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Vom Westfälischen Frieden bis auf unsere Zeit (Bd. 2)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1686402082
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20132615
Title:
Was der Jugend gefällt
Shelfmark:
DI-II 58(1,09)
Author:
Freudenberg, Alwin (19.11.1873-30.06.1930)
Illustrator:
Elssner, Felix (21.08.1866-03.05.1945)
Place of publication:
Dresden
Publisher:
Köhler
Document type:
Monograph
Collection:
Readers, imperial Germany
Publication year:
1909
Edition title:
7.-12. Tausend [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
deutsche Gedichte aus neuerer und neuester Zeit

Chapter

Title:
Von allerlei Menschenart und Menschenschicksal
Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Geschichtsbetrachtungen
  • Vom Westfälischen Frieden bis auf unsere Zeit (Bd. 2)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • V. Das Zeitalter des Absolutismus. 1648 - 1789
  • VI. Das Zeitalter der französischen Revolution und der Napoleonischen Weltherrschaft. 1789 - 1813
  • VII. Das neunzehnte Jahrhundert
  • Register
  • Binder

Full text

38 Das Zeitatter des Absolutismus 
•80 km von dem Meere entfernt ist. Die nicht ohne Anstrengung zu 
hebenden wertvollen Bodenschätze zwingen den Engländer zu ernster, zäher 
Arbeit: das rauhe Klima, der Kampf mit Nebel und Sturm, Wellen 
und Wind ziehen eine stahlharte, arbeitskräftige Bevölkerung groß. 
Den Keltoromauen der Urzeit gesellte sich das germanische Element 
hinzu, dem seit 1100 noch ein normannischer Einschlag sich einfügte, und 
dieses Mischvolk, durch seine maritime Lage an sich schon abgeschloffen 
und in stolzer Selbstgenügsamkeit nach außen hin immer mehr sich ab- 
schließend, entwickelt in bewußter Inzucht den ausgesprochenen klaren 
Rasfentypns des Engländers. 
Selbständigkeit und Zähigkeit find des Briten Grundeigenfchaften. 
Voll männlicher Würde, darum auch rücksichtslos, selbstsüchtig und stolz, 
arbeitet er in seinem Haus, seiner Stadt: my house is my Castle, zieht 
er hinaus in die Welt und auf die See, um, auf sich selbst stehend und 
nicht nach der Staatskrippe schielend, sein Glück sich zu schaffen. Sein 
Harter, kraftvoller Wille, der in politischen und geschäftlichen Dingen keinen 
Gefühlston kennt, schreckt vor nichts zurück, um im Daseinskampf zu siegen, 
zu Macht und Reichtum zu gelangen. So wird er der Kaufmann, der 
Gewaltige zur See, der Herrfcher der Kolonien. 
Mit diesem ausgesprocheneu Gefühl aber für die männliche Würde, 
für den Stolz der in sich geschlossenen, selbstbewußten Persönlichkeit ver- 
bindet sich ein willigesSichfügen in die gesetzlicheOrdnung, 
in die Interessen der Nation. Der Engländer ist gleichsam instinktiv ein 
politisches Wesen. Weil er, der so stolz auf feine Freiheit und Unabhängig- 
feit ist, weiß, daß nur im Zusammenhalten des ganzen Volkes sein Glück, sein 
Weg zu Macht und Reichtum gesichert ist, weil ihm die nationale Selbstsucht 
und das starke Gefühl des Rassezusammenhanges angeboren sind, ordnet 
er alles persönliche Gefühl dem nationalen unter: right or wrong, my 
country. Stolz und oft auch anmaßend fühlt er sich draußen als der 
Sohn des mächtigen Albions, über dem der Union Jack stets schützend 
schwebt, und wo Deutschlands Söhne oft zu schnell nur heimische Sprache, 
nationales Denken schmählich dahingehen, weiß der Brite mit kraftvollem, 
und wenn auch manchmal sich überhebendem, fo doch immer bewunderns¬ 
wertem Stolze feine völkische Eigenart zu behaupten und durchzusetzen. 
„Das glorreiche England" ist das Zeichen, bei dem selbst des nüchternsten 
Briten Herz warm wird. 
J) Dr. Karl Peters, wohl einer der vorzüglichsten deutschen Englandkenner, weist 
einmal auf folgende, für die Bolkseigenart ganz charakteristische Einzelheit hin: in 
Deutschland steht an dem Bahnkörper eine Tafel mit der Inschrift: „Beim Heran- 
nahen des Zuges ist das Betreten der Geleise verboten!", in England heißt es: Look 
out for the trains", in Amerika: „Eailway-crossing."
	        

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Citation recommendation

Kauffmann, Karl, Johannes Berndt, and Walther Tomuschat. Vom Westfälischen Frieden Bis Auf Unsere Zeit. Leipzig: Dürr, 1906. Print.
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