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Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN623442183
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6489930
Title:
Leitfaden der Geschichte für höhere Lehranstalten
Author:
Meiners, Wilhelm
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Teubner
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN623442345
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6492868
Title:
Leitfaden der Alten Geschichte für Quarta
Shelfmark:
HDG-II 4(1,01)-1
Author:
Meiners, Wilhelm
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Teubner
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1901
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Appendix

Title:
Sagen-Anhang
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Appendix

Contents

Table of contents

  • Lesebuch zum Gebrauch in Volksschulen für Schüler von 10 bis 15 Jahren
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Vorwort zur zweiten Auflage
  • Vorwort zur dritten Auflage
  • Inhaltsverzeichniß
  • Sachlich geordnetes Inhaltsverzeichniß
  • [Lesestücke 1-20]
  • [Lesestücke 21-40]
  • [Lesestücke 41-60]
  • [Lesestücke 61-80]
  • [Lesestücke 81-100]
  • [Lesestücke 101-120]
  • [Lesestücke 121-140]
  • [Lesestücke 141-160]
  • [Lesestücke 161-180]
  • [Lesestücke 181-200]
  • [Lesestücke 201-220]
  • [Lesestücke 221-240]
  • [Lesestücke 241-260]
  • [Lesestücke 261-280]
  • [Lesestücke 281-300]
  • [Lesestücke 301-306]
  • Verzeichniß der Verfasser
    Verzeichniß der Verfasser
  • Binder

Full text

61 
schlief bei seinem Feuer ein. Am andern Morgen kam der König, und sagte: 
„Nun wirst du gelernt haben, was Gruseln ist!“ Nein,“ antwortete er, 
was ist's nur? Mein todter Vetter war da, und ein bärtiger Mann ist ge— 
kommen, der hat mir da unten viel Gold gezeigt; aber was Gruseln ist, hat 
mir Keiner gesagt. Da sprach der König: „Du hast das Schloß erlöst, und 
sollst meine Tochter heirathen.“ „Das ist All recht gut,“ antwortete er; „aber 
ich weiß noch immer nicht, was Gruseln ist.“ 
Da ward das Gold gehoben, und die Hochzeit gefeiert; aber der junge 
dönig, so lieb er seine Gemahlin hatte, und so vergnügt er war, sagte doch 
mmer: „Wenn mir nur gruselte! Wenn mir nur gruselte!“ Das verdroß sie 
endlich. Ihr Kammermädchen sprach: „Ich will Hülfe schaffen; das Gruseln 
soll er schon lernen.“ Und ging hinaus, und ließ sich einen ganzen Eimer voll 
GBründlinge holen. Und Nachts, als der junge Konig schlief, mußte seine Ge— 
nahlin ihm die Decke wegziehen, und den Eimer voll kalt Wasser mit den 
Gründlingen über ihn herschuütten, daß die kleinen Fische um ihn herum zappel— 
len. Da wachte er auf, und rief: „Ach, was gruselt mir, was gruselt mir, 
liebe Frau! Ja, nun weiß ich, was Gruseln ist.“ Grimm. 
58. Der Löwe 
von Florenz. 
„Der Löw' ist los! der Löw' ist frei! 
Die ehernen Banden riß er entzwei! 
Zurück! daß ihr den vergeblichen Muth 
NRicht schrecklich büßt mit dem eigenen Blut!“ 
Ind Jeder suchte mit scheuer Eu' 
In des Hauses Innerm Schutz und Heil; 
Auf Markt und Straßen allumher 
Ward's plötzlich flill und menschenleer. 
Lin Kindlein nur, deß unbewußt, 
Verloren in des Spieles Lust, 
Fern von der sorglofen Multer Hand, 
Saß auf dem Markt am Brunnenrand. 
Wohl Viele schauten von oben herab, 
Sie schauten geöffnet des Kindleins Grab; 
Sie rangen die Hände und weinten sehr, 
Und blidten um Hülfe rings umhet. 
Doch Keiner wagte, das eigene Leben 
Um des fremden willen dahin zu geben; 
Denn schon verkündet ein hahes Gebruͤli 
Das Verderben, dos Jeglicher meiden will; 
Und schon mit der roleuden Augen Gluth 
Erlechzt der Lowe des Kindleins Blut, 
Erhebt er drohend die grimmige Klau'; — 
D, qualvoll herzzerreißende Schau! 
So rettet Nichts das zarte Leben, 
Dem gräßlichsten Tode dahingegeben? 
Da ploͤtzlich stürzt aus jenem Haus 
Mit fliegenden Haaxen ein Weib heraus, — 
„Um Gotteswillen, o Weib, halt ein! 
Willst du dich selbst dem Verderben weihn? 
Unglückliche Mutter, zurück den Schritt! 
Du kannst nicht retten, du stirbst nur mit!“ 
Doch surchtlos fällt sie den Löwen an, 
And aus dem Rachen mit scharfem Zahn 
Nimmt sie das unversehrte Kind 
In ihren rettenden Arm geschwind. 
Der Löwe stutzt. und unverweilt 
Hiit dem Kinde die Mutter von dannen eilt. 
Da erkannte gerührt so Jung wie Alt 
Des Mutterherzens Allgewalt, 
Und des Leuen großmüthigen Sinn zugleich. 
Doch manche Mutter, von Schrecken bleich, 
Sprach still: „Um des eigenen Kindes Leben 
Hätt' ich mich auch dahingegeben.“ 
Bernhardi. 
59. Der Negersohn.“ 
Ein Neger, der in den dänischen Besitzungen an der Küste Afrikas wohnte, 
war durch Unglücksfälle in schwere Schulden gerathen, 'und sah, da er von dem 
Gläubiger gebrängt ward, kein Mittel, sie zu bezahlen. Ich habe Nichts wei— 
ler,“ sagte der unglückliche Mann, „als meine Person. Willst du also, so ver— 
laufe mich, wenn aes dir beliebtDer hartherzige, erbitterte Gläubiger ergriff 
hn sogleich, und verkaufte ihn. Drauf ward er mil mehreren Sklaven an ner 
gemeinschaftlichen Halskette, wie es Sitte ist, eingeschmiedet, und nach dem 
Strande geführt. Hier blieb er, bis das Schiff, welches die Sklaven nach 
Westindien bringen sollte, seine ganze Ladung eingenommen hatte. Vor der 
Abfahrt aber kam ein junger Neger, von mehreren seiner Verwandten begleitet,
	        

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Böse, J. H. et al. Lesebuch Zum Gebrauch in Volksschulen Für Schüler Von 10 Bis 15 Jahren. Oldenburg: Schulze, 1868. Print.
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