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Deutsches Lese-, Lehr- und Sprachbuch für Schule und Haus

Bibliographic data

Monograph

Persistent identifier:
PPN640396798
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7583798
Title:
Fragenheft zur Geschichte
Shelfmark:
HDH-II 23(1,13)
Author:
Hofmann, J.
Place of publication:
Bielefeld
Publisher:
Velhagen & Klasing
Document type:
Monograph
Collection:
History textbooks, imperial Germany
Publication year:
1913
Edition title:
[Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Language:
German
Subtitle:
im Anschluß an das anschaulich-ausführliche Realienbuch von L. Kahnmeyer und H. Schulze

Title page

Document type:
Monograph
Structure type:
Title page

Contents

Table of contents

  • Deutsches Lese-, Lehr- und Sprachbuch für Schule und Haus
  • Binder
  • Title page
  • Vorwort
  • Inhalt
  • Erster Abschnitt. Erzählungen und andere Lesestücke
  • I. Erzählungen etc. zu Luthers Katechismus
  • II. Vermischte Lesestücke
  • Zweiter Abschnitt. Weltkunde
  • Die drei Naturreiche
  • Naturkräfte und Naturerscheinungen
  • Der Mensch
  • Gesundheit, Krankheit und Tod
  • Die Erde
  • Das Königreich Hannover
  • Deutschland
  • Vaterländische Geschichte
  • Die übrigen Länder der Erde in geographischer, naturkundlicher und geschichtlicher Beziehung
  • Dritter Abschnitt. Bibelkunde
  • Vierter Abschnitt. Sprachlehre
  • Anhang
  • Binder

Full text

302 
ger hinter ihren Mauern nach und nach viel freier wurden, als die 
Bauern, welche ihren Edelleuten vder Klöstern als Leibeigene dienen 
mußten. — Nun machte sich auch nach und nach das Gewerbe: der eine 
fing an, für die übrigen Kleider zu machen, der andere Schuhe; ein 
dritter baute Häuser u. s. f. — mit einem Worte: es entstanden die 
verschiedenen Handwerke. Bis dahin -hatte jeder sein eigener Schneider, 
Schuster, Maurer re. sein müssen. 
Als endlich nach neun Jahren die Ungarn wieder kamen und als 
die Bauern nun ihr Vieh und ihre sonstigen Habseligkeiten in die um¬ 
mauerten Städte flüchten konnten, da jubelte alles dem Städtegründer 
entgegen und freuete sich des Königs. Nun scharten sich die Krieger 
wie ein Mann um den geliebten Heinrich, welcher sie zur Schlacht mit 
den Worten entflammte: „Krieger, sehet, dort glüht der Himmel blutig- 
roth! Eure Habe ists, die auflodert. Was suchet ihr, wenn ihr um¬ 
kehret und fliehet? Eure Hütten? Sie liegen in Asche. Eure Wei- 
ber? Sie sind mishandelt. Euren Gott? Seine Altäre sind umge¬ 
stürzt. Krieger, der Tag der Vergeltung ist gekommen; seid Männer, 
und betet zu dem dort oben, der Hülfe sendet in der Stunde der Noth!" 
— Gott sandte Hülfe; Heinrich schlug die wilden Horden bei Merseburg 
dermaßen aufs Haupt, daß sie während seiner Lebenszeit nicht wiederkamen. 
Vorher schon hatte Heinrich auch die Wenden zur Ruhe gebracht. 
Mitten im Winter nahete er sich ihrer Hauptstadt Brennaburg. Sie 
zagten aber nicht, sonderil meinten, durch die weiten Sümpfe um die 
Stadt könne das Kriegsheer nicht dringen. Heinrich kam aber doch, 
zwar nicht durch die Sümpfe, aber über dieselben, als sie fest gefroren 
waren. Die feindliche Stadt wurde genommen; die Wenden waren be¬ 
siegt. 
133. Die Schlacht auf dem Lechfelde. 
Im Jahre 955 fielen die Ungarn oo» neuem in Deutschland ein. 
Sie drohten übermüthig, daß ihre Rosse die deutschen Ströme auötrin- 
ken sollten. Zahlloses Volk (es wird erzählt, daß ihrer lOO(KX) gewe¬ 
sen) tobte gegen Baiern heran und legte sich vor Augsburg. Da eilte 
Kaiser Otto l. mit seinem Heere der Stadt zu Hülfe. Die Ungarn 
mochten nun nicht länger oor Augsburg bleiben, sondern zogen bis an 
den Lech den Deutschen entgegen. Es war am 9. August 955. Als 
die llngarn das deutsche Heer in Schlachtordnung erblickten, schwammen 
sie doll llngeduld auf ihren Nossen durch den Lech ans linke Ufer; dort 
umringten sie die Schlachtordnung der Deutschen und warfen sich plötz¬ 
lich mit wildem Geheul auf die nächsten Haufen. Diese hielten den 
Pfeilregen nicht lange aus und flohen. Als der König diese große Ge¬ 
fahr sah, winkte er dein Herzog Konrad von Franken. Wie ein gereiz¬ 
ter Löwe sprang dieser den Ungarn entgegen, warf sie zurück, bcfreiete 
alle Deutschen, welche sie gefangen hatten, und brachte sie dem König. 
Am andern Morgen betete der König inbrünstig zu Gott und gelobte, 
»renn Christus ihm die Feinde des Glaubens und des Vaterlandes über¬ 
winden helfe, ein Biöthnm in Merseburg zu stiften. Dann las der Bi-
	        

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Stich, Hans. Die Neuzeit. Bamberg: Buchner, 1905. Print.
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