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Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1046132350
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18184572
Titel:
Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen
Signatur:
DDH-II 26(6,1894)
Erscheinungsort:
Straßburg
Verlag:
Straßburger Dr. und Verl.-Anst.
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1894
Ausgabenbezeichnung:
Sechste Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
I. Teil
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
IV. (Sonntag und Festtag)
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch für die Oberklassen evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Teil
  • I. (Der Tageslauf)
  • II. (Heimat und Fremde)
  • III. (Die Woche und ihre Arbeit)
  • IV. (Sonntag und Festtag)
  • V. (Haus und Familie)
  • VI. (Die Jahreszeiten)
  • II. Teil: Geschichte
  • [Lesestück 1 - 20]
  • [Lesestück 21 - 37]
  • III. Teil: Geographie
  • I. Elsaß - Lothringer
  • II. Allgemeine Geographie
  • IV. Teil: Naturkunde
  • A. Naturgeschichte
  • B. Naturlehre
  • Einband

Volltext

— 75 — 
Die Anstalt mehrte sich fort und fort; im Jahre 1821 zählte 
sie an dreihundert Kinder. Als nun das Haus zu voll war, schaffte 
Johannes Falk Rat. Für 5000 Thaler kaufte er den Lutherhof, und 
das ganze Nest mit den dreihundert Küchlein wurde in den alters— 
grauen Mauern desselben geborgen. Da nun aber der Lutherhof gar 
sehr wüst und leer war, Maurer und Zimmerleute aber nicht konnten 
gedungen werden, so mußten die Jungen selber sehen, wie sie ihn 
neu machten. Und das thaten sie denn auch mit großer Lust und 
Freudigkeit. Wie zum Schlusse alles fertig dastand, fest und sauber, 
wie aus dem Ei geschält, — das war eine Freude! Denn da war kein 
Ziegel auf dem Dach, den nicht die Knaben gelegt, und kein Stuhl 
oder Tisch, den nicht die Knaben bereitet, und kein Schloß an der 
Thür, das nicht die Knaben gefügt hätten, — die armen, aus Sünden 
geretteten Knaben. 
Die stillen Mauern des Lutherhofes in Weimar sind die Geburts— 
stätte für viel reiches Leben geworden. Die Kunde von diesem dienen— 
den und rettenden Glauben wurde wie vom Winde in die Nähe und 
Ferne getragen. In Deutschland wurden an vielen Orten Anstalten 
gegründet, welche sich der verlassenen und verlornen Jugend an— 
nahmen. 
Johannes Falk ist am 14. Februar 1826 in einem Alter von 
sechsundfünfzig Jahren sanft und selig entschlafen. 
20. Der Liebe Dauer. 
1. O lieb, solang du lieben kannst! 5. O lieb, solang du lieben kannst! 
O lieb, solang du lieben magst! O lieb, solang du lieben magst! 
Die Stunde kommt, die Stunde kommt, Die Stunde kommt, die Stunde kommt, 
wo du an Gräbern stehst und klagst! wo du an Gräbern stehst und klagst! 
2. Und sorge, daß dein Herze glüht 6. Dann kniest du nieder an der Gruft 
und Liebe hegt und Liebe trägt, und birgst die Augen trüb und naß, 
solang ihm noch ein ander Herz sie sehn den andern nimmermehr, — 
in Liebe warm entgegenschlägt. ins lange feuchte Kirchhofgras; 
3. Und wer dir seine Brust erschließt, 7. und sprichst: „O schau auf mich herab, 
o thu ihm, was du kannst, zu lieb, der hier an deinem Grabe weint! 
und mach ihm jede Stunde froh, Vergieb, daß ich gekränkt dich hab'! 
und mach ihm keine Stunde trüb! O Gott, es war nicht bös gemeint.“ 
1. Und hüte deine Zunge wohl! 8 Er aber sieht und hoͤrt dich nicht, 
Bald ist ein böses Wort gesagt; kommt nicht, daß du ihn froh umfängst; 
o Gottl es war nicht bös gemeint, der Mund, der oft dich küßte, spricht 
der andre aber geht und klagt. nie wieder: „Ich vergab dir längst!“
	        

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Zitierempfehlung

Lesebuch Für Die Oberklassen Evangelischer Elementarschulen in Elsaß-Lothringen. Straßburg: Straßburger Dr. und Verl.-Anst., 1894. Print.
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