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Deutsches Lesebuch (Cursus 2)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN1027508219
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-16964281
Titel:
Deutsches Lesebuch
Autor*in:
Oltrogge, Karl (14.03.1807-17.01.1876)
Erscheinungsort:
Hannover
Verlag:
Hahn
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Lesebücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1834
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Band

Persistenter Identifier:
PPN1799293904
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-23044039
Titel:
Deutsches Lesebuch
Signatur:
DDG-I 8(11,1868)-2
Autor*in:
Oltrogge, Karl (14.03.1807-17.01.1876)
Bandzählung:
Cursus 2
Erscheinungsort:
Hannover
Verlag:
Hahn
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Lesebücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1868
Ausgabenbezeichnung:
11., durch einen Anhang vermerkte Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
Prosaischer Theil
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
I. Erzählende Prosa
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
I. Erzählungen
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch
  • Deutsches Lesebuch (Cursus 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhalts-Verzeichniß
  • Prosaischer Theil
  • I. Erzählende Prosa
  • I. Erzählungen
  • II. Märchen
  • III. Darstellungen aus der Weltgeschichte
  • II. Beschreibende Prosa
  • III. Lehraufsätze
  • IV. Briefe
  • Poetischer Theil
  • Anhang
  • Einband

Volltext

20 
den Rest, der nicht in den Flammen aufgegangen war, wieder zusammen⸗— 
geleimt, und was daran fehlte, wieder ergänzt hatte, ließ er ihn durch 
einen Maler frisch anstreichen und hielt ihm auch sonst Alles, wie er es 
versprochen hatte, und noch mehr. Das war nun gut und recht, und 
wir wollen nicht lachen, wenn der gute Iwan den schön geputzten Heili— 
gen mit inniger Freude betrachtete und den Seinigen erzählte, wie es 
ihm damit ergangen war. Besser aber noch war, daß er als ein reicher 
—Wu 
hob und gern allen Menschen diente, die seiner bedurften. Und nicht 
blos seinen Heiligen kleidete er aus Dankbarkeit, sondern auch die Armen, 
die zu seiner Schwelle kamen. Darum war er denn bei allen Nachbarn 
beliebt, und wo er einsprach, war er gern gesehen. Denn sie meinten, er 
brächte ihnen Glück. Und so geschah denn, wie die Schrift sagt: „Thuet die 
Thore auf, daß hereingehe der fromme und gerechte Mann!“ und: „Wer 
den Gerechten bei sich aufnimmt, der wird einen guten Lohn empfangen.“ 
Nun könnt ihr schon hieraus abnehmen, daß man nicht meinen darf, es 
sei genug, einen Schatz zu finden, damit es einem wohl gehe. Es kömmt 
auf den Finder an. Der gute Wein schlägt um, wenn er in ein un— 
ceines Gefäß gegossen wird, und nur dem ist der Reichthum ein Gut, 
der selbst gut ist. Das werdet ihr noch besser erkennen aus einer andern 
Geschichte, die sich vor nicht langer Zeit in England begeben hat. 
Dort lebte vor mehren hundert Jahren ein böser König, Richard ge— 
nannt, seines Namens der Dritte, ein grausamer Mörder seiner königlichen 
Mündel und der Räuber ihres Thrones. Nicht lange genoß er das 
ungerechte Gut; denn ein Nebenbuhler seines Raubes erhob sich gegen 
ihn, und Richard fiel in einer Schlacht bei Bosworth, nahe bei der Stadt 
Leicester. Nun befand sich unter seinem Gepäck eine hölzerne Bettstelle, 
die er auf allen Reisen mit sich führte, indem er vorgab, daß er in 
keiner andern schlafen könne. In diesem unbehülflichen Gebäude aber 
waren geheime Kasten angebracht, in denen er sein Geld aufbewahrte, 
und Niemand wußte darum. Als er nun getödtet war, plünderten die 
Sieger alles Uebrige; an dem Bette aber, das ein so schlechtes Ansehn 
hatte, vergriff sich Niemand, sondern es blieb zum Andenken des bösen 
Königs in dem Hause stehen, wo er in der Nacht vor dem Treffen ge— 
schlafen hatte; und da bisweilen Leute kamen, die es sehen wollten, und 
ein Trinkgeld dafür bezahlten, so wurde es auf dem Boden unter dem 
Dache aufbewahrt, bis vor kurzem. Nun geschah es, daß der Eigen— 
thümer des Hauses eine Reise machte und als Aufseher einen Mann 
darein setzte, der wohl selber einen Aufseher brauchte. 
Denn er brachte den ganzen Tag im Wirthshause zu, und wenn 
er am Abend betrunken nach Hause kam, und seine Frau ihn schalt, 
blieb er ihr die Antwort auch nicht schuldig, und oft gab er sie nicht mit 
dem Munde, sondern mit der Faust. Als es nun Winter wurde, und es 
an Holz gebrach — denn der Mann sorgte für Nichts — wurde das 
alte Geräth des Hausherrn, das auf dem Boden umherstand, eines nach 
dem andern in's Feuer geworfen, und es war endlich Nichts mehr übrig, 
als König Richard's Bett. An das sollt' es nun auch kommen. Als 
aber der Mann mit dem Beile auf den Boden ging, um es in Stücken 
zu schlagen, lief die Frau ihm nach und wollte ihn abhalten.
	        

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Oltrogge, Karl. Deutsches Lesebuch. Hannover: Hahn, 1868. Print.
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