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Die Neuzeit (Teil 3)

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN636328147
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7244493
Title:
Lehrbuch der Geschichte in Umrissen und Ausführungen
Author:
Schurig, Gottlob
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Hirt
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
für Lehrer und Lehrerbildungsanstalten wie auch für das allgemeinere Bildungsbedürfniß

Volume

Persistent identifier:
PPN636333086
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7253874
Title:
Die Neuzeit
Shelfmark:
HEL-II 6(1,1882)-3
Editor:
Schurig, Gottlob
Volume count:
Teil 3
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Hirt
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1882
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
III. Zeitalter der Revolution
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
Erstes Kapitel: Entwickelung und Gang der französischen Revolution
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
1) Vorbereitende Ereignisse und Zustände
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Lehrbuch der Geschichte in Umrissen und Ausführungen
  • Die Neuzeit (Teil 3)
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Einleitung
  • I. Zeitalter der Reformation
  • II. Zeitalter der absoluten Monarchie
  • III. Zeitalter der Revolution
  • Erstes Kapitel: Entwickelung und Gang der französischen Revolution
  • 1) Vorbereitende Ereignisse und Zustände
  • 2) Die französische Revolution bis zum Sturze des Königtums (1789-92)
  • 3) Die Zeit der französischen Republik (1792-1804)
  • Zweites Kapitel: Das französische Kaiserreich der Revolution bis zu seiner Machthöhe
  • Drittes Kapitel: Verfall und Aufschwung des religiösen und nationalen Lebens in Deutschland zu den Zeiten der französischen Revolution und der Befreiungskriege
  • Viertes Kapitel: Der deutsche und europäische Befreiungskrieg
  • Fünftes Kapitel: Blick auf die Zeit nach den Befreiungskriegen bis 1861
  • Sechstes Kapitel: Preußens Erhebung und die Gründung des neuen deutschen Reiches
  • Advertising
  • Binder

Full text

1. Kapitel: EntWickelung u. Gang d. französischen Revolution. 293 
Von Lamballe nicht zugelassen war, suchte sich dafür mit böser 
Zunge zu rächen, und vom Hofe selbst aus ward der Pöbel gegen 
die Königin aufgehetzt. Der durch seine Galanterien berüchtigte 
Kardinal Prinz Roh an hatte sich nämlich durch gefälschte Briefe 
angeblich von der Hand der Königin dahin bringen lassen, ihr, um 
ihre verlorene Gunst wieder zu erlangen, ein kostbares Halsband zum 
Geschenk zu machen, welches der König selbst als zu teuer nicht gekauft 
hatte. Es ergab sich bald, daß die Königin von nichts wußte, sondern 
daß eine Gräfin de la Motte mit Hülfe des berüchtigten europäi- 
scheu Abenteurers Cagliostro einen schändlichen Betrug gespielt und 
die kostbaren Steine im Geheimen verkauft hatte. Die la Motte wurde 
verurteilt, entkam aber aus dem Zuchthause und ließ von England aus 
verdächtigende Schriften gegen die Königin verbreiten. Rohan wurde 
freigesprochen, von Volkshaufen mit Jubel begrüßt, vom König aber 
aus Paris verbannt, was die Erbitterung gegen die Königin bei dem 
ihr feindlichen Teile des Adels und des hohen Klerus vermehrte. „Von 
dem Brillantschmuck fiel ein giftiger Schein ins Volk und offenbarte 
dem verarmten Lande den der höfischen Verschwendung innewohnenden 
Fluch." 
Gescheiterte Reformversuche der Regierung Ludwigs XVI. Notabeln, 
Parlamente, Reichsstände. Der erste revolutionäre Schritt. 
§ 114. Ludwig XVI., vom Volke jubelnd als „der Er- 
sehnte" begrüßt, war ernstlich bemüht, durch zeitgemäße Reformen 
alte Mißbräuche abzustellen und eine bessere Zukunft zu sichern. In 
Übereinstimmung mit dem Könige ging der Minister Turgot darauf 
aus, die privilegierten Stände nach Verhältnis ihres Grundbesitzes zu 
den Steuern heranzuziehen, die betrügerischen Steuerpächter zu ent- 
fernen, die Feudallasten abzulösen, den Handel von seinen Schranken 
zu Befreien, die Zunftvorrechte aufzuheben u. s. tu.; der humane 
Malesherbes wollte die Justiz verbessern, die lettres de cachet und 
die barbarischen Strafen abschaffen, die Presse befreien, Toleranz und 
Wiederberechtigung der Protestanten einführen; aber das Geschrei von 
Adel und Klerus, sowie Hofränke und eine Verschwörung mit 
Volkstumulten, deren Fäden der Hauptminister selbst in der Hand 
hatte, bewegten den schwachen König, den Minister Turgot schweren 
Herzens zu entlassen, und die Reformpläne blieben unausge- 
führt, das Verderben nahm feinen Fortgang. Der nun folgende 
Leiter der Finanzen, der reiche protestantische Banquier Necker aus 
Genf, in beffen Hause zu Paris die ausgewählteste Gesellschaft um ihn, 
als literarische Autorität, um seine begabte Frau und seine 
geistreiche Tochter (bie spätere Frau von Stael) sich versammelte, 
deckte ehrlich in einem Rechenschaftsberichte bie traurigen Finanz- 
Verhältnisse bes Staates auf, machte fie selbst ber öffentlichen Be¬ 
sprechung zugänglich unb erwarb sich baburch ben Beifall ber Welt, 
aber die leidenschaftlichen Angriffe des dadurch kompromittierten Hofes.
	        

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Schurig, Gottlob. Die Neuzeit. Leipzig: Hirt, 1882. Print.
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