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Deutsche, besonders brandenburgisch-preußische Geschichte bis zur Gegenwart (Teil 2)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN627233244
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6671016
Title:
Grundriß der Geschichte
Author:
Christensen, Heinrich
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Hirt
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
in drei Teilen

Volume

Persistent identifier:
PPN627239838
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-6672636
Title:
Das Mittelalter
Shelfmark:
HDG-II 70(3,1896)-2B
Author:
Christensen, Heinrich
Volume count:
Teil 2
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Hirt
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1896
Edition title:
Ausg. B: für konfessionell gemischte Schulen, 3. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
mit 47 Abbildungen, 2 Schrifttafeln und 3 Karten in Farbendruck

Chapter

Title:
Erste Periode. Die Zeit der Völkerwanderung und Staatenbildung
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Geschichte für Präparandenanstalten
  • Deutsche, besonders brandenburgisch-preußische Geschichte bis zur Gegenwart (Teil 2)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • A. Brandenburg bis zum Großen Kurfürsten
  • B. Deutsche, besonders brandenburgisch-preußische Geschichte von 1640-1815
  • C. Deutsche, besonders preußische Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart
  • Zeittafel
  • Advertising
  • Binder

Full text

- 72 — 
Napoleon, daß Preußen noch 140 Millionen Franken Kriegskosten zahlen 
sollte; bis zu deren Abtragung mußte es 10000 Mann Franzosen ver¬ 
pflegen, die mehrere Festungen besetzt hielten. Ferner bestimmte er, das 
preußische Heer dürfe in den nächsten zehn Jahren nur 42000 Mann 
stark sein. 
Als 1812 die große Armee Napoleons nach Rußland zog, marschierte sie 
langsam durch die Provinzen Preußens, das sie verpflegen und noch nach Rußland 
hinein Lieferungen senden mußte. Dies kostete .dem Staate weitere 450 Mill. Fr., 
die nie ersetzt worden sind. 
Zur Abtragung der Kriegsschuld machte Preußen unerhörte An- 
strengungen. So betrug die Steuer in Ostpreußen bis zu 20 °/0 des Ein¬ 
kommens. Alle Stände wetteiferten, Opfer zu bringen. Die königliche 
Familie ging mit bestem Beispiele voran. Der König verkaufte sein silbernes 
Tafelgeschirr, die Königin ihre Schmucksachen. So erreichte man es, daß 
Ende 1808 die Franzosen Berlin räumten. Aber erst ein Jahr später 
(Dezember 1809) kehrte Friedrich Wilhelm mit seiner Familie nach Berlin 
zurück. 
Aber der Kelch seiner Leiden war noch nicht voll. Bis jetzt hatte er 
als König gelitten; nun sollte das Unglück ihn persönlich treffen. Die 
Königin Luise hatte mit Seelenstärke ihm alle schweren • Demütigungen 
tragen helfen; ihr Gottvertrauen und das Bewußtsein, recht gehandelt zu 
haben, gaben ihr die Kraft dazu. Aber ihr Körper war den Stürmen 
nicht gewachsen. Ein Herzleiden entwickelte sich, und bei einem Besuche 
ihres Vaters in Hohen-Zieritz nach mehrwöchentlichem Krankenlager starb 
Königin Luise am 19. Juli 1810. Tiefe Trauer beugte nicht nur den 
König und sein Hans, sondern das ganze Preußenvolk nieder. Und alle 
gelobten sich, einst Rache zu üben an dem Feinde, dessen Grausamkeit und 
Treulosigkeit ihr das Herz gebrochen hatte. 
11. Preußens Wiedergeburt. 
Der furchtbare Sturz Preußens und die Gewaltherrschaft Napoleons 
brachten König und Volk zu der Erkenntnis, daß im Staats- und Volks- 
leben vieles der Besserung bedürfe. Bürger und Bauern hatten mit Gleich- 
gültigfett von den Niederlagen gehört; ja viele hatten sich (tote einst die 
Bürger Frankreichs nach der Schlacht bei Roßbach) über die Schande der 
hochmütigen Offiziere gefreut. Denn Bürger und Bauern waren seit lange 
von der Gemeinde- und Staatsverwaltung ausgeschlossen. Der Bürger 
sorgte nur um seine eigenen Angelegenheiten; das Wohl der Stadt und
	        

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Citation recommendation

Rosenburg, Hermann. Deutsche, Besonders Brandenburgisch-Preußische Geschichte Bis Zur Gegenwart. Hannover-List [u.a.]: Carl Meyer (Gustav Prior), 1903. Print.
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