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Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1035889013
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18611633
Title:
Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen
Shelfmark:
DCH-II 103(12,1899)
Place of publication:
Dortmund
Publisher:
Crüwell
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1899
Edition title:
Ausgabe für den Regierungsbezirk Aachen, Zwölfte Auflage, (mit der vorigen Auflage übereinstimmend) [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erste Abteilung
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
[Lesestücke 61-80]
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erste Abteilung
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-80]
  • [Lesestücke 81-100]
  • [Lesestücke 101-120]
  • [Lesestücke 121-140]
  • [Lesestücke 141-160]
  • [Lesestücke 161-177]
  • Zweite Abteilung
  • A. Heimatkunde
  • B. Aus der Weltkunde
  • Dritte Abteilung
  • Anhang
  • Verzeichnis der Gedichte
  • Binder

Full text

55 
und sagte: „Es geht in meinem Hause einmal nicht mit rechten 
Dingen zu. Wißt Ihr kein Mittel, dem Übel abzuhelfen?" 
Der Einsiedler, ein fröhlicher Greis, hieß sie ein wenig 
warten, brachte über ein Weilchen ein kleines, versiegeltes Kästchen 
und sprach: „Dieses Kästchen müßt Ihr ein Jahr lang dreimal 
des Tages und dreimal bei Nacht in Küche, Keller und Stallung 
und allen Winkeln des Hauses umhertragen, so wird es besser 
gehen. Bringt mir aber übers Jahr das Kästchen wieder zurück." 
Die gute Hausfrau setzte in das Kästlein ein großes Vertrauen 
und trug es fleißig umher. Als sie den nächsten Tag in den 
Keller ging, wollte eben ein Knecht einen Krug Bier heimlich 
herauftragen. Als sie noch spät bei Nacht in die Küche kam, hatten 
die Mägde sich einen Eierkuchen gebacken. Als sie die Stallung 
durchwanderte, standen die Kühe tief im Kot, und die Pferde 
hatten statt des Hafers nur Heu und waren nicht gestriegelt. So 
hatte sie alle Tage einen Fehler abzustellen. 
Als das Jahr um war, ging sie mit dem Kästchen zum Ein¬ 
siedler und sagte sehr vergnügt: „Alles geht nun besser. Lasset 
mir das Kästchen nur noch ein Jahr, es enthält ein gar treffliches 
Mittel." Da lachte der Einsiedler und sprach: „Das Kästchen 
kann ich Euch nicht lassen; das Mittel aber, das darinnen ist, 
sollt Ihr haben." Er öffnete das Kästchen, und sieh, es war 
nichts darin als ein weißes Papier, auf dem geschrieben stand: 
„Du mußt, soll's wohl im Hause stehn, 
Auf Sparsamkeit und Ordnung sehn." 
79. Sprichwörter. 
1. Fleiß bringt Brot. — 2. Fleißige Hand nährt Leute und 
Land. — 3. Müh' und Fleiß bricht alles Eis. — 4. Fleißiger Haus¬ 
vater macht hurtiges Gesinde. — 5. Gebrauchter Pflug blinkt, stehend 
Wasser stinkt. — 6. Ein schlafender Hund fängt keinen Hasen. — 
7. Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute. — 
8. Eile mit Weile. — 9. Nach und nach macht der Vogel sein Nest. 
— 10. Gut Ding will Weile haben. — 11. Rom ist nicht in einem 
Tage erbaut. — 12. Morgenstunde hat Gold im Munde. — 13. Wer 
den Kern essen will, muß die Nuß knacken. — 14. Müßiggang ist aller 
Laster Anfang. — 15. Wie das Gespinst, so der Gewinst. — 
16. Wie die Arbeit, so der Lohn. — 17. Handwerk hat einen goldenen 
Boden. — 18. Eigener Herd ist Goldes wert. — 19. Hunger ist der 
beste Koch. — 20. Ordnung ist die halbe Arbeit. — 21. Lerne was, 
so kannst du was. — 22. Jeder ist seines Glückes Schmied.' — 23. Lust 
und Liebe zu einem Ding macht alle Müh' und Arbeit gering. — 
24. Vesser spät als gar nicht.
	        

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Lesebuch Für Die Oberklassen Katholischer Volksschulen. Dortmund: Crüwell, 1899. Print.
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