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Lesebuch für Volksschulen

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN1736626426
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20491934
Title:
Weltgeschichte nach Julius Sebestyéns Lehrbuch
Author:
Csallner, Robert
Place of publication:
Nagyszeben (Hermannstadt)
Publisher:
Krafft
Document type:
Multivolume work
Collection:
Austria
Publication year:
1908
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Language:
German
Subtitle:
bearbeitet für die oberen Klassen deutschsprachiger Lehranstalten

Volume

Persistent identifier:
PPN1736626914
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20538149
Title:
Die neueste Zeit
Shelfmark:
A H-129(1,08)2
Author:
Csallner, Robert
Volume count:
Bd. 2, [Schülerband]
Place of publication:
Hermannstadt
Publisher:
Krafft
Document type:
Volume
Collection:
Austria
Publication year:
1908
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Language:
German
Subtitle:
(1648 - 1900) ; mit 12 Abbildungen zur Kultur- und Kunstgeschichte

Panel

Title:
Zeittafel
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Panel

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für Volksschulen
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur 26. Auflage
  • Inhalts-Verzeichnis
  • Erste Abtheilung
  • Zweite Abtheilung
  • Dritte Abtheilung
  • Zeittafel
  • Gedenktage
  • Binder

Full text

345 
lassen bis zu der Zeit, wo er von neuem ankommt. Dann ergreifen 
wieder Tausende von Fischern das Ruder und stoßen vom Ufer. Mit 
leeren Kähnen fahren sie hinaus, zum Sinken gefüllt kommen sie zurück. 
Und wie auf dem Meere die Kähne sich hin- und herbewegen, oft 300 
im Umfange einer Meile, so bewegen sich auf dem Lande Karren in 
zahlloser Menge nach dem Ufer und von dem Ufer wieder zurück. Die 
Kähne bringen nämlich den Tribut, den ihnen das Meer gezollt, an's 
Ufer; in Karren wird dieser nun weiter transportirt und zunächst in 
der Nähe des Strandes zu Bergen aufgehäuft. Diese lebendigen Berge, 
in denen es auf jedem Punkte zuckt und schnappt, sind umringt von 
Kindern und Frauen und Tonnen. Jene schneiden mit einem Messer 
jedem einzelnen Fische die Kehle auf und reißen geschickt und rasch mit 
dem Finger die Gedärme aus seinem Leibe; die Tonnen nehmen die 
Todten, nachdem sie gesalzen sind, auf; Böttcher schließen die Särge, 
und auf Schiffen und Wagen wandert nun der Todte durch alle Welt. 
Weither kam er gezogen. Da, wo das Meer sich Paläste aus Eis 
erbauet, die im Sonnenschein vom reinsten Silber erglänzen, wo es 
Eisbrücken schlägt, die von weißem Marmor aufgeführt scheinen: — 
da ist die eigentliche Heimath dieses Fisches, — von dort her zog er 
wanderlustig nach dem wärmeren Süden. Als Todter hält er nun 
seinen Einzug in die Paläste und Hütten der Menschen, bei Reichen 
und Armen in Städten und Dörfern. 
Die eigentlichen Wanderthiere, die zu einer bestimmten Zeit ge¬ 
drängt werden, selbst in der Gefangenschaft gedrängt werden, große 
Reisen zu unternehmen, findet man nur in der Klasie der Vögel und 
Fische. Unter den Fischen ist der Häring am wanderlustigsten. In 
großen Heerzügen, woher auch sein Name, bricht er auf, geführt wie 
der Bienenschwarm, und zwar von einem Könige. Dieser Härings¬ 
könig überragt sein Volk nicht nur an Größe, sein Schuppenpanzer 
strahlt auch in prächtigem Silberglanze, und seine Schwanzflossen sind 
mit drei Querbändern geziert. In diesem stattlichen Aufzuge schwimmt 
er den Häringen voran, die in verschiedenen Schwärmen nach und nach 
das Eismeer verlassen. Der Hauptzug bricht sehr früh auf, theilt sich 
aber bald in mehrere Arme. Der westliche trifft schon im Februar in 
den Buchten Islands ein. In der Nordsee theilt sich der Schwarm 
wieder, und bald wimmelt's in allen Buchten von dem Grunde des 
Meeres bis herauf zur Oberfläche, so daß diese von den emporragenden 
Rücken gekräuselt erscheint. Die in dem Gedränge abgeriebenen Schup¬ 
pen sehen die Schiffer schon aus weiter Ferne blinken; sie verrathen 
die Stelle, wo das Netz auszuwerfen sei, das oft hundert Schritte 
lang ist und zwischen zwei Schiffen niedergelassen wird. Der Laich 
wird von den Häringen nicht selten in einer solchen Menge in's Meer 
ergossen, daß es davon sich trübt und die Netze wie mit einer Rinde 
überzieht. Welch' eine ungeheure Summe von Häringseiern hat das 
Meer jedes Jahr auszubrüten, wenn man bedenkt, daß ein einziger 
dieser Fische 50- bis 60,000 Eier legt. Ist die Laichzeit vorbei, so
	        

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Citation recommendation

Ricken, W. M., and C. Schüler. Lesebuch Für Volksschulen. Ruhrort: Selbstverl. W. Ricken und C. Schüler, 1877. Print.
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