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[Stufe 1, [Schülerband]] (Stufe 1, [Schülerband])

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1677159081
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6097104
Title:
Deutsches Lesebuch für die Volksschule
Place of publication:
Cassel
Publisher:
Baier & Lewalter
Document type:
Multivolume work
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1886
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN1677159626
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-19773741
Title:
[Stufe 1, [Schülerband]]
Shelfmark:
DB-II 419(4,1886)-1
Volume count:
Stufe 1, [Schülerband]
Place of publication:
Cassel
Publisher:
Baier & Lewalter
Document type:
Volume
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1886
Edition title:
Vierte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
[301.-330.]
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für die Volksschule
  • [Stufe 1, [Schülerband]] (Stufe 1, [Schülerband])
  • [361.-372.]
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur dritten Auflage.
  • Sachverzeichnis.
  • Inhalts-Verzeichnis.
  • [1.-30.]
  • [31.-60.]
  • [61.-90.]
  • [91.-120.]
  • [121.-150.]
  • [151.-180.]
  • [181.-210.]
  • [211.-240.]
  • [241.-270.]
  • [271.-300.]
  • [301.-330.]
  • [331.-360.]
  • Binder

Full text

— 149 — 
301. Die beiden Ziegen. 
Zwei Ziegen begegneten sich auf einem schmalen Stege, der über 
einen lefen reißenden Waldstrom führte; die eine wollte herüber, die 
andere hinüber — „Geh mir aus dem Wege,“ sagte die eine — „Das 
wäre mir schön,“ rief die andere. „Geh du zurück und laß mich 
hinüber; ich war zuerst auf der Brücke“ — „Was fällt dir ein, 
bersette die erste; „ich bin so viel älter als du und sollte dir weichen? 
Nimmermehr!“ 
Belde bestanden immer hartnäckiger darauf, daß sie einander nicht 
nachgeben wollten; jede wollte zuerst hinüber, und so kam es vom Zank 
zu Slreit und Thätlichkeiten. Sie hielten ihre Hörner vorwärts und 
annten zornig gegeneinander. Von dem heftigen Stoße verloren aber 
beide das Gleichgewicht; sie stürzten und fielen miteinander über den 
schmalen Steg hinab in den reißenden Waldstrom, aus welchem sie sich 
nur mit großer Anstrengung ans Ufer retteten. Grimm. 
302. Der Fuhrmann und sein Pferd. 
Ein Fuhrmann hatte schwer geladen. Als er mit seinem Wagen 
an eine kleine Anhdhe kam, wurde es dem Pferde zu schwer, und der 
Wagen blieb halten. Der Fuhrmann wurde zornig, nahm seine Peitsche 
Und schlug auf das Pferd los; das Pferd aber ging nicht von der 
Slelle. Jeh fing er an zu schreien und zu fluchen. Auch das half 
nichts. Das Pferd zog keinen Strick an. Da endlich nahm er das 
Pferd bei dem Kopfe, streichelte ihm den Hals und sagte freundlich 
„Komm, Schimmel, komm!“ Und a zoͤg das Pferd an, bot alle 
feine Kräfle auf, und bald war der Wagen die Anhöhe hinauf. 
Merke, mein Kind, mit Güte richtet man mehr aus als mit Zorn. 
303. Der gute Kamerad. 
1.Ich hatt' einen Kameraden, einen bessern find'st du nit. Die 
Trommel schlug zum Streite, er gingan meiner Seite in gleichem Schritt 
und Tritt. 
2. Eine Kugel kam geflogen, gilt es mir, oder gilt es dir? Ihn hat es 
weggerissen, er liegt mir vor den Füßen, als wär's ein Stück von mir. 
3 Will mir die Hand noch reichen, derweil ich eben lad'. Kann dir 
die Hand nicht geben, bleib du im ew'gen Leben mein guter Kamerad! 
Uhland. 
304. Der Mohr. 
Ein alter Mohr kam am späten Abend vor das Haus eines Kauf 
manns und sagte mit flehender Stimme: „Der Herr, dem ich zwanzig 
Jahre gedient habe, hat mich fortgeschickt, weil ich alt bin und nicht mehr 
arbeiten kann. Nun muß ich ohne Obdach umherirren und mein 
Stücklein Brot vor den Thüren gutherziger Menschen betteln. Erbarmt 
euch doch meiner, gebt mir einen Bissen Brot und behaltet mich über Nacht.“ 
Der Kaufmann, seine Frau und seine Kinder hatten mit dem axmen 
schwarzen Manne großes Mitleid. Das kleine Lottchen sagte jedoch: 
Wenn er nur nicht so schwarz aussähe! Ich fürchte mich fast vor ihm. 
AMuch darf man ihm kein Bett geben; er würde es rußig machen.“
	        

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