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Lehrstoff der mittleren und oberen Klassen (Teil 2)

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1741695821
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-20877722
Title:
Schulatlas für Gymnasien, Real- und Handelsschulen, Lehrerbildungs-Anstalten sowie sonstige höhere Lehranstalten
Shelfmark:
A GA-16(1,1897)
Author:
Richter, Eduard (03.10.1847-06.02.1905)
Place of publication:
Wien
Publisher:
Tempsky
Document type:
Monograph
Collection:
Austria
Publication year:
1897
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Language:
German
Subtitle:
im Anschluss an sein Lehrbuch der Geographie

Map

Title:
Ungarn, Kroatien & Slavonien
Document type:
Monograph
Structure type:
Map

Contents

Table of contents

  • Leitfaden der Geographie für höhere Lehranstalten
  • Lehrstoff der mittleren und oberen Klassen (Teil 2)
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • Vierter Kursus. (Lehrstoff der Unter-Tertia.)
  • I. Vorläufiges aus der allgemeinen Erdkunde
  • II. Die außereuropäischen Erdteile
  • 1. Australien und Polynesien
  • 2. Amerika
  • 3. Afrika
  • 4. Asien
  • Fünfter Kursus. (Lehrstoff der Ober-Tertia und Unter-Sekunda.)
  • Sechster Kursus. (Lehrstoff der oberen Klassen.) Allgemeine Erdkunde
  • Namen-Register
  • Binder

Full text

12 
vierter Kursus. 
Erdteils. Hier hat sich, genährt von dem quellenreichen Gebirge, 
das einzige bedeutende Flußsystem, das des Murray, entwickelt. Der 
Murray entspringt am Mount Townsend, fließt nach NW., bis er 
durch eine nordsüdlich verlaufende Gebirgskette nach 8. abgelenkt wird, 
und mündet in ein weites Becken, dessen Öffnung zum Ozean durch 
Sandbarren versperrt und daher für größere Segelschiffe unzugänglich 
ist. Nebenflüsse von rechts: Murrumbidgee jMörrömbidschij, 
Darling. 
Die Küsten Ost-Australiens sind durch zahlreiche gute Häfen vor 
denen des Westens bevorzugt. Von Kap Aork bis Kap Sandy wird 
die Küste jedoch in einiger Entfernung von dem großen Korallen¬ 
riff begleitet, das die Annäherung an dieselbe erschwert. 
Das Innere Ost-Australiens hat noch unter Trockenheit zu leiden, 
Steppe wiegt daher vor. In Queensland wie am unteren Murray 
ist die Skrub-Formation noch weit verbreitet, der größere Teil der 
Tiefebene ist brauchbares Weideland. Die Ost- und Südost-Küste 
dagegen haben zu allen Jahreszeiten Regen, am häufigsten im Frühling 
und Herbst. Auch die Verderben bringenden heißen Winde aus den: 
Innern treten hier seltener auf. Dichte Wälder bedecken daher die 
Bergketten, reiche Weiden die zwischengelagerten Hochebenen. 
In Queensland wiegen Araukarien (eine subtropische Nadelholz-Gattung) und 
Palmen, weiter südlich Akazien und Eukalypten, in den höheren Teilen der Gebirge 
Buchen und Fichten vor. Besonders reiche Vegetation hat die Umgebung von 
Sydney. Bis zu Höhen von 100—130 rn erhebt sich hier die Knealyptus amyg- 
dalina, baumartige Farne bilden das Unterholz. Der außergewöhnliche Formen¬ 
reichtum und die Farbenpracht der Pflanzenwelt steht gegen die sonstige Ein- 
sörmigkeit der Vegetation des Erdteils in wohlthuendem Gegensatz und fiel schon 
den ersten Entdeckern so auf, daß sie die Bai, in der sie zuerst landeten, Botany 
Bai nannten. 
Sehr auffallend ist der Mangel an Nahrungspflanzen in ganz 
Australien. Keine einzige des Anbaus werte Pflanze fand sich vor 
Ankunft der Europäer. Dagegell gewähren die Baumarten mannig¬ 
fachen Nutzen. Sehr geschätzt ist das sehr harte Holz der Kasuarinen 
(Eisenholz). Viele Eukalypten liefern Gummi. Gegenwärtig sind mit 
gutem Erfolg europäische Getreide- und Obstarten angepflanzt. 
Sehr eigenartig ist die Tierwelt Australiens. Die Säugetier¬ 
fauna besteht fast ausschließlich aus Beuteltieren. Von Raubtieren 
ist nur eine wilde Hundeart, der Dülgo, vorhanden, Affen, Nagetiere, 
Huftiere fehlen ganz. Jetzt sinb jedoch europäische Haustiere eingeführt. 
Unter den Beuteltieren sind das herdenweise auftretende Känguru, das sich 
mit Hilfe seines starken Schwanzes sprungweise fortbewegt, und das schwerfällige, 
an Gestalt und Größe unserm Dachs ähnliche Wombat besonders bemerkenswert. 
Dazu kommen das merkwürdige Schnabeltier und der Ameisenigel, die Charaktere 
der Säugetiere und Vögel in sich vereinigen. Unter den Vögeln sind der Emu, 
eine Kasuarart mit ganz verkümmerten Flügeln und haarartigen Federn, und der 
Leierschwanz besonders auffallend. Sehr reich ist Australien ferner an schön ge¬ 
färbten Tauben und Papageien (Kakadus, Wellensittich). Schlangen sind häufig, 
darunter viele giftige. In den umgebenden Meeren zahlreiche Meersäugetiere, 
Wal- und Zinnfisch, Robben, und an den Küsten Queenslands der merkwürdige 
Dugong.
	        

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Langenbeck, Rudolf. Lehrstoff Der Mittleren Und Oberen Klassen. Leipzig: Engelmann, 1897. Print.
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