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Lesebuch für die Mittelstufe (Teil 4, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN1043580336
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18103807
Titel:
Ferdinand Hirts deutsches Lesebuch
Erscheinungsort:
Breslau
Verlag:
Hirt
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1904
Ausgabenbezeichnung:
Ausgabe G, für katholische Schulen mit einfachen Schulverhältnissen, kleinere Ausgabe d. früheren Lekeschen Lesebuches, vollständig in 7 Teilen
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN1047376172
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18266287
Titel:
Lesebuch für die Mittelstufe
Signatur:
DDH-II 15(5,07)-4
Bandzählung:
Teil 4, [Schülerband]
Erscheinungsort:
Breslau
Verlag:
Hirt
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1907
Ausgabenbezeichnung:
Ausgabe G, für katholische Schulen mit einfachen Schulverhältnissen, kleinere Ausgabe des früheren Lekeschen Lesebuches, vollständig in 7 Teilen, 5. (Stereotyp-) Auflage, in der neuen deutschen Rechtschreibung [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
G. Ordnung erhält die Welt
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Ferdinand Hirts deutsches Lesebuch
  • Lesebuch für die Mittelstufe (Teil 4, [Schülerband])
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Inhaltsübersicht
  • A. Deutscher Lebensspiegel
  • B. Aus dem Leben der Kirche und ihrer Heiligen
  • C. Aus der Geschichte des deutschen Volkes
  • D. Heimat und Fremde
  • E. Aus Natur- und Menschenleben
  • F. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
  • G. Ordnung erhält die Welt
  • Alphabetisches Verzeichnis der Gedichte
  • Einband

Volltext

Das Gleichnis von den Gliedern des Leibes. 83 
gemeinde bilden, in welcher ein Glied dem andern für seine Treue zu 
danken hat, daß also die Menschen zusammengehören wie eine große 
Familie, in der sich alle als Brüder und Schwestern betrachten? Es 
ist daher widersinnig, wenn ein Beruf den andern verachtet und allein 
sich selbst als notwendig und nützlich betrachtet. Oskar Pache. 
279. Das Gleichnis von den Gliedern des Leibes. 
Vorzeiten lehnten die Bürger zu Rom sich wider den Rat 
auf und erregten einen groben Aufruhr. „Es ist doch unrecht,“ 
sagten sie, „daß wir es uns müssen in unsrer Arbeit so sauer 
werden lassen; und was wir mit unsern Händen verdienen, 
mũssen wir dem Rate geben; dieser handelt damit nach seinem 
Belieben!“ Sie zogen deshalb zur Stadt hinaus auf einen Berg 
und entschlossen sièh, dem Rate nichts mehr zu geben, auch für 
denselben nicht mehr zu arbeiten. Da ging ein vornehmer, ver- 
ständiger Mann zu ihnen hinaus und erzählte ihnen folgendes 
Gleichnis: 
„Die Glieder des menschlichen Körpers waren einmal un— 
willis geworden und hatten sich wider den NMagen aufgelehnt. 
Sie meinten, sie mübten immer arbeiten und das Ihre tun: die 
Fũße mũbten laufen, die Augen umhersehen, die Hànde geschaftig 
sein, die Zahne kauen u. s. w., und alles das käme dem Magen 
zu gute, der dürfe nichts tun als nur annehmen und verzehren, 
was sie ihmm vorarbeiteten. Deswegen wurden die Glieder eins, 
es sollte keins von ihnen mehr etwas tun, damit der Magen 
einmal sehe und spüre, daß es an ihm allein nieht gelegen 
sei. Als sie nun dieses etliche Tage ins Werk gesetzt hatten, 
waren die Fübe schwach, die Augen trübe, die Hände matt 
und der ganze Leib kraftlos geworden, weil der Magen keine 
Speise mehr bereiten und den Gliedern mitteilen konnte. Da 
mubten sie nun ihre Unbesonnenheit erkennen und gestehen, dab 
ein jedes Glied schuldig sei, dem Magen und sieh selbst zum 
besten das Seine zu verrichten, wollten sie nicht bald sich selbst 
zu Grunde richten. Denn es sei niecht an dem, daß nur die 
Glieder dem Magen dienen, sondern es dient auch der Magen 
hinwiederum den Gliedern.“ 
Mit diesem Gleichnis brachte der Erzähler die römischen 
Bũrger auf andre Gedanken, so daß sie wieder heimkehrten und 
dem Rate dienten und gehorchten. Rarl Heinr. Caspari. 
*
	        

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