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[Teil 2 = (Mittelstufe), [Schülerband]] (Teil 2 = (Mittelstufe), [Schülerband])

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN620697741
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7969435
Titel:
Lehrbuch der Weltgeschichte für obere Klassen der Gymnasien und Realschulen
Autor*in:
Dürr, Julius
Klett, Theodor
Treuber, Oskar
Erscheinungsort:
Stuttgart
Verlag:
Neff
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Untertitel:
sowie zum Selbstunterricht

Band

Persistenter Identifier:
PPN620704594
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-8003583
Titel:
Neue Zeit
Signatur:
HEG-II 40(1,1897)-3
Autor*in:
Klett, Theodor
Treuber, Oskar
Bandzählung:
Bd. 3
Erscheinungsort:
Stuttgart
Verlag:
Neff
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1897
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

Einband

Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Einband

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch für bayerische höhere Töchterschulen
  • [Teil 2 = (Mittelstufe), [Schülerband]] (Teil 2 = (Mittelstufe), [Schülerband])
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Inhalts-Verzeichnis
  • A. Prosa
  • I. Fabeln und Parabeln
  • II. Märchen, Sagen und Legenden
  • III. Geschichtsbilder
  • IV. Bilder aus der Erdkunde
  • V. Naturbilder
  • VI. Bilder aus dem Menschenleben
  • VII. Lehrhaftes
  • VIII. Briefe
  • B. Poesie
  • Werbung
  • Einband

Volltext

147 
Fels und Gesträuch sich verliert und in uns die Lust erweckt die unbekannten 
Reviere kennen zu lernen, die er durchfließt. 
Nirgends im ganzen Walde sehen wir solch trefflich gebildete Zusammen¬ 
stellungen von Gewächsen wie hier. Die großen und dickaderigen Blattschilde 
des Huflattichs pflanzen sich mit üppig strotzenden Stengeln neben die grüne 
Stickerei großer Farnblätter. Efeugehänge wallen wie Vorhänge von über- 
gelehnteu Stämmen und Uferbrüstungen nieder. Neben ihnen wiegen Licht¬ 
nelken ihr zehnkerbiges, karminrotes Blütenrund. An solchen Stellen, wo der 
Bach seine Ufer mit Geröll und Geschiebe überschüttet hat, wuchert Ampfer 
mit grobgerunzeltem Blatt nebst mannshohen Nesseln, wüsten Kletten und 
Spierstauden, aus deren Dickicht sich Schneeball mit den Hunderten weißer 
Blutendolden emporbuscht. Wieder an anderen Stellen senken sich die viol- 
blauen Blüten der Glockenblumen an hohem, reich beblättertem Schafte und 
zu ihnen gesellt sich Vergißmeinnicht, Ranunkeln und kletterndes Labkraut. 
Immer und immer begegnen uns neue Pflanzengeschlechter, so daß 
unsre Naturfreude stets von neuem erfrischt wird und wir in sinnendem 
Betrachten uns immer inniger in die Natur hineinleben. Ein leises Wehen 
und Bewegen der Blätter, einsame Vogelstimmen dazwischen, dann das wie 
gedämpfte Schlummerlieder tönende Rauschen des Baches versenkt uns in 
Ruhe und träumerische Stimmung, bis ein helleres Lispeln der Blätter, 
frischeres Wehen und regeres Bachgeplätscher uns wieder aufweckt. Endlich 
öffnet sich das Dickicht um sich bald wieder zu schließen. In der Umrah¬ 
mung uralter Bäume, von Felsen überragt, liegt eine Waldwiese in allem 
Farbenglanz der Smaragde, Rubine und Türkise, im Goldschmelze des voll 
hereinströmenden Sonnenlichtes, vom Bächlein durchklungen, umtönt vom 
Liede der Drosseln, Grasmücken und Nachtigallen. 
An dieser heimlichen Stelle wohnt noch der ungetrübte Naturfriede und 
die Ruhe heiliger Einsamkeit, die noch niemals durch ein böses Menschen¬ 
wort, durch eine schlechte Tat entweiht wurde. Alles ist hier lauter und 
ungetrübt und neu, als wäre es eben erst aus den Händen des Schöpfers 
hervorgegangen. Von der Welt ist nichts zu vernehmen; nur nach obenhin 
öffnet sich der grüne Raum nach dem blauen Himmel und nach oben blicken 
alle die wildfrischen Blumen. 
Die Waldwiese ist ein Sammelplatz des mannigfaltigsten Tierlebens. 
An dem Rande schwingt sich mit lockerm Flügelschlage ein aufgescheuchter 
Bussard empor. Der alte Baumstumpf ist die Schutzwehr einer Schlangen¬ 
wohnung; die unschädliche schwarze Ringelnatter mit dem gelben Kopfstriche 
liegt davor sich zu sonnen. Dieser versteckte Platz im Walde ist auch die 
Stelle, wo die Rehgeiß mit ihren noch weißgetüpfelten Kitzlein gewöhnlich 
des Abends auszutreten pflegt. K. Berthold. 
95. Die Dürre in der Heide. 
Pfingsten kam näher und näher. Der glänzende Himmel war wochen¬ 
lang ein glänzender geblieben und wohl hundert Augen schauten nun zu ihm 
10*
	        

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Zitierempfehlung

Kennerknecht, Daniel, and Johann Neubauer. [Teil 2 = (Mittelstufe), [Schülerband]]. Bamberg: Buchner, 1910. Print.
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