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Vom ersten Auftreten der Germanen bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges (Teil 1)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1035889013
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18611633
Title:
Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen
Shelfmark:
DCH-II 103(12,1899)
Place of publication:
Dortmund
Publisher:
Crüwell
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1899
Edition title:
Ausgabe für den Regierungsbezirk Aachen, Zwölfte Auflage, (mit der vorigen Auflage übereinstimmend) [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erste Abteilung
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
[Lesestücke 61-80]
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lehrbuch der deutschen Geschichte
  • Vom ersten Auftreten der Germanen bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges (Teil 1)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Germanisches Altertum
  • II. Übergang vom Altertum zum Mittelalter. (Die Völkerwanderung)
  • III. Das Frankenreich
  • IV. Vom Vertrag zu Verdun bis zum Ende des Interregnums 843-1273
  • V. Von Rudolf von Habsburg bis zu Karl V. 1273-1519
  • VI. Von Karl V. bis zum Ausbruch des 30 jährigen Krieges 1519-1618
  • Anhang. Synchronistische Übersicht der wichtigsten Ereignisse aus der deutschen und bayrischen Geschichte
  • Binder

Full text

8 
I. Germanisches Altertum. 
Gerichtsbarkeit. 3. Tie Gerichtsbarkeit wurde entweder von der Volksversamm¬ 
lung oder von dem Gaugericht ausgeübt, je nachdem ein Verbrechen 
abzuurteilen war, unter dessen Folgen ein ganzer Stamm oder nur 
eine Person oder deren Sippe zu leiden hatte. Die gegen die Ge¬ 
samtheit gerichteten Verbrechen, wozu Landesverrat, Übergang zum 
Feinde, Feigheit im Krieg, Heiligtumschändung gehörten, wurden mit 
dem Tode bestraft. Alle anderen Rechtsverletzungen, selbst Totschlag, 
waren durch eine Buße tu Viehhäuptern oder durch Zahlung von 
Wergeld zu sühnen, von dem der Verletzte oder dessen Sippe einen 
Teil erhielt, während der andere an den Stamm abzuliefern war. 
(Wergeld von wer, Mann; lateinisch vir.) Freiheitsstrafen gab es 
für den freien Germanen nicht. 
Um Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu ermitteln, forderte 
E?d'undÄttes-man irr den meisten Fällen von irgend einer Partei den Eid, bei 
urteil. welchem man den Zorn der Götter für den Fall des falschen Schwurs 
auf sich herabrief. Der Eid konnte durch Eideshelfer aus der Sippe 
des Schwörenden verstärkt werden. Ein anderes Beweisverfahren 
war das Gottesurteil, das Ordal, das auf dem Wahne beruhte, 
daß in zweifelhaften Fällen die Götter durch unsichtbares Eingreifen 
der Unschuld zur Anerkennung und zum Siege verhelfen würden. Zu 
den Ordalieu rechnete man die Feuerprobe: Herausholen eines 
Gegenstandes aus einem Gefäß siedenden Wassers oder Schreiten über 
glühendes Eisen, wobei kein Brandmal entstehen durfte, die W a s s e r - 
probe, bei welcher der Untersinkende, und den Zweikampf, bei 
dem der Überwinder als der Unschuldige galt. 
Bemerkt sei noch, daß in allen Privatsachen, also wenn Ver¬ 
letzung des einzelnen vorlag, das öffentliche Gericht den Ausgleich 
nur daun vornahm, wenn es angerufen wurde. In den übrigen 
Fällen überließ es der Stamm, der Gau dem Geschädigten und seiner 
Sippe, sich Genugtuung zu verschaffen, sei es durch Fehde (Blutrache), 
sei es durch Übereinkommen über eine zu leistende Buße. 
Das Heerwesen. 
Mmpfe? 1- Drohte einem Stamm von außen Gefahr, so versammelte sich 
roet,e- der Heerbann, d. i. das Aufgebot, der waffenfähigen, freien Männer, 
an der Mahlstatt und begann von hier unter der Führung eines 
Königs oder eines Herzogs den Auszug gegen den Feind. Das Heer, 
dessen Stärke im Fußvolk lag, war nach Hundertschaften gegliedert, 
und innerhalb dieser bildeten die Mitglieder einer Sippe wieder die 
einzelnen Abteilungen. Die Aufstellung der Kämpfenden erfolgte in
	        

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Griebel, Heinrich. Vom Ersten Auftreten Der Germanen Bis Zum Beginn Des Dreißigjährigen Krieges. Erlangen [u.a.]: Deichert, 1904. Print.
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