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Abriß der Weltgeschichte mit eingehender Berücksichtigung der Kultur- und Kunstgeschichte für höhere Mädchenschulen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN622812599
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6344225
Titel:
Abriß der Weltgeschichte mit eingehender Berücksichtigung der Kultur- und Kunstgeschichte für höhere Mädchenschulen
Signatur:
HDG-II 19(1,1891)
Autor*in:
Andrä, Jakob Carl
Sevin, Ludwig
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Voigtländer
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1891
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
mit 12 Geschichtskarten und 8 Tafeln zur Kultur- und Kunstgeschichte

Kapitel

Titel:
Dritter Teil. Die neue Zeit. Vom Beginn der Reformation bis zur Gegenwart 1517-1890
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Dritte Periode. Vom Ausbruch der großen französischen Revolution bis zur Gegenwart 1789-1889
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Abriß der Weltgeschichte mit eingehender Berücksichtigung der Kultur- und Kunstgeschichte für höhere Mädchenschulen
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Geschichtskarten
  • Einleitung
  • Erster Teil. Das Altertum. Von den ältesten Zeiten bis zum Untergange des weströmischen Reiches, x-476 n. Chr.
  • Erstes Kapitel. Geschichte der orientalischen Völker
  • Zweites Kapitel. Geschichte der Griechen
  • Drittes Kapitel. Geschichte der Römer
  • Zweiter Teil. Das Mittelalter. Vom Untergang des weströmischen Reiches bis zur Reformation 476-1517
  • Erstes Kapitel. Die Zeiten des Frankenreiches (476-843)
  • Zweites Kapitel. Geschichte des Deutschen Reiches im Mittelalter (843-1517)
  • Anhang. Die wichtigsten außerdeutschen Länder
  • Dritter Teil. Die neue Zeit. Vom Beginn der Reformation bis zur Gegenwart 1517-1890
  • Erste Periode. Vom Beginn der Reformation bis zum westfälischen Frieden 1517-1648
  • Zweite Periode. Vom westfälischen Frieden bis zum Ausbruch der großen französischen Revolution 1648-1789
  • Dritte Periode. Vom Ausbruch der großen französischen Revolution bis zur Gegenwart 1789-1889
  • Beilagen
  • Werbung
  • Einband

Volltext

r 
— 269 — 
In hellen Klängen, frisch wie der Vogel in den Zweigen, sang Joseph tum 
Eichendorff (gest. 1857) die lieblichsten Lieder vom fröhlichen Wandern durch Ge- 
birg und Thal, vom träumerischen Zauber des Waldes, von der stillen, geisterhaften 
Mondnacht, von dem Abend, der rosige Flocken streut, von der heiligen Morgen- 
frühe, wo er auf der Berghöhe nach dem ersten Strahl schaut, kühle Schauer in 
tiefster Brust. Der katholischen Kirche eifrig ergeben, mit seinem warmen Herzen 
in der Welt der Ritter, der Mönche, der fahrenden Schüler lebend, ragt er als der 
größte lyrische Dichter unter den Romantikern hervor. Nicht wenige seiner 
naturandächtigen und naturseligen, heiteren und frommen Lieder, „deren Worte 
sich der Musik von selber fügen", leben im Gesänge fort. Von ihnen seien hier ge- 
nannt: „In einem kühlen Grunde", „Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut", 
„Wem Gott will rechte Gunst erweisen", „O wunderbares tiefes Schweigen", 
„Komm, Trost der Welt, du stille Nacht". 
Verwandter Art sind die Gedichte von Wilhelm Müller (gest. 1827). Auch 
er besingt gerne das Wandern und liebt es, wie Eichendorff, seine anmutig fließen- 
den, melodischen Lieder Musikanten, Zigeunern, Handwerksburschen, Studenten, 
Jägern, Hirten, Fischern 2c. in den Mund zu legen; vor allen läßt er einen Müller 
auftreten, der des Dichters eigenes inneres Empfinden kund giebt. Bekannt ge- 
blieben ist sein Lied: „Wer hat die weißen Tücher gebreitet über das Land?" und 
die Romanze „Der Glockenguß zu Breslau". Der Freiheitskampf der Griechen 
rief seine kräftigen und zündenden „Grie chenlieder" hervor. 
Adalbert von Chamisso (gest. 1838) ist ein geborener Franzose, der sich so 
vollständig in das deutsche Wesen hineingelebt hat, daß er mit Recht unter den 
besten unserer neueren Dichter genannt wird. Wie er in schlichten, tiefempfundenen 
Liedern „der Frauen Liebe und Leben" zu schildern weiß, so giebt ihm seine Reise 
um die Welt Anlaß, die Meereseinsamkeit der Südseeinseln in den kunstvollsten 
Dichtungsformen („Salas y Gomez" zc.) zu besingen. Auch treffliche Balladen hat 
er gedichtet; „Die alte Waschfrau" ist ein gelungenes Lebensbild aus dem Volke; 
in dem „Schloß Boncourt" segnet er liebevoll sogar die Bauern, die über den 
freventlich zerstörten Sitz seiner Väter den Pflug führen. Sein Märchen von dem 
schattenlosen „Peter Schlemihl" ist weltberühmt. 
Heinrich von Kleist, der aus Gram über die französische Fremdherrschaft und 
über die Schmach seines Volkes sich selbst (1811) den Tod gab, darf als der be- 
deutendste Dramatiker unter den romantischen Dichtern bezeichnet werden. 
Von seinen Stücken ist das Ritterschauspiel „Käthchen von Heilbronn" das be- 
kannteste; „Die Hermannsschlacht" giebt ein Bild des Kampfes gegen die Unter- 
drücket des Vaterlandes, die grimmig gehaßten Franzosen; voll Anhänglichkeit an 
Preußen und das Hohenzollernhaus ist „Der Prinz von Homburg". Auch Kleists 
Lustspiel „Der zerbrochene Krug" verdient Erwähnung. 
Ein dramatischer Dichter von Bedeutung ist ferner der Wiener Grillparzer. 
Sein frühestes Schauspiel, „Die Ahnfrau", gehört noch in die Reihe der verfehlten 
sogenannten Schicksal stragödien, die damals vorübergehend auf wucherten; 
aber seine folgenden Stücke: „Sappho", „Das goldene Vließ" und mehrere andere 
sind als wertvolle Dichtungen anzuerkennen. 
4. Die vaterländischen Dichter. Tiefer und gewaltiger als durch 
die Poesie der Romantiker wurden die Herzen des deutschen Volkes er-
	        

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Andrä, Jakob Carl, and Ludwig Sevin. Abriß Der Weltgeschichte Mit Eingehender Berücksichtigung Der Kultur- Und Kunstgeschichte Für Höhere Mädchenschulen. Leipzig: Voigtländer, 1891. Print.
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