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Deutsche Geschichte für evangelische Volksschulen

Bibliografische Daten

Monografie

Persistenter Identifier:
PPN640619266
URN:
urn:nbn:de:0220-gd-7620410
Titel:
Deutsche Geschichte für evangelische Volksschulen
Signatur:
HDH-II 8(1,01)L
Autor*in:
Tecklenburg, August
Erscheinungsort:
Hannover [u.a.]
Verlag:
Carl Meyer (Gustav Prior)
Dokumenttyp:
Monografie
Sammlung:
Geschichtsschulbücher Kaiserreich
Erscheinungsjahr:
1901
Ausgabenbezeichnung:
Ausg. für d. Lehrer [Electronic ed.]
Copyright:
Georg-Eckert-Institut - Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung
Sprache:
Deutsch

Kapitel

Titel:
IV. Die Zeit des Verfalls der Kaisermacht
Dokumenttyp:
Monografie
Strukturtyp:
Kapitel

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

  • Deutsche Geschichte für evangelische Volksschulen
  • Einband
  • Werbung
  • Titelseite
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • I. Die Zeit des Heidentums
  • II. Die Zeit des Kampfes zwischen Heidentum und Christentum
  • III. Die Zeit der Lehensherrschaft
  • IV. Die Zeit des Verfalls der Kaisermacht
  • V. Die Zeit der Reformen
  • VI. Die Zeit des dreißigjährigen Krieges
  • VII. Die Zeit der Fürstenmacht
  • VIII. Die Zeit der Fremdherrschaft
  • IX. Die Zeit des Ringens nach Freiheit und Einheit
  • X. Im neuen Deutschen Reich
  • Zeittafel
  • Werbung
  • Inhaltsübersicht nach Längs- und Querschnitten
  • Einband

Volltext

V. Oie Zeit der Reformen. 
37 
Versammlungen abgehalten. Die Städte Hamburg, Bremen und Lübeck 
haben den Namen Hansestädte bis heute bewahrt. 
6. Fahrende Leute. Bei Schützenfesten, Jahrmärkten, Kirchweihen, Turnieren 
und anderen Festlichkeiten fehlten nie die fahrenden Leute. Das waren Gaukler und 
Tänzer, Spielleute und Händler,„Zigeuner, Wahrsager und Kurpfuscher, die von Ort 
zu Ort zogen. Als wandernde Ärzte schlugen sie ihre Buden auf und erteilten Rat 
und Hilfe dem, der sie suchte. Auf dem Kirchhofe führten sie Schauspiele auf; dabei 
mußte der Teufel tanzen, Feuer speien und mit dem Schweife wedeln; zum Schluffe 
erhielt er eine tüchtige Tracht Prügel. Über den Marktplatz wurde ein Seil gespannt, 
und der Gaukler marschierte in bunter Kleidung darüber. Andere zogen durch die 
Straßen mit Fiedel und Dudelsack, sangen Lieder vom Wandern und Lieben und 
erzählten Märchen von allen Helden und fremden Ländern. Die Weiber schlichen 
unterdessen in die Häuser, bettelten, offenbarten thörichten Menschen die Zukunft und 
trieben geheime Künste. Zu ihnen gesellten sich später entlaufene Mönche, Schüler 
und Soldaten. Wie jene zogen sie bettelnd und stehlend durchs Land, ließen sich 
auch wohl längere Zeit in den Häusern nieder, erzählten von ihren Fahrten und den 
Geschichten, die sie dabei gehört und erlebt hatten. Die fahrenden Leute galten als 
unehrlich und durften keine Gemeinschaft mit anderen Leuten haben; aber sie 
waren die lebendigen Zeitungen jener Tage und deshalb gern gesehen. Wo sie 
erschienen, spendete man ihnen Speise und Trank, Kleider und Geld; denn sie 
hatten böse Zungen und verkündeten weit und breit in Spottliedern und giftigen 
Reden die Schande des kargen Mannes. 
V. Die Zeit der Besonnen* 
23. Die Erfindung des Schietzpirlvers. 
1350. 
1. Berthold Schwarz. Der Sage nach lernte ums Jahr 1350 zuerst 
und zufällig der Mönch Berthold Schwarz zu Freiburg im Breisgau 
die gewaltige Kraft des Pulvers kennen. Er hatte Schwefel, Salpeter 
und Holzkohle in einem eisernen Mörser zerstoßen und mit einem 
Steine zugedeckt. Da fiel von ungefähr ein Funke in die Mischung; 
mit Blitzen und Krachen wurden Stein und Mörserkeule gegen die Decke 
geschleudert. So oft Schwarz den Versuch wiederholte, zeigte sich die¬ 
selbe Wirkung. Er uud andere dachten deshalb weiter über die Sache 
nach, und bald kam man auf den Gedanken, die Pulverkraft im Kriege 
zu verwenden, Mauern, Brücken und Festungswerke damit zu zerstören 
und den Panzer des Ritters zu durchschlagen. 
2. Die Feuerwaffen. Zuerst wurden große Mörser gegossen und 
mit Steinen und Steinkugeln geladen. Später goß man auch Eisen¬ 
kugeln, und der Mörser wurde zu einem Rohre verlängert. So ent¬ 
standen die Kanonen und Karthannen, die auch Büchsen hießen. 
Die ersten Geschütze waren recht unbeholfen. Das schwere Rohr lag 
auf einem dicken Blocke, der gar nicht oder nur langsam zu bewegen 
war. Fahrbare Kanonen mit langen, dünnen Läufen nannte man 
Feldschlangen. Die Geschütze bekamen wunderliche Namen, z. B. faule 
Metze, scharfe Grete, Weckauf, Schnurrhindurch u. a. Auch die Haken¬ 
büchsen und Musketen, die man für die Hand des einzelnen Mannes 
anfertigte, waren anfänglich sehr schwer; sie mußten mit einer Lunte
	        

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Tecklenburg, August. Deutsche Geschichte Für Evangelische Volksschulen. Hannover [u.a.]: Carl Meyer (Gustav Prior), 1901. Print.
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