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Handbuch für den Unterricht in der brandenburgisch-preußischen Geschichte

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN640029906
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7530181
Titel:
Handbuch für den Unterricht in der brandenburgisch-preußischen Geschichte
Signatur:
HDH-II 11(2,1895)L
Autor*in:
Schiffels, Josef
Erscheinungsort:
Paderborn
Verlag:
Schöningh
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1895
Ausgabenbezeichnung:
2. Aufl. [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch
Untertitel:
nach Maßgabe der neuesten Bestimmungen zunächst zum Gebrauch für Lehrer an Volksschulen ; mit ausgiebiger Berücksichtigung des Lesebuches, der "Ergänzungen I", der vaterländischen Poesie und der Quellenstoffe

Kapitel

Titel:
Friedrich Wilhelm III.
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Handbuch für den Unterricht in der brandenburgisch-preußischen Geschichte
  • Einband
  • Titelseite
  • Vorwort zur ersten Auflage
  • Benutzte Quellen
  • Inhaltsverzeichnis
  • Albrecht der Bär
  • Brandenburg wird ein Kurfürstentum und kommt an die Hohenzollern
  • Kurfürst Friedrich I.
  • Die übrigen Kurfürsten bis auf Friedrich Wilhelm
  • Friedrich Wilhelm, der große Kurfürst
  • Friedrich I.
  • Friedrich Wilhelm I.
  • Friedrich II., der Große
  • B. Der erste schlesische Krieg
  • D. Der siebenjährige Krieg
  • Friedrich Wilhelm II. und die französische Revolution
  • Friedrich Wilhelm III.
  • C. Preußens Wiedergeburt
  • F. Der erste Freiheitskrieg. 1813 und 1814
  • Friedrich Wilhelm IV.
  • Drei Erfindungen
  • Wilhelm I.
  • C. Der dänische Krieg. 1864
  • E. Der deutsch-französische Krieg. 1870/71
  • Friedrich III.
  • Wilhelm II.
  • Einband

Volltext

— 143 — 
Friedrich Wilhelm III. (1797—1840.) 
A. Sein Kharakter. 
Im Jahre 1797 bestieg Friedrich Wilhelm III., Friedrich Wilhelms II. 
wackerer Sohn, den Thron. Seine erste Jugendzeit fiel in die Regierung 
Friedrichs des Großen, welcher dem Prinzen in Liebe zugethan war und. 
an seiner Entwickelung und Erziehung liebevoll Anteil nahm. Sehr gerne 
sah er es, wenn der junge Prinz ihn besuchtes Als er ihn als sechzehn- 
jährigen Jüngling zum letzten Male sah. gab er ihm die ernste Mahnung: 
„Nun, Fritz, werde etwas Tüchtiges! Es wartet Großes aus Dich. Ich 
bin am Ende meiner Laufbahn, und mein Tagewerk ist bald beendet. Ich 
fürchte, Du wirst einmal einen schweren Stand haben. Rüste Dich, sei 
stark und bereit! Denke an mich! Wache über unsere Ehre und nnsern 
Ruhm; begehe keine Ungerechtigkeit, dulde aber auch keine! Halte es stets 
mit dem Volke, damit es dich liebe und dir vertraue, dann allein nur 
kannst du stark und glücklich sein!" Diese Worte hat der Prinz nie ver- 
gessen, unauslöschlich standen sie vor seiner Seele. Sein strenger Lehrer 
brachte ihm ein treues Pflichtgefühl, Fleiß und Ordnungsliebe bei. Er 
haßte die verschwenderische Pracht seines Vaters und war einfach2 und 
sparsam. So wurde es ihm möglich, bald einen Teil der Staatsschulden, 
welche die Höhe von 144 Mill. Ji> erreicht hatten, zu tilgen und noch 
einen Schatz zu sammeln. Dazu war er wohlwollend, aufrichtig und 
gerecht. Von feiner Wohlthätigkeit hat er schon als Kind eine schöne 
Probe abgelegt.» (Vgl. Hilfsbüchlein S. 29.) Daß ihn diese Tugend aber 
auch noch als König zierte, beweist die Erzählung „Der Knabe und der 
Leutnant."* (Vgl. Hilfsbüchleiu S. 29.) Seine Aufrichtigkeit erhellt aus 
folgender Geschichte: Friedrich der Große ließ einst seinen Großneffen 
Friedrich Wilhelm eine französische Fabel übersetzen und belobte ihn 
wegen der Geläufigkeit, mit welcher er dies ausführte. Der Knabe bemerkte 
jedoch dem Könige, daß er die Fabel erst vor kurzem bei seinem Lehrer 
übersetzt hätte. Darauf streichelte ihm Friedrich mit noch größerer Freude 
die Wangen und sagte dabei: „So ist's recht, lieber Fritz, immer ehrlich 
und aufrichtig! Wolle nie scheinen, was du nicht bist; sei stets mehr, 
als du scheinst!" — Friedrich Wilhelm hat selbst oft gesagt, daß diese 
Ermahnung einen unauslöschlichen Eindruck auf ihn gemacht habe, und daß 
ihm darnach Verstellung und Lüge zu jeder Zeit zuwider gewesen sei. — 
Seine Tugenden erwuchsen ans dem Grunde eines wahrhaft frommen, echt 
christlichen Glaubens, der ihn in allen Schicksalen seines wechselvollen Lebens 
stärkte und beglückte. „Wäre Gottes Wort nicht mein Trost gewesen, ich
	        

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Zitierempfehlung

Schiffels, Josef. Handbuch Für Den Unterricht in Der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Paderborn: Schöningh, 1895. Print.
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