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Skandinavisches Reich, Deutschland, Oesterreich, Italien, Griechenland, Russisches Reich (Bd. 2)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN63565962X
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7171610
Title:
Lehrbuch für den Geschichtsunterricht in Lehrerbildungsanstalten
Author:
Hoffmeyer, Ludwig
Hering, Wilhelm
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Volume

Persistent identifier:
PPN635665735
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7176990
Title:
Hilfsbuch für den Geschichtsunterricht in Seminaren
Shelfmark:
HEL-II 4(3,05)-2
Author:
Hoffmeyer, Ludwig
Hering, Wilhelm
Volume count:
Teil 2
Place of publication:
Breslau
Publisher:
Hirt
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1905
Edition title:
3., durchges. u. erw. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Binder

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Binder

Contents

Table of contents

  • Handbuch des Wissenswürdigsten aus der Natur und Geschichte der Erde und ihrer Bewohner
  • Skandinavisches Reich, Deutschland, Oesterreich, Italien, Griechenland, Russisches Reich (Bd. 2)
  • Binder
  • Title page
  • Inhalt
  • VI. Die skandinavischen Reiche
  • VII. Deutschland
  • VIII. Das Kaiserthum Oesterreich
  • IX. Italien
  • X. Griechenland
  • XI. Das russische Reich
  • Nachträge und Berichtigungen
  • Binder

Full text

38 
A. Europa. 
thierheerden zusammenhält und gegen Anfälle der Raubthiere schätzt, daS 
wichtigste HauSthier der Lappen. Sie lieben das Geld: aber bei ihrer 
Lebensart und ihrem Mißtrauen pflegen sie es, um es zu sichen,, zu ver¬ 
graben, und so sterben Viele, von denen man wußte, daß sie mehrere tausend 
Thaler besaßen, ohne daß ihre Erben diese Schätze heben können. Die 
Fjälllappen leben übrigens von dem Fleische und der Milch ihrer Thiere, 
von den Beeren und was die Jagd ungesucht liefert, im Ganzen besser als 
mancher ärmere schwedische Bauer. 2) Die Wald-, See- und Fischer 
lappen führen ein minder unstätes Leben; sie wohnen in Hütten, die mit 
Erde bedeckt und noch etwas schlechter sind als die der Fjälllappen, und 
jeder besitzt deren mehrere, theils in den Wäldern zum Winteraufenthalt, 
theils an Flüssen und Seen, theils an der Käste von Norwegen für den 
Sommer. Die Waldlappen halten außer einigen wenigen Rennthieren ge¬ 
wöhnlich etliche Kühe, Ziegen und Schafe, und treiben öfter auch etwas Acker¬ 
bau: sie ziehen nur auf kleineren Distrikten mit ihren Rennthieren herum 
und treiben nebenbei sehr ergiebige Jagd. Die Fischerlappen dagegen treiben 
an den Gewässern Lapplands im Sommer Fischfang; Fische sind ihre 
Hauptnahrung, und es ist unglaublich, welche Menge getrockneter Fische sie 
statt des Brodes aus einmal genießen können. Mancher verarmte Fjäll¬ 
lappe wird aus Noth zum Fischerlappen; sobald er aber nur so viel er¬ 
übrigt, um sich wieder mehrere Rennthiere anzuschaffen, kehrt er zu dem 
Nomadenleben zurück. 3) Die Kirchspiel lappen oder Socknelappar 
sind solche, die einzeln unter den Schweden leben. Sie sind die ärmsten 
und elendesten von allen: von den Schweden verachtet und nur aus Mit¬ 
leid geduldet und zu den schmutzigsten Arbeiten gebraucht, werden sie von 
ihrem eigenen Volke als der Auswurf der Menschheit betrachtet. — Alle 
Lappen zusammen werden nicht viel über 7000 Seelen betragen: sie sind 
in neuerer Zeit ^vorzüglich durch die Unmäßigkeit im Branntweintrinken 
immer mehr zusammengeschmolzen und beklagen sich, daß sie von den Ovä- 
nen in immer engere Grenzen eingeschlossen werden. Diese Qvänen sind 
Auswanderer aus Finnland, welche schon vor mehr als einem Jahrhundert, 
von den Russen gedrängt, ihr Vaterland verlassen und sich nach dem höheren 
Norden zurückgezogen. Sie sind wie ihre Landsleute, die Finnländer, ein 
wohlgebautes, fleißiges Volk; sie haben den Ackerbau mit Glück in Gegenden 
versucht, wo man früher nie daran dachte, und machen schon jetzt die 
größere Volkszahl in den norwegischen und schwedischen Finnmarken aus. 
In der jüngsten Zeit haben sich besonders einzelne Geistliche der Aufklä¬ 
rung der Lappen mit besonderem Eifer angenommen: man hat namentlich 
in einem eigenen Seminar junge Lappen zu Lehren: erzogen und die Bibel in 
ihre Muttersprache übersetzt; auch sind unter ihnen lappische Missionäre, welche 
zu Hernösand und Upsala ihre Ausbildung erhalten, angestellt worden. 
Die in Schweden und Norwegen allein herrschende Religion ist die 
lutherische; doch haben andere christliche Parteien freie Uebung ihres Gottes 
dienstes. In früheren Zeiten mußte Jeder, der von dem Lutherthum ab¬ 
fiel, das Land verlassen. In den letzten Jahren sind nicht wenige zu der 
Secte der Mormonen übergegangen und nach dem Salzsee gezogen. — 
Einige Juden leben gegen Schutzgeld in Schweden; in Norwegen werden 
sie nicht geduldet. Die Landeskirche hat hier wie in Dänemark Bischöfe,
	        

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Blanc, Ludwig Gottfried, and Henry Lange. Skandinavisches Reich, Deutschland, Oesterreich, Italien, Griechenland, Russisches Reich. Braunschweig: Schwetschke, 1869. Print.
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