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Handbuch für den deutschen Unterricht in den oberen Klassen der Gymnasien (Theil 2)

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN621048631
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4566584
Titel:
Lehrbuch der Geschichte für Lyzeen und höhere Mädchenschulen
Autor*in:
Christensen, Heinrich
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Christmann, Curt
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Hirt
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Untertitel:
Neubearbeitung in 4 Heften, 1 Vorstufe und 1 Ergänzungsheft

Band

Persistenter Identifier:
PPN621048666
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-4591395
Titel:
Quellenlesebuch
Signatur:
HEG-II 53(2,12)-5
Autor*in:
Christensen, Heinrich
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Christmann, Curt
Bandzählung:
Heft 5. Erg.-H
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Hirt
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1912
Ausgabenbezeichnung:
2. Aufl., (Neudr.) [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Untertitel:
ausgewählte Abschnitte aus Quellenschriften und hervorragenden Geschichtswerken nebst einer Einleitung über Geschichtsquellen

Kapitel

Titel:
Inhalt
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsches Lesebuch
  • Handbuch für den deutschen Unterricht in den oberen Klassen der Gymnasien (Theil 2)
  • Einband
  • Titelseite
  • An die Jugend
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Inhalt
  • [Inhalt gesamt]
  • Erster Theil. Die ältere Literatur und Vorbildung der neueren in Poesie und Prosa
  • Zweiter Theil. Die Blüte der neueren Literatur. I. Poesie
  • II. Prosa. Uebersicht
  • Verzeichnis derjenigen Schriftsteller, welchen die prosaischen Stücken entnommen sind
  • Erster Abschnitt. Beschreibung und Schilderung.
  • Zweiter Abschnitt. Erzählungen und Charakteristik
  • Dritter Abschnitt. Geschichte und Philosophie der Geschichte
  • Vierter Abschnitt. Literatur- und Kunstgeschichte
  • Fünfter Abschnitt. Ueber Sprache und sprachliche Darstellung
  • Sechster Abschnitt. Ueber Kunst und allgemeine Aesthetik
  • Siebenter Abschnitt. Philosophie und Religion*)
  • Achter Abschnitt. Aphorismen über verschiedenen Gegenstände
  • Kurzer Abriß der Hauptlehrgegenstände des Deutschen Unterrichts
  • Wörterverzeichniß aus dem Mittelhochdeutschen
  • Einband

Volltext

Gott in der Geschichte. 
561 
ausgerüsteten Feinde noch in der letzten entscheidenden Prüfung entgegen geführt werden 
soll: der, und nur der allein mag die welthistorischen Erscheinungen in ihrer oft wunder¬ 
bare» und rüthselhaften Verwicklung wirklich verstehen, so weit ein menschliches Auge in das Ge¬ 
heimniß jener verborgenen Fügungen eindringen kann. Wer aber alles in der Menschheit 
und ihrem Entwicklungsgänge für bloß natürlich hält und bloß natürlich erklären will, 
wenn auch mit einigem Ahnungsgefühle von der über alles waltenden göttlichen Vorsehung 
oder einer frommen Deferenz gegen ihre verborgenen Wege und höheren Absichten, aber 
ohne volle Anerkennung und tieferes Eindringen; wem jene Macht des Bösen dabei nicht 
klar und einleuchtend und verständlich geworden ist: der wird immer nur an der Oberfläche 
der Weltbegebenheiten und geschichtlichen Thatsachen haften und bei dem äußeren Scheine 
stehen bleiben, ohne den Sinn des Ganzen zu begreifen, oder die eigentliche Bedeutung des 
Einzelnen völlig zu verstehen. Das Wesentlichste von allem aber ist, den in der Geschichte 
sich offenbarenden, den freien Menschensinn erleuchtenden und führenden, das Menschenge¬ 
schlecht errettenden und begleitenden, endlich auch die Zeiten und Völker schon hier richtenden, 
warnenden und strajenden Geist Gottes in seinem Dahinschreiten durch die Jahrhunderte 
wahrzunehmen und die Flammenzüge und Spuren seines Fußtrittes zu erkennen. 
Fr. Schlegel (S. 432). ' 
32. Gott in der Geschichte. 
An der That, es entdeckt ein irgend aufmerksamer Blick den Gott in der Geschichte noch 
leichter und unverkennbarer, als in der Natur. Wenn aus allem, was die Menschen wollen 
und dem sie mit allen Mitteln, über die sie gebieten, entgegenstreben, nichts wird; was sie 
nicht wollen, aber sich erfüllt, und es nun hinterher klar wird, daß das, was sie gewollt, 
unvernünftig gewesen; was aber geworden, sich als das Rechte befindet: dann ist es der 
Gott in der Geschichte gewesen, der dem Esel des falschen Propheten in den Weg getreten 
und den Schrei in seinem Munde in articulirte Rede, den Fluch aber im Munde des Auf¬ 
sitzenden in Segen umgewandelt. Wenn es Mitwinternacht ist auf Erden, und alle Pulse 
der Geschichte stocken, und alles Leben in ihr versiegen will, und nun mit einem Mal ein 
Frühlingshauch sie überweht und die verlechzten Brunnen plötzlich überfließen wollen, und 
eine unbegreifliche Macht die Geister bindet, und sie hinführt oder hinstürmt, wo sie nicht 
hin wollen: dann ist es der Gott in der Geschichte, der es durch sie wehen und darauf 
grünen und blühen läßt in ihr. Wenn die Menschen nach der Titanen Art, Trotz auf 
Trotz, Masse auf Masse, Gewalt auf Gewalt anwälzend, sich ein Riesenbild gebaut, es an 
zubeten, und nun ein Sonnenstäubchen unvermerkt heranschwebt, und im Schweben lang 
sam wachsend, hineinwächst in die Sichtbarkeit, und wachsend und immer wachsend Masse 
gewinnt und zum Steine wird, und der Stein zum Felsen, der, an die thönernen Füße des 
Kolosses anprallend, ihn in Staub zermalmt: dann ist es der Gott in der Geschichte ge¬ 
wesen, der kein Wohlgefallen an dem Götzenbilde gesunden, und der verschwindenden Größen 
sich gebraucht, um die sich blähende Kleinheit zu zerstieben. Vor allem, wenn er als Richter 
hernieder kommt, um mit Langmuth getragenen Frevel ein Ziel zu setzen; wenn das Schwert 
der Boten seines Zornes Hunderttausende wegmäht wie Gras auf dem Anger, daß sie, die 
noch einen Augenblick zuvor auf ihre Zahl und Macht und Unüberwindlichkeit gepocht, jetzt 
an der Erde liegen und zu Heu erdörren: dann entsteht wohl eine augenblickliche Stille 
unter den Völkern, und das sonstige Getöse der Geschichte schweigt eine kleine Zeit; denn jene 
höhere Geschichte, die Gott aus der Stille seiner Unsichtbarkeit herauswirkt, ist jetzt ganz nahe an 
die Horchenden herangetreten, und die Geisternähe erfüllt sie mit Schrecken undunwillkürlichem 
Respect. Dies hat das Heidenthum durch alle seine Zeiten schon gar wohl erkannt und, 
wie die Hebräer dort am Sinai vor dem donnernden Jehooah, so am Fuße des Olympus 
Bone'S Lesebuch II. Th. 9. Aufl. Zsj
	        

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Bone, Heinrich. Handbuch Für Den Deutschen Unterricht in Den Oberen Klassen Der Gymnasien. Köln: DuMont-Schauberg, 1872. Print.
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