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Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1035889013
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18611633
Title:
Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen
Shelfmark:
DCH-II 103(12,1899)
Place of publication:
Dortmund
Publisher:
Crüwell
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1899
Edition title:
Ausgabe für den Regierungsbezirk Aachen, Zwölfte Auflage, (mit der vorigen Auflage übereinstimmend) [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
Erste Abteilung
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
[Lesestücke 121-140]
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für die Oberklassen katholischer Volksschulen
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erste Abteilung
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-80]
  • [Lesestücke 81-100]
  • [Lesestücke 101-120]
  • [Lesestücke 121-140]
  • [Lesestücke 141-160]
  • [Lesestücke 161-177]
  • Zweite Abteilung
  • A. Heimatkunde
  • B. Aus der Weltkunde
  • Dritte Abteilung
  • Anhang
  • Verzeichnis der Gedichte
  • Binder

Full text

87 
L 
121. Mattet Rückwärts. 
(Glaubrecht.) 
Es war einmal ein Bauer, bei dem ging's von Jahr zu 
Jahr .mehr den Krebsgang. Sein Vieh sieh Stück für Stück, 
seine Äcker trugen nicht die Hälfte von dem ein, was sie tragen 
mußten, und die Ellbogen fingen bereits an, durch das Wams 
zu sehen, während der Gerichtsvollzieher fast wöchentlich zum 
Fenster hineinsah und höflich grüßend zu ihm sprach: „Es 
thut mir leid, Herr Rückwärts, Euch belästigen zu müssen, aber 
ich muß meine Schuldigkeit thun." Ihre Schuldigkeit mit Bitten 
und Raten und Helsen hatten auch bereits die Hausfreunde ge¬ 
than, aber einer nach dem andern war endlich mit der Erklä¬ 
rung daheim geblieben: „Dem Rückwärts ist nicht mehr zu 
helfen." Da war aber einer, der hatte das Herz auf dem rechten 
Fleck. Wie der mit dem Rückwärts einmal hinter dem Glase 
saß, brachte er wie durch Zufall die Rede auf die Spatzen und 
erzählte von diesem lustigen Völkchen dies oder das, wie gar 
erstaunlich sie sich mehrten, wie sie schlau und gefräßig wären, 
und der Rückwärts nickte dazu und meinte, seine Weizenäcker 
trügen seit lange nicht mehr so gut, zweifelsohne wären die 
gefräßigen Spatzen immer daran schuld. Der Hausfreund ließ 
es dahingestellt und fuhr fort: „Aber Nachbar, habt Ihr denn 
schon einen weißen Spatz gesehen?" 
„Nein", gab der Rückwärts zur Antwort, „die hier herum¬ 
fliegen, sind alle grau." 
„Glaub's wohl", sagte darauf der Nachbar, „mit dem weißen 
Spatzen hat es sein eigen Bewenden. Alle Jahre kommt nur 
einer zur Welt, und weil er gar absonderlich ist, so beißen ihn 
die anderen, und er muß sein Futter suchen am frühen Morgen 
und dann wieder zum Neste gehen." 
„Das wäre!" sagte der Rückwärts, „den muß ich sehen, 
und gelingt's, da fang' ich ihn auch." 
Am nächsten Morgen in aller Frühe war der Bauer ans 
den Beinen und ging um seinen Hof herum, auch ein Stücklein 
ins Feld hinein, ob der weiße Spatz nicht bald vom Neste käme. 
Aber der wollte nicht kommen, und das verdroß den Bauer, aber 
noch mehr, daß auch sein Gesinde nicht aus dem Neste wollte, 
und doch stand die Sonne schon hoch. Dazu schrie das Vieh in 
den Ställen, und es war niemand da, der ihm Futter gab. 
Unterdes sieht er einen Knecht über den Hof schleichen, der 
einen Sack auf der Schulter trägt und schnell zum Hosthore 
hinaus will. Dem eilt er nach und nimmt ihm die Last ab; 
denn in die Mühle sollte sie nicht, sondern ins Wirtshaus, wo 
der Knecht stark auf der Kreide stand.
	        

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Lesebuch Für Die Oberklassen Katholischer Volksschulen. Dortmund: Crüwell, 1899. Print.
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