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Geschichte des Mittelalters (Teil 2)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1741695821
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20877722
Title:
Schulatlas für Gymnasien, Real- und Handelsschulen, Lehrerbildungs-Anstalten sowie sonstige höhere Lehranstalten
Shelfmark:
A GA-16(1,1897)
Author:
Richter, Eduard (03.10.1847-06.02.1905)
Place of publication:
Wien
Publisher:
Tempsky
Document type:
Monograph
Collection:
Austria
Publication year:
1897
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Language:
German
Subtitle:
im Anschluss an sein Lehrbuch der Geographie

Map

Title:
Ungarn, Kroatien & Slavonien
Document type:
Monograph
Structure type:
Map

Contents

Table of contents

  • Weltgeschichte
  • Geschichte des Mittelalters (Teil 2)
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Geschichte des Mittelalters. Vom Untergange des weströmischen Reiches bis zum Beginn der Reformation, 476-1517
  • Erste Periode. Vom Untergange des abendländischen Kaisertums bis zum Tode Karls des Großen, 476-814
  • Zweite Periode. Von Ludwig dem Frommen bis zum Beginn der Kreuzzüge, 814-1095
  • Dritte Periode. Vom Beginn der Kreuzzüge bis zum Ende des Interregnums, 1096-1273
  • Vierte Periode. Von Rudolf von Habsburg bis zum Beginn der Reformation, 1273-1517
  • Zeittafel
  • Advertising
  • Binder

Full text

127 
Die feierlichen Waffenspiele der Ritter nannte man Turniere. 
Vermutlich sind sie in Frankreich entstanden. Wenn ein Fürst oder 
sonst ein Vornehmer ein Turnier geben wollte, so schickte er lange 
vorher Einladungen an benachbarte Fürsten umher und ließ durch 
Herolde im ganzen Lande, zuweilen selbst im Auslande das Turnier 
ankündigen und den Tag bestimmen. Dann fanden sich zur bestimmten 
Zeit viele Ritter ein, alle herrlich gerüstet und gepanzert vom Kopf 
bis auf die Füße; selbst die Pferde waren mit eisernen Blechen bedeckt 
und mit köstlichen Decken und anderen Zieraten behängt. Auf 
dem Schilde hatte jeder ein Abzeichen, welches er immer führte, 
und welches alle, die zu seiner Familie gehörten, beibehielten, einen 
Löwen, Elefanten, Adler. Steinbock, ein Pferd, einen Engel und 
dgl. Daraus sind die Wappen entstanden. Da aber viele Familien 
Seitenlinien hatten, so hatte jede noch ein besonderes, sie bezeichnen¬ 
des Kleinod auf dem Helme, einen Adlerflügel, ein Paar Ochsen¬ 
hörner, einen Pferdekopf u. s. w., alles von Erz. Am Tage vor¬ 
her mußte jeder seinen Namen bei den Wappenrittern angeben, und 
wenn er nicht eine fürstliche Person oder sonst ein schon bekannter 
Ritter war, seinen Adel beweisen; denn nur Edelleute, und zwar 
nur solche, welche einen fleckenlosen Wandel geführt hatten, wurden 
zugelassen. Nun brach der Tag des Festes an. Auf dem Marktplatze 
oder auf einem freien Felde bei der Stadt waren Schranken gezogen, 
durch welche mehrere Tore führten. Auf einem Balkon saßen die 
Kampfrichter oder Turniervögte, auf einem andern die vornehmen 
Zuschauer, fürstliche Personen und Damen. Alle Kosten mußte der 
Unternehmer tragen; er bewirtete die ganze Zeit über die fremden 
Gäste und setzte die Preise (den Dank) aus, welche in schön ge¬ 
wirkten Leibbinden, kostbaren Schwertern, goldenen Sporen u. dgl. 
bestanden. Die einzelnen Ritter kamen nun herbeigeritten, zwei und 
zwei, wie sie entweder durchs Los zusammenkamen, oder wie die 
Gleichheit des Ranges es erforderte. Manchmal kam auch wohl 
ein Ritter mit geschlossenem Visier, der unerkannt bleiben wollte bis 
zu Ende des Festes; doch mußte er seinen Namen den Wappenrittern 
genannt haben, damit kein unritterlicher Mann sich zudränge. Unter 
kriegerischer Musik ritten nun die beiden ersten Kämpfer auf bäu-
	        

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Nösselt, Friedrich. Geschichte Des Mittelalters. Langensalza: Schulbuchh., 1904. Print.
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