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[Quarta, [Schülerband]] (Quarta, [Schülerband])

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1685464645
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20046106
Titel:
Dichter der Freiheitskriege
Signatur:
DI-II 63(2,13)
Erscheinungsort:
Münster i.W.
Verlag:
Aschendorff
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1913
Ausgabenbezeichnung:
2. Auflage, dem deutschen Volke zur Jahrhundertfeier der Freiheitskriege gewidmet [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
VI. Andere zeitgenösische Dichter
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für höhere Lehranstalten
  • [Quarta, [Schülerband]] (Quarta, [Schülerband])
  • Einband
  • Exlibris
  • Wartburg
  • Titelseite
  • Titelseite
  • A. Inhaltsverzeichnis
  • B. Quellennachweis
  • C. Zusammenstellung inhaltlich verwandter Lesestücke
  • Prosa
  • I. Märchen, Fabeln und Parabeln
  • II. Erzählungen
  • III. Sagen
  • IV. Geschichtliche Darstellungen
  • V. Aus der Erdkunde, aus Natur- und Menschenleben
  • Poesie
  • Anhang
  • Wartburg
  • Einband

Volltext

— —— — — — — 
da sie sich, wie Ismene erzahlte, in Haß und Zwietracht um 
die Herrschaft stritten. 
Unterdessen erschien, durehn den Boten herbeigerufen, 
Kõönig Theseus von Athen. Kaum hatte er den Namen des 
blinden Greises erfahren, dessen Schicksal in ganz Griechen-5 
land bekannt geworden war, so begrũüßte er ihn freundlich, 
versicherte ihn seines Schutzes und lud ihn ein, mit ihm in 
die Stadt zu gehen, wo ein gastlicher Herd im Königspalaste 
seiner warte. Doch der lebensmũüde Flüchtling wollte hier in 
dem Haine die Stunde der Erlõôung erwarten; von Theseus 10 
erbat er sich nur die eine Gunst, seinem Leibe ein ehrenvolles 
Grab zu gewahren. Als ihm die Erfüllung dieser Bitte zugesagt 
war, fühlte sich der vielgeprüfte Mann von keiner irdischen 
Sorge mehr beschwert. 
Umgeben von seinen beiden Töchtern und dem Könige 16 
Theseus harrte nun Odipus der Vollendung des Geschickes 
entgegen. Sie erfolgte unter himmlischen Zeichen und Wun— 
dern. Die ganze Landschaft hüllte sich plötzlich in dunkles 
Gewõlk, und heftige Donnerschläage folgten auf grelle Blitze. 
„Höret die Stimme der Gotter!“ rief Odipus freudig, „Ssie ruft 20 
mich von hinnen.“ Und der blinde, gramgebeugte Mann 
erschien wie verwandelt: sein Antlitz verklärte sich, als ware 
es von einem Himmelsstrahl übergossen, das Licht schien 
seinen erloschenen Augen wiedergegeben. „Wohlan, folget 
mir nach dem Orte, an dem mir zu sterben bestimmt ist!“ 25 
sprach er und ging dann, wie von unsichtbarer Götterhand 
geleitet, mit fester Haltung und sicherem Schritte seinen stau- 
nenden Töchtern und dem Theseus als Führer voran in das 
Dickicht des Eumenidenhaines. An einem Kreuzweg, wo eine 
mit eherner Schwelle versehene Erdschlucht in das Reich der 30 
Unterwelt hinabfuührte, machte er Halt. Ein dumpfer Donner 
erscholl aus der unterirdischen Tiefe. Erschreckt warfen sich 
die Jungfrauen zu Boden und umschlangen des Vaters Rnie. 
Er aber schloß seine Töchter noch einmal liebevoll in die 
Arme, kußte die Weinenden und sprach: „Liebe Kinder, von 86 
jetzt an habt ihr keinen Vater mehr auf Erden, denn mein 
Ende ist gekommen; ihr aber werdet leben ohne den, fur den 
ihr so treu gesorgt in seinem Elend, und der euch am meisten 
in dieser Welt geliebt hat. Lebet wohll“ Dann bat er sie, 
den Ort zu verlassen, wahrend eine donnergleiche Gõtter· a0
	        

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Zitierempfehlung

Höfer, August et al. [Quarta, [Schülerband]]. Leipzig: Kesselring, 1916. Print.
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