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[Stufe 1, [Schülerband]] (Stufe 1, [Schülerband])

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1677159081
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6097104
Title:
Deutsches Lesebuch für die Volksschule
Place of publication:
Cassel
Publisher:
Baier & Lewalter
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1886
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN1677159626
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-19773741
Title:
[Stufe 1, [Schülerband]]
Shelfmark:
DB-II 419(4,1886)-1
Volume count:
Stufe 1, [Schülerband]
Place of publication:
Cassel
Publisher:
Baier & Lewalter
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1886
Edition title:
Vierte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
[211.-240.]
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für die Volksschule
  • [Stufe 1, [Schülerband]] (Stufe 1, [Schülerband])
  • [361.-372.]
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur dritten Auflage.
  • Sachverzeichnis.
  • Inhalts-Verzeichnis.
  • [1.-30.]
  • [31.-60.]
  • [61.-90.]
  • [91.-120.]
  • [121.-150.]
  • [151.-180.]
  • [181.-210.]
  • [211.-240.]
  • [241.-270.]
  • [271.-300.]
  • [301.-330.]
  • [331.-360.]
  • Binder

Full text

118 
Und da dachten die drei Hunde noeh lange daran, wie wohl 
ihnen die Hochzeitsuppe, die Hochzeitbrüheé und der Hochzeit- 
kuehen geschmeckt, und vom Braten hatte jeder genug gerochen. 
Bechstein. 
240. Sparsam ist nicht geizig. 
Zwei Einwohner eines abgebrannten Dorfes gingen von Ort zu Ort, 
um milde Gaben einzusammeln. Da kamen sie zu einem großen Bauern— 
hof. Der Bauer stand eben vor der Thür. Er verwies einem Knechte 
ernstlich, daß er die Stricke, woran die Ochsen gespannt waren, über 
Nacht im Regen gelassen habe und die Sache nicht besser verwahre. Da 
sie dies von weitem hörten, sagte einer zum andern: „O weh, dieser 
Mann ist geizig, da wird's nicht viel geben!“ Als sie näher kamen, 
wurden sie von dem Bauer ganz liebreich empfangen und ins Haus ge— 
führt. Sie erzählten ihm nun ihr Unglück. Der Bauer ließ ihnen zu 
essen geben, schenkte ihnen ein schönes Stück Geld und versprach, noch 
einige Malter Saatkorn in das verunglückte Dorf zu schicken. Die Männer 
verwunderten sich sehr über seine Wohlthätigkeit. Sie gestanden während 
des Essens freimütig, daß sie ihn anfangs für geizig gehalten, weil er 
dem Knechte wegen einer solchen Kleinigkeit einen harten Verweis ge— 
geben hätte. 
„Liebe Freunde,“ antwortete der Bauer, „ebendeswegen, weil ich 
sparsam bin, bleibt mir so viel übrig, daß ich Notleidenden helsen unn 
teme. 
241. Der Hufnagel. 
Wer im kleinen nicht Sorge trägt, muß im großen Schaden leiden. 
Das erfuhr einst ein Kaufherr, der eines schlechten Nagels halber 
ein schönes Roß verlor. Dieser ritt nämlich vom Markte nach seiner 
Heimat zurück, wohl bepackt mit Geld und Geldsorgen. In einem 
Städtchen hielt er Mittag, und der Knecht, als er ihm sein Pferd vor— 
führte, sagte: „Herr, es fehlt dem Roß ein Nagel im Hufeisen am linken 
Hinterfuße.“ — Ei was,“ sagte der Kaufherr, „Nagel hin, Nagel her! Die 
sechs Stunden, die ich noch zu machen habe, wird das Eisen wohl noch 
halten. Ich habe Eile.“ Und damit ritt er fort. Nach etlichen Stunden, 
aͤls er wieder einkehrte und dem Rosse Brot geben ließ, kam der Knecht 
in die Stube und e „Herr, es fehlt eurem Rosse ein Hufeisen am 
linken Hinterfuße; soll ich's wohl zum Schmied führen?“ — „Hm!“ sagte 
der Kaufherr, „Hufeisen hin, Hufeisen her! — Die paar Stunden, die ich 
noch zu machen habe, wird das Pferd wohl aushalten. Ich habe Eile.“ 
Und er ritt wieder fort. Er ritt aber nicht lange, so fing das Pferd zu 
hinken an; und das Pferd hinkte nicht lange, so fing es zu stolpern an; 
und es stolperte nicht lange, so fiel es endlich und brach ein Bein und 
stand nicht wieder auf. Da sagte der Kaufherr freilich nicht mehr: „Pferd 
hin, Pferd her!“ — sondern er kratzte sich hinter den Ohren, schnallte die 
Geldkatze und den Mantel ab und setzte seinen Weg fort zu Fuß, wohl 
beladen mit Geld und Geldsorgen, und er hatte keine Eile mehr. Unter— 
wegs aber dachte er wohl: An dem ganzen Unglück ist doch nur der 
vermaledeite Nagel schuld. Wetzels Lesebuch.
	        

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[Stufe 1, [Schülerband]]. Cassel: Baier & Lewalter, 1886. Print.
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