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Haus und Vaterland I (Bd. 4 (5. Schulj.))

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1741695821
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20877722
Title:
Schulatlas für Gymnasien, Real- und Handelsschulen, Lehrerbildungs-Anstalten sowie sonstige höhere Lehranstalten
Shelfmark:
A GA-16(1,1897)
Author:
Richter, Eduard (03.10.1847-06.02.1905)
Place of publication:
Wien
Publisher:
Tempsky
Document type:
Monograph
Collection:
Austria
Publication year:
1897
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Language:
German
Subtitle:
im Anschluss an sein Lehrbuch der Geographie

Map

Title:
Vereinigte Staaten, Mexico, Mittel - Amerika & Westindien
Document type:
Monograph
Structure type:
Map

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lesebuch für Mädchen-Mittelschulen
  • Haus und Vaterland I (Bd. 4 (5. Schulj.))
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • List of authors
  • Als "Kanon" werden empfohlen
  • Erster Teil. Im deutschen Hause
  • Zweiter Teil. Im trauten Kreis
  • Dritter Teil. Wanderungen auf der Heimatflur
  • Vierter Teil. Wanderungen im deutschen Heimatlande
  • Fünfter Teil. Sage und Geschichte des deutschen Volkes
  • Binder

Full text

□□□□□□□□□□□□□□□ 98 □□□□□□□□□□□□□□□ 
75. Aannitverstan. 
von Johann Mieter r^ebel. 
Der Mensch hat wohl täglich Gelegenheit, in Emmendingen und 
Gundelfingen so gut als in Amsterdam, Betrachtungen über den Un¬ 
bestand aller irdischen Dinge anzustellen, wenn er will, und zufrieden 
zu werden mit seinem Schicksal, wenn auch nicht viel gebratene Tauben 
für ihn in der Luft herumfliegen. Aber auf dem seltsamsten Umweg 
kam ein deutscher Handwerksbursche in Amsterdam durch den Irrtum 
zur Wahrheit und ihrer Erkenntnis. Denn als er in die große und 
reiche Handelsstadt voll prächtiger Häuser, wogender Schiffe und ge¬ 
schäftiger Menschen gekommen war, fiel ihm sogleich ein großes und 
schönes Haus in die Augen, wie er auf seiner ganzen Wanderschaft 
von Tuttlingen bis nach Amsterdam noch keines erlebt hatte. Lange 
betrachtete er mit Verwunderung dies kostbare Gebäude, die sechs 
Kamine aus dem Dach, die schönen Gesimse und die hohen Fenster, 
größer als an des Vaters Haus daheim die Tür. Endlich konnte 
er sich nicht entbrechen, einen Vorübergehenden anzureden. „Guter 
Freund," redete er ihn an, „könnt Ihr mir nicht sagen, wie der Herr 
heißt, dem dieses wunderschöne Hans gehört mit den Fenstern voll 
Tnlipanen, Sternblumen und Levkoien?" — Der Mann aber, der 
vermutlich etwas Wichtigeres zu tun hatte und zum Unglück gerade 
so viel von der deutschen Sprache verstand als der Fragende von der 
holländischen, nämlich nichts, sagte kurz und schnanzig: „Kannitver- 
stan!" und schnurrte vorüber. Dies war nun ein holländisches Wort 
oder drei, wenn man's recht betrachtet, und heißt auf deutsch soviel 
als: „Ich kann Euch nicht verstehen." Aber der gute Fremdling 
glaubte, es sei der Name des Mannes, nach dem er gefragt hatte. 
„Das muß ein grundreicher Mann sein, der Herr Kannitverstan", 
dachte er und ging weiter. Gasst aus, Gass' ein, kam er endlich an den 
Meerbusen, der da heißt: Het I, oder auf deutsch das Ipsilon. Da 
stand nun Schiff an Schiff und Mastbaum an Mastbaum, und er 
wußte anfänglich nicht, wie er es mit seinen zwei einzigen Augen 
durchfechten werde, alle diese Merkwürdigkeiten genug zu sehen und 
zu betrachten, bis endlich ein großes Schiff seine Aufmerksamkeit an 
sich zog, das vor kurzem aus Ostindien angelangt war und jetzt eben 
ausgeladen wurde. Schon standen ganze Reihen von Kisten und Ballen 
auf- und nebeneinander am Lande. Noch immer wurden mehrere 
herausgewälzt und Fässer voll Zucker und Kaffee, voll Reis und 
Pfeffer. Als er aber lange zugesehen hatte, fragte er endlich einen,
	        

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Ernst, Albert et al. Haus Und Vaterland I. Leipzig [u.a.]: Klinkhardt, 1914. Print.
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