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Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1046132350
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18184572
Title:
Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
DDH-II 26(6,1894)
Place of publication:
Straßburg
Publisher:
Straßburger Dr. und Verl.-Anst.
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1894
Edition title:
Sechste Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
I. Teil
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
II. (Heimat und Fremde)
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Teil
  • I. (Der Tageslauf)
  • II. (Heimat und Fremde)
  • III. (Die Woche und ihre Arbeit)
  • IV. (Sonntag und Festtag)
  • V. (Haus und Familie)
  • VI. (Die Jahreszeiten)
  • II. Teil: Geschichte
  • [Lesestück 1 - 20]
  • [Lesestück 21 - 37]
  • III. Teil: Geographie
  • I. Elsaß - Lothringer
  • II. Allgemeine Geographie
  • IV. Teil: Naturkunde
  • A. Naturgeschichte
  • B. Naturlehre
  • Binder

Full text

— 
Knechte, den Schimmel wegzujagen. Der nahm einen Stock, weil das 
Pferd nicht weichen wollte, und trieb es aus dem Stalle. Da blieb 
es sieben Stunden am Thore stehen mit niedergebeugtem Kopfe und 
spitzte seine Ohren, wenn etwas im Hause sich regte. Die Nacht schlief 
es daselbst auf den harten Steinen, während es kalt war und schneite. 
Endlich trieb der Hunger das Tier wegzugehen; aber weil es blind 
war, stieß es überall an. Mit seiner Nase roch es links und rechts, 
ob nicht ein Hälmchen Stroh da läge; doch es fand nur wenig. 
Es war aber in selbiger Stadt ein Glockenhaus, das stand Tag 
und Nacht offen. Man hatte es gebaut, um Unrecht zu verhindern. 
Denn wenn jemand meinte, es geschehe ihm Unrecht von einem andern, 
so ging er ins Glockenhaus, faßte an den Glockenstrick und läutete; 
sogleich kamen die Richter der Stadt zusammen und richteten. Zufällig 
tappte auch der Schimmel in dies Glockenhaus hinein; und da er 
alles mit feinen Lippen berührte und aus Hunger mit den Zähnen 
alles benagte, so fand er auch den Strick, faßte ihn mit den Zähnen 
und fing an zu läuten. Sogleich kamen die Richter und sahen den 
Schimmel als Kläger. Da sie wohl wußten, wie große Dienste der 
Schimmel seinem Herrn geleistet hatte, so ging ihnen die Sache zu 
Herzen. Sie ließen den Kaufmann sogleich herbeirufen, der sich nicht 
wenig wunderte, als er an der Klageglocke seinen Schimmel sah. Er 
wollte seine Hartherzigkeit rechtfertigen; allein die Richter sprachen 
mit strengem Ernste: „Der Gerechte erbarmet sich auch seines Viehes, 
aber der Gottlosen Herz ist unbarmherzig.“ Und sie verurteilten den 
Kaufmann, den Schimmel zu pflegen bis an sein Ende; es ward auch 
ein Mann gesetzt, der bisweilen nachsah, ob der Schimmel keine Not 
litte. An dem Glockenhause bildete man aber zum Andenken die ganze 
Geschichte in Stein ab. 
2. Die Kinder im Walde. 
Gar wohlgemut und guter Ding' Zum Bruder springt die Schwester drauf, 
zu Wald ein Knab' und Mädchen ging. ißt dort die schonsten Beeren auf, 
Der Tag war draußen heiß und schwül, und mit ihr muß der Bruder gehn, 
der Wald hingegen frisch und kühl. wo ihrer noch viel schönre stehn. 
Hier liefen sie die Kreuz und Quer So stopfen sie die Beerelein 
und pflückten Erd-⸗ und Heidelbeer'. fortan mit vollen Händen ein, 
Bald rief der Bruder: „Schwester hier! bis jedes zu dem andern spricht: 
Die schönsten Beeren stehn bei mir.“ „s ist nun genug, mehr kann ich nicht!“ — 
Vald sprach die Schwester: ,Bruder, nein! und bis der kleine Bauch so schwer, 
Hier werden noch viel schönre sein.“ daß fast ein Reif drum nötig wär'.
	        

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Lesebuch Für Die Oberklassen Evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen. Straßburg: Straßburger Dr. und Verl.-Anst., 1894. Print.
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