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Lesebuch für die Mittelstufe (Teil 4, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN1043580336
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18103807
Titel:
Ferdinand Hirts deutsches Lesebuch
Erscheinungsort:
Breslau
Verlag:
Ferdinand Hirt, Königliche Universtitäts- und Verlags-Buchhandlung
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1903
Ausgabenbezeichnung:
Ausgabe G, für katholische Schulen mit einfacheren Schulverhältnissen, vollständig in 4 Teilen, kleinere Ausgabe des früheren Lepkeschen Lesebuches
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN1047376172
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18266287
Titel:
Lesebuch für die Mittelstufe
Signatur:
DDH-II 15(5,07)-4
Bandzählung:
Teil 4, [Schülerband]
Erscheinungsort:
Breslau
Verlag:
Hirt
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1907
Ausgabenbezeichnung:
Ausgabe G, für katholische Schulen mit einfachen Schulverhältnissen, kleinere Ausgabe des früheren Lekeschen Lesebuches, vollständig in 7 Teilen, 5. (Stereotyp-) Auflage, in der neuen deutschen Rechtschreibung [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
B. Aus dem Leben der Kirche und ihrer Heiligen
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Ferdinand Hirts deutsches Lesebuch
  • Lesebuch für die Mittelstufe (Teil 4, [Schülerband])
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Inhaltsübersicht
  • A. Deutscher Lebensspiegel
  • B. Aus dem Leben der Kirche und ihrer Heiligen
  • C. Aus der Geschichte des deutschen Volkes
  • D. Heimat und Fremde
  • E. Aus Natur- und Menschenleben
  • F. Die Himmel erzählen die Ehre Gottes
  • G. Ordnung erhält die Welt
  • Alphabetisches Verzeichnis der Gedichte
  • Einband

Volltext

B. Aus dem Leben der Kirche und 
ihrer Heiligen. 
88. Die Zerstörung Jernsalems. 
Einst hatte Jesus, unser göttlicher Heiland, über die Verstocktheit der 
Juden und über das daraus hervorgehende große Elend geweint und nach 
seiner Allwissenheit schwere Strafgerichte verkündigt, die über Jerusalem und 
seine Bewohner kommen würden. Sie traten ungefähr vierzig Jahre nach 
seinem Tode ein und erfüllten sich ganz so, wie sie vorausgesagt waren; auf 
eine schreckliche Weise mußten Jerusalems Bewohner dafür büßen, daß sie der 
warnenden Stimme ihres Messias kein Gehör gegeben, ja ihn sogar ge— 
kreuzigt hatten. Sie erregten nämlich unter dem Kaiser Nero, im 
Jahre 66 nach Christi Geburt, verführt von Betrügern, die sich für göttliche 
Gefandte ausgaben, einen allgemeinen Aufstand gegen die Römer, brachten 
dem römischen Feldherrn eine Niederlage bei und suchten, stets nach dem 
Sinnlichen irachtend, irdische Freiheit zu erlangen, deren sie sich längst unwert 
gemacht hatten. Überall wohnten in Palästina Juden und Heiden unter— 
mischt beieinander; darum stand eigentlich, wie es in der Heiligen Schrift 
geweissagt ist, Volk gegen Volk auf, und in allen Städten gab es furchtbare 
Niedermetzelungen, entweder der Heiden durch die Juden, oder der Juden 
durch die Heiden. Mit Hartnäckigkeit und Verzweiflung kämpften die Juden 
gegen die römischen Heere, bis endlich Titus mit seinen siegreichen Scharen 
bor Jerusalem rückte und gerade zur Zeit des Osterfestes die Stadt einschloß, 
wo bei der Überfüllung mit Menschen gar bald die Pest ausbrach und eine 
entsetzliche Hungersnot entstand. 
Lange wehrten sich bei allem innern Elend und Zerwürfnis die Juden; von 
der ersten Mauer vertrieben, verteidigten sie sich erbittert auf der zweiten und 
dritten, alle Aufforderungen zur Übergabe wiesen sie mit Stolz und Unwillen 
ab. Als sie die Stadt gegen die römische Übermacht nicht mehr behaupten 
konnten, zogen sie sich in die stark befestigte Burg Antonia zurück; hier hielten 
sie sich fast noch einen ganzen Monat, bis die Burgmauern von den 
Feinden untergraben und durch Wurfgeschütz zerstört waren. Aber auch 
nun ergaben sie sich nicht; noch verteidigten sie mit verzweifeltem Mute 
den Tempel. Da nahm ein römischer Soldat, aufgebracht über den Tod so 
vieler seiner Mitkämpfer, einen Feuerbrand, erstieg die Mauer und warf den 
F. Hirts Deutsches Lesebuch. Ausg. S. IV. 
7
	        

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