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[Oberstufe, [Schülerband]] (Oberstufe, [Schülerband])

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN1889403776
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-23444336
Title:
Lesebuch für die Jugend in Schulen und Haushaltungen
Shelfmark:
CH R-36(1,1789)
Author:
Schiess, Sebastian
Place of publication:
Trogen
Publisher:
Sturzenegger
Document type:
Monograph
Collection:
Switzerland
Publication year:
1789
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
mit Bewilligung der Obern

Binder

Document type:
Monograph
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Lesebuch für die evangelischen Volksschulen der Rheinprovinz
  • [Oberstufe, [Schülerband]] (Oberstufe, [Schülerband])
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Erste Abteilung
    Erste Abteilung
  • Zweite Abteilung
  • I. Geographische Bilder
  • II. Naturbilder
  • III. Geschichtliche Bilder
  • Binder

Full text

439 — 
Hochrufen begrüßt ihn; Blumen bedecken seinen Weg. Er erwidert — 
Thränen der Rührung in den Augen — einige Worte und ruft den 
Versammelten zu: „Auf Wiedersehen! Auf Wiedersehen!“ Der Wagen 
führt ihn zum Bahnhofe. Auch dort ein dreifaches Hoch, und fort braust 
der Zug. 
Und nun geht es den vierundachtzig Meilen langen Weg von Ems 
nach Berlin. Schweigend sitzt der König in dem Wagen,; selten schweift 
sein Blick hinaus auf die reichgesegneten Fluren seines Landes. Gar 
manche Sorge bewegt sein Herz. „Wie werden die Hessen, wie wird 
Hannover die neue Wendung der Dinge aufnehmen? Wird Süddeutsch— 
land fest und unerschütterlich zu uns stehen?“ 
Da fährt der Zug in einen großen Bahnhof. Es ist Kassel. Der 
Bahnsteig ist mit Menschen überfüllt. Nicht nur die Spitzen der bürger— 
lichen und militärischen Behörden, Tausende von Bürgern aller Stände, 
aller Parteien geleiten den Oberbürgermeister, um die von ihm über— 
reichte Ergebenheitsadresse mit herzlicher Zustimmung zu begleiten. Und 
niemand weicht von dem Bahnsteige, bis der König mit seinem Gefolge 
im Wartesaale sein Mittagsmahl beendet hat. Als er heraustritt und 
wieder in den Wagen steigt, ertönen jubelnde Hochrufe. 
Tiefgerührt und bewegt winkt der Monarch wieder und wieder 
dem Volke seinen Dank zu; dann geht es rasch vorwärts. 
Es ist eine denkwürdige Reise. Auf allen Stationen, ja oft weite 
Strecken längs der Bahn war das Volk in großen Scharen versammelt 
und rief: „Auf nach Frankreich! Auf nach Paris! Hoch König Wilhelm!“ 
Der Empfang der Hannoveraner in Göttingen, der Braunschweiger 
in Börssum thut dem König ganz besonders wohl; er weiß jetzt, daß 
nur eine Gesinnung in Norddeutschland herrscht, und er zweifelt nicht 
mehr, daß auch der Süden sie teilen werde. Und ist noch ein Rest von 
Sorge in seinem Herzen, sie weicht, als der Zug Brandenburg erreicht. 
Des Königs ernstes Gesicht heitert sich auf, als er seinen Sohn, den 
Kronprinzen, erblickt, und Bismarck, Moltke und Roon erscheinen; 
in ihrer Begleitung macht er den letzten Teil seiner Reise. 
Der blumen- und guirlandenbekränzte Potsdamer Bahnhof empfängt 
den Zug in Berlin. Der Bahnsteig ist überfüllt, — ein donnerndes Hurra, 
untermischt mit dem Rufe: „Nieder mit Frankreich!“ ertönt. Der 
König steigt aus seinem Salonwagen, reicht dem greisen Wrangel die 
Hand und schreitet dann langsam, nach allen Seiten freundlich grüßend 
und von den Damen Blumensträuße entgegennehmend, ins Warte— 
zimmer. 
Nach kurzem Verweilen besteigt der König seinen Wagen und fährt 
langsam durch die dichtgedrängten, jubelnden Menschenmassen nach seinem 
Schlosse. Dort erdröhnt noch einmal ein tausendstimmiges Hurra; der 
König richtet einige Worte des Dankes von der Rampe an das Volk; 
dann tritt er in sein Schloß.
	        

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[Oberstufe, [Schülerband]]. Bielefeld: Velhagen & Klasing, 1896. Print.
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