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Deutsches Lesebuch mit Bildern für einfache Schulverhältnisse

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1048601242
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18337433
Titel:
Deutsches Lesebuch mit Bildern für einfache Schulverhältnisse
Signatur:
DCH-II 75(22,1895)
Erscheinungsort:
Bielefeld
Verlag:
Velhagen & Klasing
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
Ausgabe C in einem Bande (Kinderfreund), Zweiundzwanzigste Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
[Lesestück 161 - 200]
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch mit Bildern für einfache Schulverhältnisse
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhatsverzeichnis
  • [Lesestück 1 - 40]
  • [Lesestück 41 - 80]
  • [Lesestück 81 - 120]
  • [Lesestück 121 - 160]
  • [Lesestück 161 - 200]
  • [Lesestück 201 - 240]
  • [Lesestück 241 - 280]
  • [Lesestück 281 - 320]
  • [Lesestück 321 - 381]
  • Anhang I
  • Anhang II
  • Einband

Volltext

— 163 
Kaiser nach. Hierauf hielt namens der Evangelischen Dr. Brück zuerst noch 
eine kurze Rede. Als diese geendigt, las Dr. Bayer die deutsche Konfession 
vor und zwar mit so lauter und vernehmlicher Stimme, daß man ihn selbst 
im Schloßhof, wo die aus der Kapelle Verwiesenen und sonst eine zahlreiche 
Menge versammelt war, deutlich verstehen konnte. Die Vorlesung dauerte 
zwei Stunden, doch wurde mit Stille, Ernst und Aufmerksamkeit zugehört. 
Nach beendigter Vorlesung ließ der Kaiser antworten, daß er alles gnädiglich 
vernommen habe, es mit Fleiß erwägen und seinen Entschluß den Evangelischen 
mitteilen wolle. Diese aber statteten dem Kaiser und den übrigen Zuhörern 
eine Danksagung für gnädiges Gehör ab. Darauf wollte Dr. Brück die deutsche 
Konfession samt der lateinischen dem kaiserlichen Sekretär Alexander Schmeist 
übergeben, um sie dem Kurfürsten von Mainz als Reichskanzler zuzustellen; 
aber der Kaiser streckte selbst die Hand danach aus und gab die deutsche dem 
genannten Kurfürsten, die lateinische aber behielt er für sich. 
Welchen Eindruck die Verlesung der Konfession auf den Kaiser gemacht 15 
habe, der übrigens schon vorher mit dem Lehrbegriff der Protestanten nicht 
unbekannt war, ließ sich bei dessen verschlossenem Wesen nicht wahrnehmen. 
Bei den andern Zuhbrern dagegen war dieser Eindruck ein überwiegend 
günstiger. Viele lernten jetzt erst die Lehre der Evangelischen im rechten 
Lichte kennen. Durch die Berichte der zu Augsburg anwesenden Gesandten, 
wie durch die noch während des Reichstages erfolgenden Übersetzungen der 
Konfession in die französische, italienische, spanische und portugiesische Sprache, 
erhielten auch die übrigen europäischen Nationen Kenntnis von der wahren 
Lehre der deutschen Evangelischen. Diese aber fühlten durch das feste Band 
eines gemeinsamen Glaubens sich jetzt mehr als je innig verbunden. Trefflich 
sagt ein neuerer Geschichtschreiber: „Vor Kaiser und Reich, ja vor der ganzen 
christlichen Welt stauden sie, mit einem großen Gebet im Herzen, ihre Recht— 
fertigung darstellend in ihrem Bekenntnis, in vollkommenster Einigkeit mit 
allen wahrhaft gläubigen und christlichen Gemütern in der ganzen Welt, von 
wo sie mit göttlicher Zuversicht auf viele Jahrhunderte hinsehen konnten.“ 30 
201. Wohl dem, der den Herrn fürchtet. 
Cuther. — Psalm 128) 
Wohl dem, der in Gottes Furchte steht 
und auch auf seinem Wege geht. 
Dein eigen Hand dich nähren soll, 
so lebst du recht und geht dir wohl. 
Dein Weib wird in dei'm Hause sein 
wie ein Reben voll Trauben fein, 
und dein' Kinder um deinen Tisch 
wie Olpflanzen, gesund und frisch. 
Sieh, so reich Segen hangt dem an, 
wo in Gottes Furchte lebt ein Mann; 
von ihm läßt der alt' Fluch und Zorn, 35 
den Menschenkindern angebor'n. 
Aus Zion wird Gott segnen dich, 
daß du wirst schauen stetiglich 
das Glück der Stadt Jerusalem, 
vor Gott in Gnaden angenehm. 
1 
2 
Fristen wird er das Leben dein 
und mit Güte stets bei dir sein, 
daß du sehen wirst Kindeskind 
und daß Israel Friede find'. 
11*
	        

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Zitierempfehlung

Gabriel, Heinrich, and Karl Supprian. Deutsches Lesebuch Mit Bildern Für Einfache Schulverhältnisse. Bielefeld: Velhagen & Klasing, 1895. Print.
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