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Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN624758052
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6590016
Titel:
Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen
Signatur:
HDG-II 53(3,1873)
Autor*in:
Kriebitzsch, Karl Theodor
Erscheinungsort:
Berlin
Verlag:
Prausnitz
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1873
Ausgabenbezeichnung:
3., verb. u. bis zum Jahre 1872 fortgef. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
in vier Stufen

Kapitel

Titel:
Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen. Zweiter Theil: Stufe 3 und 4
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Dritte Stufe
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Kapitel

Titel:
Erstes Semester
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen
  • Einband
  • Titelseite
  • Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen. Erster Theil: Stufe 1 und 2
  • Erste Stufe
  • Zweite Stufe
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Leitfaden und Lesebuch der Geschichte für Schulen. Zweiter Theil: Stufe 3 und 4
  • Dritte Stufe
  • Deutsche und preussische Geschichte
  • Erstes Semester
  • Zweites Semester
  • Drittes Semester
  • Viertes Semester
  • Tages-Kalender
  • Vierte Stufe
  • Einband

Volltext

§. 11. Kreuzzüge. 31 
Die Poesie wurde durch die Abenteuer und Heldenthaten und 
Irrfahrten der Kreuzfahrer wie durch die Dichtungen des Orients 
und die Reize der schönen, prächtigen Fremde belebt und be- 
reichert. In Frankreich sangen die Troubadours, in Deutschland 
die Minnesänger tausend liebliche, sinnige, begeisterte Lieder zum 
Klange der Harfe; sie sangen von Lenz und Liebe, von sel'ger 
goldner Zeit, von Freiheit, Männerwürde, von Treu' und Heilig- 
keit. Vornehmlich an dem Hofe der schwäbischen Kaiser fand 
die Dichtkunst eine willkommene Heimath, und die großen Thaten 
der Heldenkaiser boten ihr reichen Stoff. So entstand in diesen 
Zeiten das Nibelungenlied, das Gudrunlied, so lebten im Anfang 
des 13. Jahrhunderts Heinrich von Veldeck, Hartmann von der 
Aue, Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach, Walther 
von der Vogelweide, Heinrich von Ofterdingen. Der Straß- 
burger Münster und der Cölner Dom, jene wunderherrlichen 
Denkmale der gothischeu Baukunst, weisen ebenfalls in diese 
Zeit zurück; jener 1277 von Erwin von Steinbach begonnen, dieser 
1248 gegründet. (Merkmale der gothischen Baukunst: Spitzbo- 
gen, schlanke Säulen, reich gegliedert und ausgekehlt, oben in 
strahlenförmig aus einander gehende Gurten und Rippen auslau- 
send, die Knäufe von zierlichem Blätterwerk umwunden, kühne, 
hohe Schwibbogen, hohe Bogenfenster mit Glasgemälden, nach 
Außen kräftige, in zahllose Thürmcheu und Zacken aufgelöste 
Strebepfeiler, verbunden mit dem hohen Oberbau des Mittel- 
schiffes durch kühn gespannte Strebebögen, an allen Kapitalen 
und Kanten, an den zahllosen Spitzgiebeln und Spitzthürmchen 
mannigfaltiger Blätterschmuck, aus jeder Spitze eine Kreuzrose, 
wunderbar reiche Symbolik, prächtiges westliches Portal, allgemei- 
ner Character: hoher Ernst, Freiheit, Leichtigkeit, Kühnheit.) 
Die Wissenschaft freilich kam außer den Geistlichen und Klöstern 
nur wenigen zu Gute. Das Volk, des Lesens und Schreibens 
selten kundig, auch der Adel, der lieber Fehden als die Feder 
führte, lieber turnirte als studirte, lieber zu Pferd als hinter Bü- 
chern saß, war noch von finsterem Aberglauben befangen, und der 
Glaube an Hexen und Zauberer erzeugte die furchtbaren Hexen- 
Prozesse, die noch im 17. Jahrhundert viele Opfer forderten. 
Das Gerichtswesen lag noch im Argen. Zwar gab es 
einen Sachsenspiegel, einen Schwabenspiegel und an- 
dere Sammlungen von Gesetzen, und das römische Recht, 
die Grundlage der neueren Rechtsordnung, wurde sonderlich 
in Bologna gründlich gelehrt. Aber bei der Ohnmacht der 
Häupter und der Verwirrung aller Verhältnisse blieb der 
todte Buchstabe ohne Macht. Doch waltete, dem Frevel zu
	        

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Kriebitzsch, Karl Theodor. Leitfaden Und Lesebuch Der Geschichte Für Schulen. Berlin: Prausnitz, 1873. Print.
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