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Hilfsbuch zum Unterricht in der deutschen und brandenburgisch-preußischen Geschichte

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN772484449
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-10249121
Titel:
Hilfsbuch zum Unterricht in der deutschen und brandenburgisch-preußischen Geschichte
Signatur:
HDG-I 16(3,1869)
Autor*in:
Förster, Eduard
Erscheinungsort:
Erfurt
Verlag:
Körner
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1869
Ausgabenbezeichnung:
3., umgearb. u. verm. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
mit Berücksichtigung der Geschichte der christlichen Kirche und unter Hinweis auf die vaterländische Poesie

Kapitel

Titel:
Erster Theil. Lebensbilder aus der Geschichte der christlichen Kirche bis zum 6. Jahrhundert
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Hilfsbuch zum Unterricht in der deutschen und brandenburgisch-preußischen Geschichte
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Uebersicht des Inhaltes
  • Erster Theil. Lebensbilder aus der Geschichte der christlichen Kirche bis zum 6. Jahrhundert
  • Zweiter Theil. Die deutsche und brandenburgisch-preußische Geschichte
  • I. Zeitraum. Von den Anfängen der deutschen Geschichte bis zum Untergange des karolingischen Königsgeschlechts. (Bis um das Jahr 900.)
  • II. Zeitraum. Die Geschichte Deutschlands als eines eigenen, selbstständigen Reiches von Heinrich I. bis zur Auflösung des deutschen Reiches. (919 - 1806.)
  • III. Zeitraum. Die neue Zeit. (Von 1806 - 1866.)
  • Anhang
  • Werbung
  • Einband

Volltext

6 
geführt wurde. Es wurde wahr, was Tertullianus*) gesagt hatte: „Unsere 
Zahl nimmt desto mehr zu, je mehr man uns zu dämpfen sucht." Das Blut 
der Märtyrer ward ein Same der Kirche. 
2. Die erste Verfolgung unter Kaiser Nero. Nero hatte schon seit 
geraumer Zeit des Schrecklichen viel verübt. Eitelkeit und Wollust beherrschte 
sein Herz, und weil er fürchtete, daß man ihn in seinen Genüssen und Lüsten 
stören möchte, so ward er grausam. Seine Gemahlin verstieß er und ließ sie 
vergiften; seine eigene Mutter und sein alter Lehrer fielen als Opfer seines 
Mißtrauens. Er wollte lieber gehaßt, als geliebt werden. Endlich kam er 
auf den Einfall, Rom in Brand zu stecken, um eine Vorstellung von dem 
Brande Troja's zu haben und die Stadt zu seiner Lust und Ehre herrlicher 
aufzubauen. Es entstand eine furchtbare Feuersbrunst, die 6 Tage und 7 
Nächte dauerte. Die herrlichsten Gebäude wurden vernichtet, viele Einwohner 
von den Flammen getödtet oder unter den Trümmern ihrer einstürzenden 
Wohnungen begraben. Als das Feuer am verderblichsten wüthete, stand der 
grausame Kaiser auf der Zinne seines Palastes im Gewände eines Saiten¬ 
spielers'und besang die Einäscherung Troja's^). Man erklärte ihn für den 
Brandstifter; aber er wußte die Schuld auf die unschuldigen Christen zu wäl¬ 
zen. Da brach die Wuth des Volkes gegen diese aus, und sofort wurde die 
Rache des Hasses vollzogen. Unter den furchtbaren Qualen der Folter gestan¬ 
den die Christen zu, was man von ihnen verlangte. Ihre Martern waren 
dem gottlosen Nero nun ein eben so angenehmes Schauspiel, wie der Braud 
der Stadt. Kreuzigung und Enthauptung genügten nicht; die Bosheit des 
Tyrannen ersann noch andere Mittel. Die armen Schlachtopfer wurden tu 
die Häute wilder Thiere genäht, um Hunde auf sie zu hetzen uud sie von deren 
Bissen zerfleischen zu lassen. Andere wurden mit brennbaren Stoffen bestri¬ 
chen uud angezündet, um in dunkler Nacht lebendige Fackeln zu sein, zwischen 
denen der Kaiser auf seinem Prachtwagen dahinfuhr. 
Unter den Opfern, welche in dieser Zeit fielen, befanden sich auch die 
Apostel Paulus und Petrus; jener wurde, weil er römischer Bürger war, ent¬ 
hauptet, dieser jenseits der Tiber gekreuzigt. 
Nach dem entsetzlichen Brande baute Nero die Hauptstadt des Reiches 
herrlicher aus, als sie gewesen war. Seine eitle Gesinnung gab sich auch noch 
auf andere Weise kund. Er nahm am großen Wagenrennen im Circus per¬ 
sönlichen Antheil und trat als Sänger und Dichter auf. Das ihm gespendet^ 
Lob machte ihn vollends verwirrt. Er unternahm eine Kunstreise nach Grie¬ 
chenland, um in den Kampfspielen den Preis zu erringen, den ihm die Grie¬ 
chen auch geru zuerkannten. Bei seiner Rückkehr brachte er 1800 Kronen mit, 
die ihm als dem besten Sänger, Dichter, Wagenlenker und Ringer gespendet 
worden waren. Auf dem prächtigen Wagen des Kaisers Augustus hielt er 
seinen glanzvollen Einzug, in Purpur gekleidet, die Stirn mit dem Laube des 
Oelbaumes geschmückt und auf seinem Haupte die pythische 3) Krone tragend. 
0 Tertullianuö war ein hervorragender lat. Kirchenlehrer, der das Christcnthum 
gegen die verschiedensten Feinde in Wort und Schrift vertheidigte (tz 220). 
2) Troja lag unfern des ägäifchen Meeres und erhielt seinen Ruhm durch den 
sogenannten trojanischen Krieg, in welchem die Griechen die Stadt 1184 v. Chr. 
eroberten und zerstörten. 
3) Pythia hieß die Priesterin des Orakels zu Delphi.
	        

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Förster, Eduard. Hilfsbuch Zum Unterricht in Der Deutschen Und Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Erfurt: Körner, 1869. Print.
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