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Deutsches Lesebuch mit Bildern für einfache Schulverhältnisse

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1048601242
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-18337433
Titel:
Deutsches Lesebuch mit Bildern für einfache Schulverhältnisse
Signatur:
DCH-II 75(22,1895)
Erscheinungsort:
Bielefeld
Verlag:
Velhagen & Klasing
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
Ausgabe C in einem Bande (Kinderfreund), Zweiundzwanzigste Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
[Lesestück 201 - 240]
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch mit Bildern für einfache Schulverhältnisse
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhatsverzeichnis
  • [Lesestück 1 - 40]
  • [Lesestück 41 - 80]
  • [Lesestück 81 - 120]
  • [Lesestück 121 - 160]
  • [Lesestück 161 - 200]
  • [Lesestück 201 - 240]
  • [Lesestück 241 - 280]
  • [Lesestück 281 - 320]
  • [Lesestück 321 - 381]
  • Anhang I
  • Anhang II
  • Einband

Volltext

290 
— 
unentschieden ausgab und der Kaiser in allen seinen Städten das Tedeum 
singen ließ. 
Am folgenden Tage suchten die Schweden den Körper ihres teuern Königs 
unter den Tausenden, die das weite Schlachtfeld deckten; sie fanden ihn nackt 
b unter vielen anderen, von Blut und Hufschlägen fast unkenntlich und mit elf 
Wunden bedeckt. Er wurde nach Weißenfels gebracht und von da durch die 
Königin Maria Eleonore, welche ihrem Gemahle nach Deutschland gefolgt war, 
unter tausend Thränen nach Stockholm begleitet, wo er beigesetzt wurde. Das 
blutige Koller, welches der König in der Schlacht getragen, ward dem Kaiser 
10 Ferdinand nach Wien gebracht; er soll bei dessen Anblick Thränen vergossen 
haben, durch welche er den gefallenen Gegner und sich selbst ehrte. 
241. Wann die Not am grössten, ist Gott am nächsten. 
Gteorn naeh Barth.) 
Das Handelsbaus Gruit van Steen var im Anfang des siebzehnten 
15 Jahrhunderts eines der angesehensten und reiebsten in Hamburg. Aber 
der verheerende dreissigjahrige Krieg machte seine traurigen Folgen zuletzt 
aueh ihm fühlbar, und zwar um so mehr, je ausgebreiteter die Geschafte 
des Hauses früher gewesen waren. Stadte und Dörfer varenea Hunderten 
verheert und verlassen und bei der Unsicherheit der Stralsen vare Lein 
20 Vunder, dass der Handel stockte und vorzüglich der SMbont in das Innere 
von Deutschland gering war. Ein Kaufmann nach dem andern ward unfahig 
zu zahlen und zog aueh jenes Handelshaus in seine Verluste mit hinein 
Dagegen wagte das grosse Seeschiff, weleches als sein Vigentum an der 
Mündung der Elbe lag, des Krieges wegen nicht auszulaufen, und die 
gangbarsten Waren mulsten von Holländern zu aulserordentleh bohen 
Preisen aus der zweiten Hand erkauft werden. 
Hermann Gruit, der Besitzer der Handlung, sass mit dem alten Jansen, 
einem erfahrnen Diener des Hauses, ums Jahr 1638 in der Sehrebtube 
und verglich mit ihm die grossen Bücher. „So thut es nieht länger gut,“ 
30 sagte dieser endlich, „vir müssen es ander anfangen. Uberlalst mir auf 
ein Jahr das Schiff und soviel Geld und Nürnberger Waren als möglich, 
und lasst mieh damit selbst in die neue Wolt (nach Amoerika) segeln. Ihr 
wisst, ieh bin in jüngeren Jahren schon zweimal dort gewesen und verstehe 
das Geschaft; mit Gott wird es mir gelingen.“ 
Die beiden Manner beratsehlagten mit einander über diesen Einfall, 
und nachdem sie die mögliche Gefabr und den mõglichen Vorteil auf das 
beste erwogen hatten, kamen sie dahin überein, dass Jansen reisen solle. 
Vier MWochen spater schritt Herr van Steen in seinem Ratsherrngewande, 
den alten Buchhalter neben sieh, dem Hafen zu, vo eine grosse Menschen- 
40 menge der Abfahrt des stattlichen Schiffes harrte. Einige Handelsfreunde 
traten grüssend auf sie zu und aulserten bedenklieh, sie wünschten, Herr 
Hermann möge bei dieser Ausrüstung nieht zu viel gewagt haben. Aber 
Jansen antwortete: „Lasset es euch nicht anfechten, iur Herren; ieh hoffe 
fest, vir sehen uns gesund und freudig wieder, denn ieh traue auf das 
45 gute Sprichwort: Gott verlässt keinen Deutschen.“ 
25
	        

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Zitierempfehlung

Gabriel, Heinrich, and Karl Supprian. Deutsches Lesebuch Mit Bildern Für Einfache Schulverhältnisse. Bielefeld: Velhagen & Klasing, 1895. Print.
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