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Natur-, Erd-, Menschen- und Völkerkunde, und deren Geschichte

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN1889403776
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-23444336
Titel:
Lesebuch für die Jugend in Schulen und Haushaltungen
Signatur:
CH R-36(1,1789)
Autor*in:
Schiess, Sebastian
Erscheinungsort:
Trogen
Verlag:
Sturzenegger
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Schweiz
Erscheinungsjahr:
1789
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
mit Bewilligung der Obern

Kapitel

Titel:
Etwas aus der Naturgeschichte zum Unterricht für Kinder
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Natur-, Erd-, Menschen- und Völkerkunde, und deren Geschichte
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort und über den Gebrauch dieses vorliegenden unterrichtlichen Lesebuchs
    Vorwort und über den Gebrauch dieses vorliegenden unterrichtlichen Lesebuchs
  • Erste Stufe des Unterrichts. Naturgeschichte
  • 1) Der Mensch
  • 2. Die Thiere
  • 3. Die Pflanzen
  • 4. Die Erde, die Steine, die Metalle, die Salze, und merkwürdige Brennstoffe
  • 5. Wasser und Luft, und die Erscheinungen in der Luft
  • 6. Die Weltgegenden. Die Tags- und Jahrszeiten. Sonne, Mond und Sterne
  • Zweite Stufe des Unterrichts. A. Erdbeschreibung
  • 1. Das Großherzogthum Baden
  • 2. Geschichtliches von merkwürdigen Orten des Großherzogthums und genauere Beschreibung ihrer Lage und Umgebung
  • 3. Die Nachbarländer des Großherzogthums Baden
  • 4. Die übrigen (für Süddeutschland wichtigsten) Länder Deutschlands
  • Dritte Stufe des Unterrichts
  • I. Ueberblick über Deutschlands Geschichte
  • II. Die übrigen Länder Europas
  • III. Ueberblick über die Geschichte der alten Völker
  • IV. Geordneter Ueberblick über die Naturdinge
  • V. Die allgemeinen Eigenschaften, Kräfte und Thätigkeiten der Naturdinge und Stoffe und deren eigenthümliches Verhalten in verschiedenartigen Zuständen
  • VI. Allgemeine Erd- und Himmelskunde
  • VII. Was das Leben und die Wohlfahrt des Leibes erhält, was dieselbe zerstört; Mittel, das gefährdete Leben zu retten, und Scheintodte wieder zu-beleben (Gesundheitslehre). Beachtung, was man den Thieren schuldig ist, und was man gegen Gewächse zu beobachten hat
  • VIII. Landwirtschaft
  • Bedeutende Druckfehler und Berichtigungen
  • Einband

Volltext

368 
Zweite Stufe des Unterrichts. 
für Ackerbau, Handel, durch Verbesserung des Unterrichts aus. Nur veran¬ 
laßte sie den 7jährigcn Krieg, weil sie in den Besitz von Schlesien wieder 
gelangen wollte, der den Staat Viel Blut und Gut kostete, und in Schulden 
versetzte, wodurch der Gebrauch des Papiergeldes herbeigeführt ward. 
Ihr Sohn Kaiser Zoseph li fing erst nach dem Tode seiner Mutter 1780 
zu regieren an, obgleich sie ihn vorher schon nachdem Tode ihres Gemahls 
zum Mitregenten angenommen hatte. Er war voll Eifer, nach seiner Einsicht 
alles Gute zu fördern, das er als solches erkannt hatte, verfuhr aber dabei 
gewaltsam, eigenmächtig, übersprang die nöthigen Vorbereitungen und 
verletzte dadurch alle Verhältnisse. Durch Reisen hatte er die Fortschritte 
der Zeit wahrgenommen, wurde ein Bewunderer Friedrich II, mit dem 
er in Oberschlesien eine Zusammenkunft gehabt hatte. Er gestattete unge¬ 
bundene Freiheit in Schrift und Rede; er hob die Leibeigenschaft im gan¬ 
zen Umfange seines Reiches auf; schaffte die Todesstrafe ab; versetzte die 
Israeliten in einen freieren Zustand, verbesserte das Schulwesen, gestat¬ 
tete den Evangelischen durch die Ertheilung des Toleranzedictcs (1781) 
Freiheit in ihren kirchlichen Einrichtungen und ertheilte ihnen bürgerliche 
Rechte, hob 900 Klöster, die sich nicht mit Erziehung und Unterricht beschäf¬ 
tigten oder die nicht Kranken pflegten öder in denen nicht gepredigt wurde, 
auf; er that Viel für Hebung des Ackerbaus. Zn einem unglücklichen 
Türkenkrieg litt seine Gesundheit Noth. Krank kehrte er nach Wien zurück. 
Zn seinem ganzen Reiche zeigte sich Unzufriedenheit über seine Neuerungen 
und es entstand in einigen Theilen sogar Aufruhr. Von Krankheit ver¬ 
zehrt und durch Kummer gedrückt über das Mislingen all seiner wohlge¬ 
meinten Bestrebungen starb er 1790. Sein Bruder Leopold ir hob im 
nämlichen Zahre alle die Neuerungen wieder auf. Gegen Jedermann mild 
und gütig, war Joseph gegen sich selbst sehr hart. Seit dem Tode seines 
Vaters bestand sein Nachtlager aus einer mit Stroh gefüllten Matratze. 
Die Hofküche hatte für ihn Nichts zu bereiten. Er aß nur einfache Speisen, 
welche ihm eine Köchin bereitete. Sein Getränk war Wasser; nur in seiner 
Kränklichkeit nahm er etwas Wein. Dem Vergnügen widmete er wenig Zeit. 
Er stand sehr früh auf, und arbeitete bis zum sinkenden. Abend. Jedermann 
hatte freien Zutritt zu ihm. Um Mittag ritt er ans, nur von einem Be¬ 
dienten begleitet; manchmahl ging er allein in die Stadt, und mischte sich 
unerkannt unter das Volk. Jmmerhatte erbeträchtliche Geldsummen bei sich, 
die er im Stillen an Bedürftige vertheilte. Friedrich II sagte von ihm: „Jo¬ 
seph ist ein Kaiser, wie Deutschland lange keinen gehabt hat." In seinem 
Hofstall war Tag und Nacht ein Reitpferd gesattelt, damit er bei öffentl. 
Unglücksfällen schnell zu Hilfe eilen konnte. Als ein Mahl die ausgetretene 
Donau die Leopoldftadt unter Wasser gesetzt hatte, und als dieselbe anden 
nothwendigsten Bedürfnissen Mangel litt, fuhr er mit 3 Männern auf einem 
Nachen durch die Eisschollen und brausenden Fluten den Unglücklichen zu 
Hilfe, und bewies der Menge die Möglichkeit der Fahrt, wodurch seine 
Wiener bewogen wurden, den Ausgehungerten Lebensmittel zuzuführen,
	        

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Stern, Wilhelm. Natur-, Erd-, Menschen- Und Völkerkunde, Und Deren Geschichte. Karlsruhe: Groos, 1839. Print.
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