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Bilder aus dem sächsischen Berglande, der Oberlausitz und den Ebenen an der Elbe, Elster und Saale (Bd. 7)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1046132350
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18184572
Title:
Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
DDH-II 26(6,1894)
Place of publication:
Straßburg
Publisher:
Straßburger Dr. und Verl.-Anst.
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1894
Edition title:
Sechste Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
IV. Teil: Naturkunde
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
B. Naturlehre
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Unser deutsches Land und Volk
  • Bilder aus dem sächsischen Berglande, der Oberlausitz und den Ebenen an der Elbe, Elster und Saale (Bd. 7)
  • Binder
  • Prepage
  • Title page
  • Frontispiece
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Das Erzgebirge und das sächsische Bergland
  • Der Kamm des Gebirges und das Hügelland der Elster und Mulde
  • Die Bergwerke des Erzgebirges
  • Fabrikstädte im sächsischen Vogtlande und Erzgebirge
  • Andre Industriezweige im Erzgebirge
  • Die Sächsische Schweiz
  • Die Sächsische Hauptstadt
  • Die Umgebungen von Dresden
  • Die Oberlausitz
  • Schlachtfelder in den sächsischen Vorbergen
  • Die Geburtsstätten deutscher Dichter und Denker in Obersachsen
  • Die Elb-, Elster- und Saalegegenden
  • Binder

Full text

386 Die Geburtsstätten deutscher Dichter und Denker in Obcrsachsen. 
Großvater desjenigen, der in seinem „Nathan" das Evangelium der religiösen 
Duldung verkündigte, seine Doktordissertation „De religionum tolerantia" be¬ 
titelte und darin nicht etwa als Jurist von der Duldung der drei Hauptreligiouen 
im Heiligen römischen Reiche deutscher Nation, der katholischen, reformierten 
und lutherischen, in rechtsgelehrten Deduktionen sprach, sondern die allgemeine 
Duldung aller Religionen verfocht. 
Lessings Vater, 1693 geboren, hatte seine theologischen Studien auf der 
Universität Wittenberg gemacht. Seinem Plane, Universitätslehrer zu werden, 
entsagte er jedoch bald, als er 1718 zu einem geistlichen Amte in seine Vaterstadt 
berufen wurde, wo er erst die Stelle eines Predigers und Katecheten bekleidete, 
in der Folge aber zum Diakonus und endlich zum Pastor Primarius oder 
Hauptprediger aufrückte. Dasselbe wissenschaftliche Streben, das ihn aus der 
Hochschule neben den Brotstudien zu den orientalischen und modernen Sprachen 
geführt und in ihm den Wunsch gezeitigt hatte, die akademische Laufbahu zu 
betreten, bannte ihn auch sein ganzes Leben lang zu jeder Zeit, die ihm sein 
Amt übrig ließ, in die Stndierstube. Er verfolgte mit Eifer alle Erscheinungen 
auf dem Gebiete der Theologie und war darin auch schriftstellerisch thätig. Er 
zeigte sich als streng orthodoxer Lutheraner, aber durchaus nicht als Zelot- 
denn unduldsamer Eifer lag seinem Charakter fern, sein ganzes Leben war viel- 
mehr ein praktisches Christentum. Er war unermüdlich für seinen Beruf und 
für seine Familie thätig und bewahrte sich stets eiu heiteres und zufriedenes 
Gemüt und trotz seiner Neigung zu aufbrausendem Wesen Gelassenheit und 
Standhaftigkeit in den Mühseligkeiten des Lebens. Und er brauchte diese Eigen- 
schasten notwendig; denn bei seiner großen Kinderschar, zehn Söhnen und zwei 
Töchtern, klopfte die Not manchmal an seine Thür. Sein stoischer Sinn hals 
ihm über alles hinweg, ebenso sein energischer Charakter, der ihn zugleich aufs 
eifrigste für das eintreten ließ, was er als recht erkannt hatte. 
In dieser Familie, einer rechten und richtigen deutschen Pastorsfamilie,, 
war unser Gotthold Ephraim Lessing das zweite Kind. Mit dem Sprechen 
lernte er zugleich auch das Beten, und im vierten und fünften Jahre wußte er 
schon, was, warum und wie er glauben sollte. Die religiösen Lieder, die bei den 
täglichen Morgen- uud Abendandachten gesungen wurden, prägten sich seinem 
kindlichen Gedächtnisse leicht ein. Gleich dem nimmer rastenden Vater von 
einem Haufen Büchern umgeben zu sein, war seine größte Lnst, und selbst zum 
Zeitvertreib blätterte er in ihnen, wenn er auch nicht immer darin las. Als- 
ihn in seinem fünften Jahre ein Maler mit einem Bauer malen wollte, in 
welchem ein Vogel saß. erregte dies seine höchste kindliche Entrüstung. „Mit 
einem großen, großen Haufen Bücher", sagte der lebhafte Knabe mit den weiten, 
hellen, dunkelblauen Augen, der freien Stirn uud dem vollen, hellbraunen Haar, 
„müssen Sie mich malen, oder ich mag lieber gar nicht gemalt sein!" Derselbe 
Maler unterrichtete ihn später im Zeichnen und erweckte so zuerst das Ver¬ 
ständnis für die bildende Kunst in ihm. 
Den ersten Unterricht erhielt er im Hause von einem Privatlehrer, später 
besuchte er die Stadtschule. Mit jedem Jahre wuchs seine Lernlust; er lernte 
alles, was ihm vorkam. Er sollte daher die gelehrte Laufbahn einschlagen, 
uud die Eltern beschlossen, ihn auf die Fürstenschule zu Meißen zu bringen, 
eine von den drei Schulen, die einst von Kurfürst Moritz aus dem Vermögen
	        

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Citation recommendation

Vogel, Hermann, Gustav Adolph von Klöden, and Heinrich Gebauer. Bilder Aus Dem Sächsischen Berglande, Der Oberlausitz Und Den Ebenen an Der Elbe, Elster Und Saale. Leipzig: Spamer, 1883. Print.
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