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Des Mägdleins Dichterwald

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN179964345X
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-23130988
Titel:
Des Mägdleins Dichterwald
Signatur:
DI-I 38(3,1856)
Autor*in:
Colshorn, Theodor (13.01.1821-01.09.1896)
Erscheinungsort:
Hannover
Verlag:
Rümpler
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Lesebücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1856
Ausgabenbezeichnung:
3. Auflage [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
stufenmäßig geordnete Auswahl deutscher Gedichte für Mädchen ; aus den Quellen

Kapitel

Titel:
Erster Gang
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Des Mägdleins Dichterwald
  • Einband
  • Titelseite
  • [Widmung]
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Zur dritten Auflage
  • Erster Gang
  • Zweiter Gang
  • Dritter Gang
  • Inhalt
  • Personenindex
  • Einband

Volltext

V 
Mit des Unschuld'gen Blute nicht befleckt. 
Also die Neger. — Europaͤer, wir? 
Der Inde. 
Von Praͤtzel. 
Gedichte. Leipzig 1820. 
Friedlich, nach durchlauf'ner Bahn 
Den erstarrten Leib zu pflegen, 
Kam, gepeitscht von Sturm und Regen, 
Der mobile Handelsmann 
Levi Schmuhl im Wirtshaus an. 
Zechend im zufriednen Kreise 
Saß des Staͤdtchens Buͤrgerschaft, 
Labte sich am Gerstensaft 
Und besprach sich wechselsweise 
Hier von Schul⸗ und Kirchenzucht, 
Vom erschienenen Kometen, 
Dort von Pest und Kriegesnoͤthen 
Und der schlecht gerathnen Frucht. 
Levi gruͤßt' und nahm bescheiden 
In der Eck' ein Plaͤtzchen ein. 
Unwillkommnes harrte sein; 
Schmach und Kraͤnkung mußt' er leiden, 
Statt der Ruhe sich zu freun; 
Denn zur Lust der Kuͤmmelbruͤder 
Brannte mit dem Pfeifenspan 
Borkenfeld, der Seifensteder, 
Ihm den Bart von hinten an. 
Gellendes Gelaͤchter kroͤnte 
Seine Großthat fuͤr und fuͤr. 
Schamvoll schluͤpfend durch die Thuͤr, 
Sucht' im Stall sich der Verhoͤhnte 
Friedensrast und Nachtquartier. 
Mitternacht mit dunkler Huͤlle 
Deckte Thal und Huͤgel schon, 
Alles Leben war entflohn; 
Aber furchtbar durch die Stille 
Drang der Feuerglocke Ton! — 
Prafselnd schlaͤgt die Wuth derFlammen, 
Um des Seifensieders Dach; 
Heulend laͤuft das Volk zusammen, 
Alle Schlaͤfer werden wach. 
Alles regt sich, und geschwinde 
Wird der Waßerschlauch gefuͤllt, 
Daß die Flamme, kuͤhn und wild, 
Aufgejagt vom Wirbelwinde, 
Den gewalt'gen Gegner finde. — 
Doch wer faßt ein Herz und fliegt 
Rettend nach dem zarten Kinde, 
Das im Erker schlummernd liegt? 
Denn die Mutter steht man rennen, 
Angst befluͤgelt ihren Lauf, 
And verzweifelnd schreit sie auf: 
LZaßet Haus und Habe brennen; 
Reißt mein Kind aus Feuersglut 
Sieh, da zeigt mit hohem Muth, 
Wo die Funken spruͤhn und stieben, 
Sich ein Fremdling, eilt ins Haus, 
Eilt, vom Dampf zuruͤckgetrieben, 
Wieder vor die Thuͤr heraus, 
Blickt empor und klimmt behender, 
Als der Marder scheu im Lauf, 
Biebelwaͤrts am Weingelaͤnder, 
Bricht die Fensterpfosten auf, 
Steigt hinein mit Windeseile, 
snuͤpft, indes mit Todesgraun 
Aller Augen aufwaͤrts schaun, 
Mit geloͤstem Wiegenseile 
Sich das Kind am Busen fest, 
Filt, vom Augenblick gepresst, 
Aus dem dampfenden Reviere, 
Steigt am schwankenden Spaliere 
Niederwaͤrts mit heit'rer Lust, 
degt das Kind, wie er's gefunden, 
Lebend an der Mutter Brust, 
Wendet sich — und ist verschwunden. 
Ind das Haus, der Gluten Raub, 
Sinket schnell in Schutt und Staub 
Doch so wie der Morgen wieder 
Purpurfarbig sich erneut, 
Tritt der Gastwirt, still erfreut, 
Zum verarmten Seifensteder, 
Einen Beutel in der Hand. 
Levi,' spricht er, der die Wand 
Deines Giebelwerks erklommen, 
Der dein Kind der Wieg' entnommen, 
Levi hat mich hergesandt, 
Diese Gabe dir zu reichen. 
Dank und Thraͤnen spare dir;
	        

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Zitierempfehlung

Haacke, Christoph Friedrich Ferdinand. Alte Geschichte, Mit Geographischen Einleitungen. Stendal: Franzen und Große, 1829. Print.
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