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Heimatkultur in der Schule

Bibliographic data

Multivolume work

Persistent identifier:
PPN640053181
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7540930
Title:
Bausteine für den Geschichtsunterricht in der evangelischen Landschule
Author:
Fritzsche, Richard
Place of publication:
Altenburg
Publisher:
Pierer
Document type:
Multivolume work
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
eine Handreichung für Lehrer und Seminaristen

Volume

Persistent identifier:
PPN640053459
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7540942
Title:
[Kursus 2]
Shelfmark:
HDH-II 10(1,1897)L
Author:
Fritzsche, Richard
Volume count:
Kursus 2 = (Oberstufe)
Place of publication:
Altenburg
Publisher:
Pierer
Document type:
Volume
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1897
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German

Chapter

Title:
(Erstes Jahr)
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Chapter

Title:
I. Aus der Römerzeit
Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter

Contents

Table of contents

  • Heimatkultur in der Schule
  • Binder
  • Title page
  • Inhaltsverzeichnis
  • Heimatkunde auf der Unterstufe
  • Die Heimat in kindlicher Auffassung
  • Advertising
  • Binder

Full text

Die Heimat in kindlicher Auffassung. 
und weint bitterlich. „Ich habe mich verlaufen und weiß nicht, wo wir 
wohnen," so schluchzt er vor sich hin. Unser Schutzmann nimmt ihn bei 
der Hand und redet ihm freundlich zu. Dann gehen sie beide zur Polizei- 
wache, hier wird dann im Adreßbuch nachgesehen, wo die Eltern des 
Kleinen Burschen wohnen. Das ist ein ganz dickes Buch, in dem steht 
von allen Leuten der Stadt die Wohnung verzeichnet. Dann werden die 
Eltern aufgefordert, sich den Jungen von der Polizeiwache wieder abzuholen 
oder ein Schutzmann bringt ihn nach Hause. 
Nein, Schutzmann möchte ich doch nicht sein. Das ist zu gefährlich. 
Besonders, wenn er die schlechten Menschen abführen muß, die da ge- 
stöhlen haben, oder jemand verletzt haben. Darum haben auch diese Men¬ 
schen 5lngst vor den Schutzleuten. Ich fürchte mich aber vor ihnen nicht; 
denn sie zeigen mir ja den Weg, wenn ich mich verlaufen habe und 
passen auf, daß mir auf der belebten Straße nichts geschieht. 
64. Der Schutzmann. 
„Wolf," hatte die Mutter gesagt, „gehe mit Karlchen und Brunhilde 
hinunter, damit die Kleinen an die frische Luft kommen, bleibt aber 
in der Weberstraße. passe auch ordentlich auf deine Geschwister auf, wie 
leicht können sie überfahren werden von einem Auto, einem Töff-töff 
oder einem Bier- oder Fleischerwagen, wenn sie über die Straße laufen. 
Du darfst nur mit unsern Kleinen spielen, spiele ja nicht mit andern Kindern." 
Die fürsorgliche Mutter! Sie trug den Sportwagen die Treppe hinunter, 
setzte das kleine hildchen hinein, und los zog Wolfgang. Karl trippelte 
vor dem Kinderwagen her. Bald waren sie am Ende der Weberstraße, und 
Wolf bog ein in die Schäfferstraße, obwohl die Mutter gesagt hatte, sie 
sollten vor der Tür bleiben. 
„Kling-ling-ling" gings, da kam die Feuerwehr. Ei, wie die Rosse 
trabten und die Räder rasselten! „Das brennt in der Leipzigerstraße," 
sagte Wölfchen, „wir wollen einmal hinkucken". Schnell bogen sie um 
die nahe Ecke und sehen eben noch, wie die Feuerwehr in den Fuchsberg 
am Kristallpalast einbog. Eine Fabrik brennt. Im Nu ist Wolf mit 
seinem Schwesterchen und seinem Brüderchen auch da. Bald ist er in 
einem Haufen Menschen und sieht nichts, als nur die Flamme, den dicken 
(Hualm, den aufsteigenden Wasserstrahl, aber nicht sein Brüderchen und 
sein Schwesterchen. Da, Karl ist fort, Hilde weint, ein Pferd hatte neu- 
gierig mit seinen großen Augen in den Sportwagen geschaut. Da war 
hildchen bange geworden. Verdutzt blickte Wolf sich urm Wo mochte nur 
Karl sein? Da hat ein Schutzmann einen schreienden kleinen Kerl an der 
Hand. Das muß der Karl sein. Wolfs herz klopfte so toll wie noch nie in 
seinem Leben. Die Tränen laufen ihm über seine roten Pausbacken. Rber 
mutig geht er auf den Schutzmann zu und sagt: „Das ist mein Bruder, Herr 
Wachtmeister." „Wie heißt du denn? Wo wohnt ihr denn? Warum paßt du 
denn nicht auf den kleinen Vengel auf?" fragte der Mann mit dem 
Helme und den blanken Knöpfen am blauen Nocke. Wolf konnte so 
schnell vor Kufregung die Fragen gar nicht alle beantworten. Er stotterte 
etwas von der Mutter und von der Weberstraße und mußte nun mit dem 
Manne mit dem Säbel auf f>en Bürgersteig. Hls dieser alle seine Fragen
	        

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Kubbe, Karl. Heimatkultur in Der Schule. Langensalza: Beltz, 1914. Print.
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