O. Goedel
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1912
Edition title:
Ausgabe A
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN1028662262
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-17063913
Title:
[Sechster Teil, [Schülerband]]
Shelfmark:
DDG-II 2(38,15)-6
Editor:
Jantzen, Hermann (19.02.1874-XX.XX.1933)
Kippenberg, Johanna
Kippenberg, August (21.03.1830-28.07.1889)
Volume count:
Sechster Teil, [Schülerband]
Place of publication:
Hannover
Publisher:
Norddt. Verl.-Anst. Goedel
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1915
Edition title:
Ausgabe A, 38., unveränderte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Binder

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für deutsche Lehrerbildungsanstalten
  • Für die Unterstufe der Lehrerseminare (Band 2, [Schülerband])
  • Binder
  • Title page
  • Übersicht des Inhalts
  • I. Prosa
  • A. Erzählende Prosa
  • 1) Erzählungen
  • 2) Fabeln
  • 3) Fabeln, Allegorien und Paramythien
  • 4) Märchen
  • 5) Sagen und Legenden
  • 6) Bilder aus der Weltgeschichte und der Geschichte der Pädagogik
  • B. Beschreibende Prosa
  • C. Schilderungen, Abhandlungen und Reden
  • II. Poesie
  • Anhang
  • Binder

Full text

84 — 
belagerte nunmehr die Kreuzfahrer, und größere Noth entstand, als je zuvor. Da 
erxschienen jene zwei zum drittenmale dem Pilger, und der Apostel sprach: „Petrus, 
Petrus, du hast noch nicht verlündet, was dir vertraut worden!“ — BDieser aber sagte: 
„O Herr, erwähle einen Weiseren, einen Reicheren, einen Edleren; ich bin unwürdig 
solcher Gnade.“ — „Der“, antwortete der Heilige, „ist würdig, welchen der Herr 
erwählet; thu, was dir befohlen ward, damit die Krankheit von dir weiche!“ Ernst 
war des Apostels Blick, mild aber und wie von himmlischem Lichte umnflossen das 
Antlitz seines Begleites. Da faßte Petrus Muth und sprach: „Wer ist dein Be— 
gleiter der noch nimmer gesprochen hat, zu dem mich aber Liebe hinzieht und Sehn⸗ 
sucht, der mein Inneres löset von jedem Zweifel, der meine Seele füllt mit Ver— 
trauen und himmlischer Ruhe?“ Der Apostel antwortete: „Du magst ihm nahen 
und seine Füße küssen.“ Petrus trat hinzu und kniete nieder; da sah er blutige 
Male an den Füßen; er fiel auf sein Angesicht und rief: „Mein Herr und mein 
Gott!“ Es breitete Christus über ihn die Hände und verschwand. 
Der Pilger verkündete das Gesicht. Zwölf Männer gtuben vom Morgen bis 
zum Abend, da zeigte sich die Lanze. Durch ihre Wunderkraft gestärft, siegten die 
Christen über alle Feinde, und die Erzählung ist aufbewahrt worden, damit ein 
kindlich Gemüth sich an dem erbaue, was den Verständigen dieser Erde verborgen ist. 
49. Die heilige Elisabeth. 
Von L. Bechstein. 
Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringer Landes. Hildburghausen 1835. Thl. J. 
a. Elisabelhs Mantel. (S. 59.) 
Um Agnes, die schöne Schwägerin Elisabeths, freite ein Herzog von sterreich 
und hatte Hochzeit mit ihr auf der Wartburg. Der Landgraf stattete sie gar wohl 
aus und das Haus wimmelte von Gästen. Da nun alle in dem großen Speisesaal 
zutische gehen wollten, so ward Elisabeth vermißt, und mußten die Gäͤste uu 
lange harren. Außen im Mushaus vor der Treppe hatte sie einen dürftigen Mann 
gesehen, fast nackend, so daß sie sich verwunderte, wie dieser Arme in seiner Blöße 
in die Burg und bis zu dieser Stelle gekommen, und dieser bat flehentlich um 
Almosen; sie antwortete, sie hätte schon alles weggegeben, wolle ihm jedoch zu essen 
senden. Der Arme aber fuhr fort zu klagen, zeigte auf seine gebrechlichen und 
unbedeckten Glieder, bis sie von seinen Klagen so gerührt ward, daß sie ihm ihren 
seidenen Mantel zuwarf. Nun war es aber in jener Zeit Sitte, daß sich die Frauen 
und Jungfrauen in leichten Mänteln zutische setzten; wie sie daher endlich erschien, 
fragte sie der Landgraf: „Schwester, wo ist dein Mantel?“ Sie antwortete er 
schrocken und verwirrt: „Herr, in meiner Kammer.“ Da gebot er einer ihrer 
Jungfrauen zu gehen und den Mantel zu holen, und wie diese in die Kleiderkammer 
kam, fand sie den Mantel hängen, nahm und brachte ihn. Der Arme aber war 
hinweg und keiner hatte ihn gesehen. Elisabeth dankte Goti und zweifelte nicht, daß 
der Heiland selbst jener Arme gewesen, der ihr erschienen, wie einst dem frommen 
Kriegsmann St. ann um ihre Mildthätigkeit zu prüfen, und habe nun ein 
neues Wunder an ihr gethan. Alle Gäste, zumal der Herzog mit seiner Neuver— 
mählten, überließen sich großer Fröhlichkeit, und Ludwig freute sich seiner geliebten 
Elisabeth. Jener Mantel war himmelblau, hier und da bestreut mit kleinen goldenen 
Bildchen; er war so fein und kein, daß aus ihm ein Meßgewand gefertigt wurde, 
das lange nachher noch die Brüder im Barfüßerkloster am Fuße der Wartburg 
aufbewahrten und heilig hielten. 
2 
b. Elisabelhen-⸗Brunnen und Garken. (S. 68.) 
Den Brunnen der heiligen Elisabeth zeigt in Eisenach dem Wanderer jedes Kind 
Eine klare, reine, frische Quelle, sprudelt er am Fuß der Wartburg, selbst ein leben—
	        

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