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Lehrbuch der Geschichte des Mittelalters

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1779780125
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-23722357
Titel:
Abrégé d'histoire grecque
Signatur:
F H-65(1,1879)5
Autor*in:
Duruy, Victor
Erscheinungsort:
Paris
Verlag:
Hachette
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Frankreich
Erscheinungsjahr:
1879
Ausgabenbezeichnung:
Nouv. édition, entièrement refondue, contenant des gravures d'après les monuments et des cartes [Electronic ed.]
Copyright:
Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut
Sprache:
Französisch
Untertitel:
rédigé conformément aux derniers programmes officiels pour la classe de cinquième

Karte

Titel:
Péloponèse
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Karte

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Lesebuch zur Pflege nationaler Bildung
  • Die weite Welt (Schulj. 7 u. 8)
  • Einband
  • Titelseite
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Bilder aus der Geschichte und Sage
  • II. Bilder aus der Erd- und Völkerkunde
  • III. Bilder aus der Natur
  • IV. Bilder aus dem sittlich-religiösen Leben
  • Anhang
  • Werbung
  • Einband

Volltext

209 
ihn geschehen gewesen, wenn nicht die Chulos mit ihren bunten 
Mänteln zu Hülfe gekommen wären. Alsbald ließ der Stier von 
seiner Beute los, stürzte auf die Fußgänger oder vielmehr den 
farbigen Lappen; er verfolgte den Träger durch die ganze Bahn. 
Dieser schwingt sich über die Holzwand, welche unter dem Stoß der 
Hörner des Stieres erbebt. Wie verdutzt steht er da, indem sein 
Gegner verschwunden ist. Alsbald stellt sich ihm ein zweiter Picador 
dar, welcher dasselbe Schicksal hat wie sein Vorgänger. Ehe noch 
die Chulos zu Hülfe kommen können, versetzt der Stier dem an der 
Erde zappelnden Pferd einen zweiten Stoß und trägt es hoch empor 
durch die halbe Bahn. Dem dritten Pferde riß der Stier im Nu 
den ganzen Leib auf, so daß das unglückliche Tier in seine Gedärme 
trat und sie sich selbst aus dem Leibe haspelte. Und in diesem Zu¬ 
stande wurde es durch Sporen und Schläge angetrieben und mußte 
noch einen zweiten Angriff der wilden Bestie aushalten. Natürlich 
erhielt der Stier jedesmal einen furchtbaren Stoß von der spitzen 
Lanze in die linke Schulter, er verweigerte daher den ferneren An¬ 
griff der Reiter, und nun mußten die Banderilleros heran. Dies sind 
Fußgänger, welche in der Hand einen zwei Fuß langen Pfeil tragen, 
dessen Spitze mit Widerhaken versehen ist, und welcher am entgegen¬ 
gesetzten Ende Fähnchen, Rauschgold, Raketen und selbst kleine Vogel¬ 
bauer hat, aus denen die Vögel, mit bunten Bändern geziert, entfliehen. 
Mit diesen Pfeilen gehen sie geradenwegs auf den Stier los. In dem¬ 
selben Augenblick, wo der Stier ausholt, springen sie seitwärts und 
stoßen ihre Pfeile zwischen Ohren und Hörnern ins Genick. Jetzt 
wird das Tier vollends rasend und toll. Oft treibt es eine ganze 
Schar von Chulos flüchtig über die Schranke, wobei sie laut ver¬ 
höhnt werden. Einmal faß der Stier selbst quer auf dem oberen 
Rande dieses Bollwerks, und es kommt zuweilen vor, daß er hinüber 
kommt. Einer der Chulos hatte die Keckheit, den farbigen Mantel 
umzuhängen, so daß der Angriff des Stieres nun unverzüglich auf 
ihn gerichtet war. In dem Augenblicke, wo jener den Kopf senkt und 
mit geschlossenen Augen vorstürzt, sprang er über ihn fort und kam 
neben ihm zu stehen. Wenn nun endlich die Wut des Stieres aufs 
höchste gesteigert, seine Kraft aber schon im Schwinden ist, so tritt 
der Matador ihm ganz allein gegenüber. Jetzt entsteht die größte 
Stille und Aufmerksamkeit, denn dies Beginnen ist bei weitem das 
gefährlichste. Der Matador, ein schöner Mann in Schuhen, weißen 
Strümpfen, hellblauer seidner Jacke und Beinkleidern, ein Netz über 
das Haar geflochten, führt in der Linken ein scharlachrotes Mäntel¬ 
chen, in der Rechten eine vier Fuß lange vierschneidige Toledoklinge. 
Die muß dem Stiere an einem ganz bestimmten Punkte in den 
Nacken gestoßen werden. Trifft der Degen eine andere Stelle, so schleudert 
das Tier ihn wieder heraus oder zersplittert ihn. Um aber den 
rechten Punkt zu treffen, handelt es sich um zwei, höchstens drei Zoll, 
in welcher Entfernung das Tier an dem Menschen vorbeistoßen muß. 
Weite Welt. 14
	        

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Zitierempfehlung

Jütting, Wübbe Ulrich, Hugo Weber, and Karl Lange. Die Weite Welt. Leipzig [u.a.]: Klinkhardt, 1905. Print.
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