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Frankfurter Lesebuch für Fortbildungsschulen

Bibliografische Daten

Mehrbändiges Werk

Persistenter Identifier:
PPN624670856
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6539458
Titel:
Weltgeschichte in Biographien
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Spiess, Moritz (09.11.1820-08.05.1897)
Berlet, Bruno (02.06.1825-30.11.1892)
Erscheinungsort:
Hildburghausen
Verlag:
Nonne
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Sammlung:
Geschichtsschulbücher vor 1871
Erscheinungsjahr:
1861
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
in 3 koncentrisch sich erweiternden Kreisen

Band

Persistenter Identifier:
PPN624673758
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6543209
Titel:
Für den Unterricht in Mittelklassen berechnet
Signatur:
HDG-II 42(8,1883)-2
Autor*in:
Berlet, Bruno
Bearbeiter*in/Herausgeber*in:
Spiess, Moritz
Bandzählung:
Kursus 2
Erscheinungsort:
Leipzig
Verlag:
Kesselring
Dokumenttyp:
Band
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1883
Ausgabenbezeichnung:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
in neuer Orthographie

Kapitel

Titel:
Dritter Abschnitt. Neue Geschichte
Dokumenttyp:
Mehrbändiges Werk
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Frankfurter Lesebuch für Fortbildungsschulen
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort
  • I. Inhaltsverzeichnis
  • II. Inhaltsverzeichnis
  • I. In der Lehre
  • II. Werkstatt und Fabrik
  • III. Im Gesellenstand
  • IV. Umschau in Heimat und Fremde
  • IV. Im Meisterstand
  • VI. Im Familien-, Gemeinde- und Staatsverband
  • Einband

Volltext

36 
21. Sei höflich und freundlich. 
Ein angenehmes Wesen ist einer der schönsten äuberen Züge 
des Qharakters. Es ziert all unser Tun und verschönt selbst die 
alltäglichsten Verrichtungen durch die Anmut, die es ihnen ver— 
leibt. Wer es besitzt, erleichtert sich die Geschäfte des Lebens, 
schafft sich einen angenehmen geselligen Verkehr und macht sich 
im allgemeinen das Leben schön und angenehm. Unser Benehmen 
ist von wesentlichem Einfluß auf die Kchtung, welche die Welt 
uns zollt, ja, es verleibt uns oft eine gröbere Macht über andre 
Menschep, als es RVigenschaften von viel höherem Wert zu tun 
vermöchten. VWährend eine barsche, unfreundliche Manier uns 
Tũren und Herzen verschliebt, bahnen Liebenswürdigkeit und Takt 
den Weg zu den Herzen der Jungen wie der Alten. 
Eine landläufige Redensart behauptet, daß die Manieren den 
Mann machen; es wäre aber wobl ricehtiger zu sagen: der Mann 
macht die Manieéren. Es kann jemand in seinem Wesen barseh 
und rauh sein und dennoch ein gutes Herz und einen edlen Oha- 
rakter besitzen. Derselbe Mensch würde aber ohne Zweifel viel 
begehrenswerter erscheinen, wenn er jene Höflichkeit und Freund- 
lichkeit des Benehmens zeigte, die dem Oharakter erst seine Voll- 
endung geben. Ein feines Benehmen zeigt sich hauptsächlich in 
Hõöflichkeit und Preundlichkeit. Irgend jemand hat gesagt, ein 
verbindliches Wesen bestehe in der Kunst, durch äubere Zeichen 
die innere Achtung auszudrücken, die man für andre hege. In— 
dessen kann man volllkommen höflich und verbindlich sein, ohne 
eine besondere Achtung für den andern zu empfinden. 
Die rechte Höfliebkeit ist aufrichtig und kommt aus dem 
Herzen. Nur so kann sie einen dauernden Eindruck machen, denn 
kein äuberer Schliff kann die feblende Aufrichtigkeit ersetzen. 
Der natürliche Gharakter mub, von Ecken und Härten befreit, in 
liebenswürdiger Offenheit zu Tage treten. 
Die wahre Höflichkeit ist gütig. Sie offenbart sich in dem 
Bestreben, das Glück der andern zu fördern und alles zu ver— 
meiden, was sie kränken könnte. Sie ist aber nicht nur gütig, 
sondern auoh dankbar und erkenntlich für ein freundliches Ent- 
gegenkommen. Seltsamerweise fand der Kapitän Speke, daß diese 
QRaraktereigenschaft sogar bei den Eingeborenen Ugandas — an 
den Ufern des Nyanza, im Herzen Afrikas — in hohem Ansehen 
stand. „Wer dort undankbar ist, oder für eine Wohltat den Dank 
schuldig bleibt“, so berichtet er, „vird streng dafür bestraft“. 
Die wahre Höflichkeit zeigt sich besonders in der Rücksicht, 
die man auf andre nimmt. Man achtet die Eigentümlichkeiten 
des andern, weil man ja selbst in dieser Beziehung respektiert 
sein möchte. Der Höflieche achtet die Ansichten und Meinungen 
seines Mitmenschen, wenn sie aueh von den seinigen abweichen. 
Man kann Grundsätze in überzeugungstreuer und doch höchst 
milder Weise vertroten, ohne es zu Beleidigungen oder gar Tätlich- 
keiten kommen zu lassen.
	        

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Zitierempfehlung

Lesebuch Für Die Zweyte Classe Der Land-Schulen in Den Kaiserl. Königl. Österreichischen Staaten. Innsbruck: Wagner, 1837. Print.
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