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Lesebuch für Volksschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1033004782
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-19299796
Title:
Lesebuch für Volksschulen
Shelfmark:
DCH-II 121(4,1895)
Place of publication:
Greiz
Publisher:
Henning
Document type:
Monograph
Collection:
Readers,imperial Germany
Publication year:
1895
Edition title:
Vierte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
IV. Geschichtliches
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
[Lesestücke 61-74]
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für Volksschulen
  • binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Erbauliches und Beschauliches
  • [Leben mit Gott]
  • [Leben mit dem Nächsten]
  • [Leben mit der Natur]
  • [Lebensweisheit]
  • [Lebensziel]
  • II. Naturkundliches
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-77]
  • III. Geographisches
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-61]
  • IV. Geschichtliches
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-74]
  • Zugabe
  • binder

Full text

432 
V. Geschichtliches. 
das Weichen der Seinigen, als er die tapfersien Scharen zusammenraffte 
und den Angriff erwiderte. — Um Wachau und Liebertwolkwitz 
tobte ein furchtbarer Kampf. Sechs Angriffe der Verbündeten wurden 
nach und nach auf diesen Punkten zurückgeschlagen. Napoleon sammelte 
hinter Wachau seine Reserven zu einem großen Schlage gegen das 
Centrum und befahl sogleich einen erneuerten heftigen Angriff gegen die 
beiden Flügel der Verbündeten. Noch zur rechten Zeit bemerkle dies 
Schwarzenberg, und an dem Heldenmute der braven Kürassiere des 
Grafen Nostiz brach sich der drohende Sturm. Da sollte Mürat 
auf Napoleons Befehl eine schnelle Entscheidung herbeiführen. An der 
Spitze von 8000 Mann schweren Reitern stürmte er in rasendem 
Galoͤpp, daß die Erde unter den Hufen der Rosse erdröhnte, gegen die 
Vierecke der Infanterie der Verbündeten, durchbrach das Centrum, und 
die Schlacht schien verloren. Sogleich sandte Napoleon Siegesboten 
an den König von Sachsen, ließ mit allen Glocken die Stadt läuten 
und einen Dankgottesdienst veranstalten. 
Wauährend die Glocken die Siegesfeier einläuteten, hielt Schwarzen— 
berg neben den beiden Monarchen, Friedrich Wilhelm III. und 
Alexander, auf dem Hügel zu Gossa, und nur ein kleiner Raum 
trennte diese von Mürat mit seiner ansprengenden Reiterschar. 
Schwarzenberg bat die beiden Monarchen, sich rückwärts zu begeben, 
zog seinen Degen, stellte sich an die Spitze von 400 Leibgardekosacken 
uünd stürmte mit ihnen zur Schlachtlinie hinab. Da mußte mancher 
Franzose vor dem kräftigen Lanzenstoße der Kosacken den Sattel räumen, 
und mit Hilfe des neumärkischen Drägonerregiments, welches ein Ad— 
jutant mit dem Rufe: „Dragoner, rettet die Schlacht!“ herbeigeführt 
hatte, wurde des Feindes Reihe durchbrochen. Mürat sammelte seine 
wankenden Scharen zum zweiten furchtbaren Sturm. Unter dem ent— 
setzlichen Donner der Geschütze greifen sie an; doch diesmal vereiteln 
die Preußen den Angriff; sie werfen sich mit kühnem Löwenmute dem— 
selben entgegen, um Mürats stürmende Krieger zurückzutreiben. Die 
Gefahr wär vorüber; die Verbündeten konnten zum Angriffe schreiten, 
inden der König von Preußen und der Kaiser von Rußland ihre Garden 
vorgehen ließen. Die Vorteile, welche die Franzosen errungen hatten, 
wurden ihnen von neuem abgenommen, und als der frühe Herbstabend 
hereindunkelte und dem Kampse Einhalt gebot, hatten die beiden feind— 
lichen Heere fast dieselbe Stellung wieder eingenommen, die sie vor 
Beginn des Kampfes behaupteten. 
Nur Blücher hatte an diesem Tage bereits einen glorreichen 
Sieg errungen. Zwar mordeten die Kugeln furchtbar in den Reihen 
der todesmutigen Vaterlandsverteidiger; zwar waren diese dreimal aus 
dem Dorfe Möckern geworfen worden, das sie dreimal erobert hatten; 
aber sie rafften bei dem Gedanken an die Rettung des Vaterlandes 
alle ihre Kraft zusammen. Die Schwerter sausten; die Kolben krachten; 
die Batterie ward erobert und der Feind aus dem brennenden Dorfe 
vertrieben, dann aber mit Hilfe russischer Scharen dicht an die Mauern 
Leipzigs gedrängt.
	        

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Lesebuch Für Volksschulen. Greiz: Henning, 1895. Print.
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