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Deutsche Geschichte bis zum Ausgange des Dreißigjährigen Krieges (Bd. 1)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1741695821
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20877722
Title:
Schulatlas für Gymnasien, Real- und Handelsschulen, Lehrerbildungs-Anstalten sowie sonstige höhere Lehranstalten
Shelfmark:
A GA-16(1,1897)
Author:
Richter, Eduard (03.10.1847-06.02.1905)
Place of publication:
Wien
Publisher:
Tempsky
Document type:
Monograph
Collection:
Austria
Publication year:
1897
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Language:
German
Subtitle:
im Anschluss an sein Lehrbuch der Geographie

Map

Title:
Süd-Amerika, Fluss- & Gebirgskarte
Document type:
Monograph
Structure type:
Map

Contents

Table of contents

  • Quellenstoffe und Lesestücke
  • Deutsche Geschichte bis zum Ausgange des Dreißigjährigen Krieges (Bd. 1)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Literatur
  • Inhalt
  • Advertising
  • Binder

Full text

216 
Schultz: Die Burgen beim Ausgange des Mittelalters. 
und Laden bewahrt. Bedeutend ist die Menge des Küchengerätes und der 
vorhandenen Waffen. 
Was die Wohnlichkeit einer Burg anbelangt, so haben wir hier das 
Zeugnis des Ulrich von Hutten, der sich in einem Briefe vorn 25. Oktober 
1518 gegen Pirkheimer folgendermaßen über das Leben auf dem Steckel- 
berg bei Fulda, feiner Stammburg, äußert: „Man lebt auf dem Felde, in 
Wäldern und in jenen Bergwarten. Die Leute, die uns erhalten, sind äußerst 
dürftige Bauern, denen wir unsere Äcker. Weingärten, Wiesen und Wälder 
verpachten. Der Ertrag daraus ist im Verhältnis zur aufgewendeten Mühe 
gering, aber man gibt sich viel Mühe, daß er groß und reichlich werde, denn 
wir müssen sehr fleißige Haushälter sein. Dann stehen wir notwendiger- 
weise in einem Dienstverhältnis zu einem Fürsten, von dem wir Schutz 
hoffen dürfen; wäre ich dies nicht, so würden sich alle alles gegen mich 
erlauben; und wenn ich es auch wäre, so ist doch diese Hoffnung mit Gefahr 
und täglicher Besorgnis verbunden; denn wenn ich aus dem Hause hinaus¬ 
gehe. ist zu befürchten, daß ich denen in die Hände falle, mit denen der Fürst 
in Händel und Fehde ist: an seiner Stelle fallen sie mich an und schleppen 
mich fort. Wenn das Unglück es will, kann ich mein halbes Vermögen auf 
das Lösegeld verwenden; so treffe ich, wo ich auf Schutz gehofft, vielmehr 
auf Angriff. Doch dazu halten wir Pferde und schaffen Waffen an. sind 
von zahlreichem Gefolge umgeben mit großen und in allem schweren Kosten, 
daß wir nicht fünfhundert Schritt weit ohne Waffen und Rüstung spazieren 
gehen dürfen. Kein Dorf kann man unbewaffnet besuchen, nicht auf die 
Jagd, zum Fischen anders als gerüstet gehen. Dann gibt es häufig Streit 
zwischen unseren und fremden Bauern; es vergeht nicht ein Tag, wo uns 
nicht von irgend einem Hader berichtet wird, den wir sehr vorsichtig schlichten. 
Denn wenn ich zu keck mich der Meinigen annehme und ihnen angetanes 
Unrecht verfolge, so entsteht ein Krieg; wenn ich zu geduldig nachgebe und 
von meinem Rechte nachlasse, stelle ich mich den Unbilden von allen Seiten 
bloß; denn was einem zugestanden worden ist, das würden die anderen 
auch für sich bewilligt sehen wollen, eine Belohnung für ihr eigenes Unrecht. 
Doch zwischen welchen Leuten kommt so etwas vor? Nicht unter Fremden, 
mein Freund, sondern zwischen Verwandten, Angehörigen. Verschwägerten, 
ja auch unter Brüdern ereignet sich das. Das sind die Annehmlichkeiten 
unseres Landlebens, das die Ruhe und Ungestörtheit. Ob die Burg auf 
einem Berge oder in einer Ebene liegt, immer ist sie nicht zur Behaglichkeit, 
sondern zur Befestigung erbaut, von Gräben und Wall umgeben, innen 
eng. mit Vieh- und Pferdeställen zusammengedrängt; da sind nahebei dunkle 
Kammern mit Kanonen, mit Pech und Schwefel, und was sonst zur Kriegs- 
rüstung gehört, vollgefüllt. Überall riecht man den Gestank des Schießpulvers, 
dann die Hunde und ihren Unrat — auch ein schöner Dust, wie ich meine.
	        

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Atzler, Alois. Deutsche Geschichte Bis Zum Ausgange Des Dreißigjährigen Krieges. Paderborn: Schöningh, 1906. Print.
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