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Lesebuch für Fortbildungsschulen

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1046132350
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18184572
Title:
Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen
Shelfmark:
DDH-II 26(6,1894)
Place of publication:
Straßburg
Publisher:
Straßburger Dr. und Verl.-Anst.
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1894
Edition title:
Sechste Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
I. Teil
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
IV. (Sonntag und Festtag)
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für Fortbildungsschulen
  • Binder
  • Title page
  • Verordnung
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Aus der Hauswirtschaftskunde
  • II. Aus der Landwirtschaftskunde
  • III. Aus der Gewerbekunde
  • IV. Aus der Bürgerkunde
  • Anlage I. Wirtschaftsbuch der Hausfrau
  • Anlage II. Wirtschaftsbuch des Landwirts
  • Anlage III. Inventar eines Landwirts
  • Anlage IV. Grundbuch eines Handwerkers
  • Anlage V. Hauptbuch eines Handwerkers
  • Anlage VI. Inventarienbuch eines Handwerkers
  • Anlage VII. Bespiele von Geschäftsbriefen des Handwerkers
  • Binder

Full text

— 211 — 
dienen tannin- (gerbsäure-) haltige Pflanzenstoffe, in erster Reihe junge 
Eichenrinde, die als bestes Gerbmittel geschätzt wird; dann Fichten-, 
Weiden-, Birken-, Hemlockrinde u. s. w.; ferner Quebrachoholz, Sumach- 
blätter, Galläpfel und Knoppern. Gemahlene Gerbcrrinde wird Lohe ge¬ 
nannt. Starke Häute werden in gemauerten Gruben schichtenweise mit Lohe 
bedeckt, die Gruben mit Wasser gefüllt und fest verschlossen. Nach 8—10 
Wochen packt man die Häute in eine zweite Grube mit frischer Lohe, 
wo sie 3—4 Monate bleiben, dann je nach der Stärke der Haut in 
weitere 3—5 Gruben, bis die Haut sich völlig in Leder umgewandelt 
hat oder „gar" geworden ist. Leichtere Häute und Felle werden in 
gleicher Weise mit Loh- oder Lohextraktbrühen, Farben genannt, versetzt. 
Sohlleder braucht wenigstens 2 Jahre, Zeugleder P/2 Jahre, noch 
leichteres Leder erheblich weniger Zeit, bis es beim Schnitte keine horn¬ 
artige oder fleischige Stelle mehr zeigt, also „durch" oder „gar" ist. 
Da Zeit Geld ist, wird der Gerbprozeß möglichst abzukürzen gesucht. 
Der Lohbrühe werden zu diesem Zwecke chemische Stoffe, namentlich 
Säuren, ferner Soda, Borax, Ammoniaksalze u. s. w., zugesetzt; auch 
die „Schwitze" wird durch Säuren abgekürzt. Man nennt dies Schnell¬ 
gerberei. So hergestelltes Leder ist erheblich billiger, aber auch viel 
weniger haltbar. Reell gegerbtes Leder zeigt eine helle Schnittfläche, 
sattverwachsene Faser und zarten Schnitt; das andere ist loser, schwam¬ 
miger, gröber. Allerdings sucht man diese Mängel immer mehr abzu¬ 
stellen und schon heute fällt die Unterscheidung des reellen und des schnell 
gegerbten Leders dem Fachmanne zuweilen schwer. 
Fast ausschließlich mit Lohgerbung stellt man her: Sohlleder, 
Schuhoberleder aller Art, Kalb- und Rindsleder, Zeug- und Zaumleder, 
die besseren Sattlerleder, wie Schweins-, Verdeck- und Treibriemenleder, 
dann Leder für Polstermöbel, Buchbinderarbeiten u. s. w., Saffiane. 
In der Weißgerberei verwendet man Alaun und Kochsalz an¬ 
statt der Pflanzenstoffe. Der Gerbprozeß dauert höchstens 3 Wochen. 
Das „weißgare" Leder ist aber weniger widerstandsfähig als das „loh¬ 
gare"; der Gerbstoff ist nicht so fest gebunden und läßt sich mit Wasser 
ausziehen, worauf das Leder wieder in Haut verwandelt wird. Die 
schwerste Ochsenhaut bis zum leichtesten Schaffell kann nach dieser Gerb¬ 
art behandelt werden. Die meiste Verwendung findet sie für Glaceleder 
(Ziegen) zu Handschuhen und für Kid- und Chcvreauxleder (Kalb und 
Ziegen) zu Schuhoberleder. Durch Beimengung von Mehl, Eidotter 
u. s. w. zur Alaunlösung wird das Leder zart und geschmeidig. 
Die Mineralgerberei schließt sich der Weißgerberei unmittelbar 
an. Die „Blöße" wird 2—4 Tage in eine kalte Lösung von schwefel¬ 
saurem Eisenoxyd gehängt und hierauf im Walkfaß mit aufgelöstem Fett 
behandelt. Bei dieser Behandlung ist das Leder in 14 Tagen fertig.
	        

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Lesebuch Für Fortbildungsschulen. Lahr: Geiger, 1915. Print.
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